(Traurige) Gedanken zur Zeit – von Jürgen Scholz

Am Morgen des 08.12.2010 holte ich Routinemässig auf meinem Notebook die eMail Post Eingänge der vergangenen Nacht ab.

Es traf mich nicht nur wie ein Schock, sondern auch vollkommen unerwartet die furchtbare Nachricht, dass unser langjähriger Freund LARS PEPER mit erst 39 Lebensjahren bereits von uns gegangen ist.

Als ich LARS im Umfeld unseres Uriah Heep Fanclubs „Stay On Top“ kennen lernte, war er mir sofort absolut sympathisch und ich erkannte, in ihm einen guten Freund kennen gelernt zu haben, welchem man durch und durch vertrauen kann. Er war sehr schlank und er fiel durch sein oftmals freundlich lächelndes Gesicht und seine sehr langen Haare auf, die er manchmal zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden hatte.

Vor elf Jahren, relativ kurze Zeit nach meiner schweren Herzoperation, fand in London die erste „Heepvention“ mit Ken Hensley und John Lawton statt. Eigentlich erachtete ich es als unmöglich, diese vielversprechende Veranstaltung besuchen zu können, aber meine liebe Frau Elga riet mir liebevoll dazu, es doch wenigstens zu versuchen. Es war Lars Peper, welcher mir nicht nur fernmündlich Mut zusprach, sondern der mir auch anbot, sich um mich zu kümmern, falls ich mich dazu aufraffen könnte.

Als ich dann, noch ziemlich schwach und zitterig, in der Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens ankam, sass dort schon Lars, auf mich wartend und mir erwartungsvoll entgegen schauend. Und er hielt was er mir versprach. Es war für mich, natürlich nicht nur, aber doch zu einem grossen Teil unserem LARS zu verdanken, dass dieser London Aufenthalt ein unvergessliches Erlebnis und unvergessen bleibt.

Als ich das zweite Mal mit LARS zusammen in London ankam, suchten wir unser Hotel auf und stellten fest, dass unser Zimmer über ein Französisches Ehebett verfügte. Also begaben sich LARS und ich hinunter zur Rezeption, wo ich in Englischen Bröckchen äusserte: „This Is My Friend, Not My Husband…“ was einen spontanen Fröhlichkeits-Anfall auslöste. Und so erhielten wir sogleich ein anderes Zimmer mit getrennten Betten.

Dieser zweite Aufenthalt in London, zu einem weiteren Konzert mit Ken Hensley und John Lawton wurde, durch LARS, zu einem ganz besonderen Erlebnis.

LARS äusserte den Wunsch, einen Stadtteil aufzusuchen, wo viele Antiquitäten angeboten werden, leider weiss ich nicht mehr, wie dieser Stadtteil hiess, aber es könnte Notting Hill gewesen sein. Dort war alles bunt und in der Tat hatte ich bis Dato noch nie eine solche riesige Antiquitäten-Vielfalt gesehen. Aber nicht nur das. Es köchelte und brutzelte an allen Ecken und Enden und die köstlichsten exotischen Düfte umwehten uns. LARS und ich, wir konnten uns gar nicht satt sehen an dieser Vielfalt und schliesslich setzten wir uns nieder an einem Strassencafé. Auf der gegenüber liegenden Seite beobachteten wir, wie die Polizei an einem Fahrzeug eine Wegfahrsperre anbrachte. Als dann der Fahrer erschien mussten wir unwillkürlich lachen über das Verhalten dieses Autobesitzers.

Ich besuchte mit LARS den Stadtteil Soho, weil ich mich dort ganz gut auskannte, durch meine indischen Freunde, mit denen ich einige Male London besuchte.

Des Weiteren suchten LARS und ich die berühmte „Penny Lane“ auf, wo das Studio steht, in welchem die Beatles damals ihr Album aufgenommen hatten. Wir begehrten, das Studio Gebäude betreten zu dürfen, aber das wurde uns verwehrt. LARS knipste noch ein Foto, wie ich über diesen weltberühmten Zebrastreifen ging, ich tat selbiges für ein Foto mit LARS auf diesem Zebrastreifen. Dann beobachteten wir einen Vater mit seinem jungen Sohn, auch er wollte in das Studio, um es seinem Jungen von innen zu zeigen. Wir informierten den Vater, dass es ein sinnloses Unterfangen wäre, aber er reagierte so, als wenn er seinem Sohn begreiflich machen wollte, der Papa macht das schon. Als er dann auch, wie zuvor wir, restlos gescheitert war, haben LARS und ich uns köstlich amüsiert.

Dann begaben wir uns in den Hyde Park, wo LARS mir „Speakers Corner“ zeigte.

In der Nähe unseres Hotels befand sich ein grosser Lebensmittel Supermarkt, welcher die ganze Nacht geöffnet war (zu dieser Zeit hatten wir nur die langen Donnerstage) und LARS schlug mir vor, wir mögen doch mal diesen Supermarkt zu nächtlicher Stunde aufsuchen, um die Atmosphäre kennen zu lernen. Und so begaben wir uns kurz vor Mitternacht zu diesem Supermarkt und liefen dort als Einzige „Kunden“ umher. Auch das war ein Erlebnis, was man nicht mehr vergisst.

Der liebe LARS ging jeden Tag oder jeden Abend mit mir in diverse Indische Restaurants, weil dies mein grosser Wunsch war. Am letzten Tag besuchten wir ein hochmodernes Duplex Kino und LARS bat mich, wir könnten doch wenigstens einmal in ein Thai Restaurant gehen, was wir selbstverständlich auch taten. LARS erklärte mir noch, dass die Schärfe nach dem Essen überhaupt nicht lange anhält, was natürlich stimmte.

Wie oft hatten wir uns vorgenommen, hier im Ruhrgebiet einmal, gemeinsam mit unseren Ehefrauen, Indisch essen zu gehen. Leider ist es nie dazu gekommen.

Ja, nun gibt es LARS nicht mehr, das stimmt mich sehr, sehr traurig. Wie aber müssen sich erst seine Frau Julika und die zwei noch so jungen Kinder fühlen, ich mag gar nicht darüber nachdenken.

Das letzte Mal war ich bei unserem Abschiedstreffen auf dem Ferienhof Homann mit LARS zusammen. Wir teilten uns wieder ein Zimmer. Über diesem letzten Zusammentreffen lag ein etwas trauriger Schleier, denn wir spürten alle, dass da etwas endgültig zu Ende geht, oh Gott, wie sehr ist alles, alles so absolut Vergänglich. Aber unser lieber Freund Thomas Schaumburg hatte zum Glück, durch ein sensationelles Ausflugs Programm, uns allen trotzdem wieder wunderbare Minuten, Stunden, Tage beschert.

Ja, bei diesem Zusammentreffen habe ich, haben wir das letzte Mal unseren LARS gesehen und gesprochen. Wer wäre je auf die Idee gekommen, dass man sich nie mehr wiedersieht.

Ich glaube fest daran, dass seine Seele weiter existiert und in diesem Glauben bin ich überzeugt, dass wir uns irgendwann in einer anderen Dimension wieder begegnen werden.

Ich wünsche Euch eine besinnliche Weihnachtszeit und ein friedvolles Jahr 2011.

Euer Jürgen

Gedanken zur Zeit (4.6.08) – von Jürgen Scholz

Meine lieben Freunde !

Nun ist sie da, die – immerhin nach 10 (zehn!!) Jahren – neue Studio-CD von URIAH HEEP – WAKE THE SLEEPER.

Im Jahre 1995 erschien SEA OF LIGHT, ein Meilenstein und enormer Lichtblick der Formation MICK BOX, LEE KERSLAKE, TREVOR BOLDER, PHIL LANZON und BERNIE SHAW nach der enttäuschenden vorher veröffentlichten DIFFERENT WORLD!

1998 dann wurde SONIC ORIGAMI veröffentlicht, für mich eine herbe Enttäuschung, da ich eine Steigerung zu SEA OF LIGHT erhofft hatte.

Ich empfand SONIC ORIGAMI eher als einen Nachfolger von DIFFERENT WORLD.

Während SEA OF LIGHT eine ordentliche Portion Power und Druckvolle Musik darbot, empfand ich SONIC ORIGAMI eher als zu leicht und zu soft – also ohne den kraftvollen Druck!

Wie nun ist die jetzt veröffentliche CD WAKE THE SLEEPER, mit dem neuen Drummer RUSSELL GILBROOK zu bewerten?

Also zunächst einmal, es handelt sich um die druckvollste Musik seit 1970. Das heisst, noch nie wurde die Musik von URIAH HEEP dermassen druckvoll eingespielt!

Ausser diesem enormen Druck lässt jeder Titel hochinteressante Melodie-Strukturen erkennen und Breitwand Chöre sind ebenfalls ausreichend – wie von URIAH HEEP erwartet – vorhanden.

Nun zu den einzelnen der 11 dargebotenen Titeln:

Wake The Sleeper

Der Opener besteht im Grunde nur aus kraftvoller, druckvoller Power-Musik und dazwischen der weltberühmte URIAH HEEP Breitwandchor-Schrei. Nur eine einzige Textzeile wird im Chor dazwischen gesungen: WAKE THE SLEEPER. Mit diesem ersten Stück wird sogleich mit Druck deutlich gemacht, was den Neu- oder den Altfan (wie mich) auf der neuen Scheibe erwartet! Ich jedenfalls bin hochzufrieden ob dieser Power!

Overload

MICK BOX treibt mit seiner WahWah Gitarre dieses Stück mit Macht zu BERNIE SHAW’S gesanglicher Hochleistung an. Hier beweist BERNIE einmal mehr, dass er mit seiner Stimme auch wundervolle Linien herauf und herab singen kann. Das Stück variiert zwischen schnell gespielter Power und auch langsameren Versatzstücken, wo auch die Orgel von PHIL LANZON wunderbar zum Einsatz kommt. Natürlich wird auch wieder URIAH HEEP Typisch mehrstimmig im Chor gesungen. Ein toller Titel, an welchem es nichts zu bemängeln gibt! Im Gegenteil!!

Tears Of The World

Auch dieses Stück beginnt Powerfull, dieses Mal von PHIL LANZON’S Orgel getrieben. Bernie singt den Titel wieder phantastisch eingebettet in die druckvolle Musik. Breitwandchöre unterstützen ihn in bester Manier! Wie bereits erwähnt, durchzieht jedes Stück die verschiedensten Melodien-Strukturen. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf, man wird praktisch immer mitgerissen! PHIL LANZON’S ORGEL und ein Trommelwirbel von RUSSELL GILBROOK lassen diesen Titel ausklingen.

Light Of A Thousand Stars

Dieser Titel fängt etwas langsamer an, jedoch keinesfalls seichter! Wie kraftvoll MICK’S Gitarre, PHIL’S Orgel, TREVOR’S Bass, RUSSELL’S Drums auch hier wieder BERNIE’S tolle Interpretation einbetten, nicht zu vergessen die enormen Breitwand-Chor Passagen. In der Mitte MICK’S Gitarrensolo – alles passt und ist auf das Feinste abgestimmt.

Heaven’s Rain

Fängt langsam getragen kraftvoll an, BERNIE singt es wunderbar einfühlsam. Es handelt sich um die erste Ballade auf dieser Scheibe, druckvoll dargebracht. Im Mittelteil wieder MICK’S Wah Wah Gitarre mit einem kurzen Solo. PHIL’S Orgel webt einen wunderbaren Klangteppich zu BERNIE’S herrlich einfühlsamer Interpretation.

Book Of Lies

Dies ist ein Titel, welcher am Anfang an einige der früheren Stücke dieser Formation erinnert. Aber auch nur ganz am Anfang. Dann fängt das Stück wieder an, einen in seinen Bann zu ziehen, durch unglaublich eindrucksvolle Komposition mit hochinteressanten Melodien-Bögen. Und vor allem durch BERNIE’S tollen Gesang. Das Stück klingt am Schluss dann wieder wie in früheren Tagen aus, so wie es begann.

What Kind Of God

Mein absoluter Lieblingstitel auf dieser Scheibe. Nicht nur, weil es mit 6.39 Minuten das längste Stück ist, sondern weil es das Melodischste ist. PHIL’S Orgel beginnt sanft mit BERNIE’S wundervollem Gesang. Nach der ersten Passage wird es, bei gleich bleibend langsamer Geschwindigkeit etwas kräftiger, teilweise Mehrstimmig. Vor allem bei diesem Titel gilt, wie die verschiedensten Melodien-Strukturen erkennbar und zu hören sind. Wer erinnert sich noch an das Outro von dem Titel CIRCLES OF HANDS auf der Platte DEMONS AND WIZARDS aus dem Jahre 1972? Auch hier bietet die Instrumentierung ein ähnliches Outro, aber bei WHAT KIND OF GOD ist es deutlich kraft- und druckvoller. Leider sehr leise und nur bei aufmerksamen zuhören erkennbar, BERNIE’S hochstimmige Schreie, welche bei dieser positiv kraftvollen Musik fast untergehen.

Ghost Of The Ocean

Bricht brachial mit MICK’S Gitarre los um gleich wieder in ein gut komponiertes und toll arrangiertes Superstück weiterzuleiten. Jedes – also auch dieses Stück dringt sogleich bis in die Speicherzellen ein um dort positiv zu lagern. Mehrstimmiger Gesang, druckvolle Instrumentierung zeichnen diesen Titel aus, um mit einem gekonnten Trommelwirbel von RUSSEL GILBROOK auszuklingen.

Angels Walk With You

Fängt Balladesk an, einfühlsam von BERNIE gesungen und von sanften Orgel-Klängen untermalt, um aber nach Kurzem wieder in ein kraftvolles Midtempo-Stück überzugehen. Dann wieder Balladesk. Dann ein Solo von PHIL auf seiner Orgel, absolut virtuos. Und weiter kraft- und druckvoll treibt die Musik mit BERNIE’S Gesang weiter, bis sie interessant ausklingt.

Shadow

MICK’S Gitarre und PHIL’S Keyboard beginnen kraftvoll und sogleich setzt BERNIE’S toller Gesang ein und kurz danach setzen wieder die ach so wunderbaren Breitwand-Chöre ein, um den SHADOW-Refrain mit zu singen. Und wieder ist es ein Stück, welches einen sogleich gefangen nimmt. Alles harmonisch aufeinander abgestimmt, kraft- und powerfull!!

War Child

Der Schlusstitel besteht von Anfang an aus einer Klangwand aus der gesamten Instrumentierung und der Drums- und Bass-Sektion. Bei den Breitwand-Chor Passagen hat man das Gefühl, hier spielen einige arabische Einflüsse aus 1001 Nacht eine kleine Rolle. MICK bastelt mit seiner Wah Wah Gitarre ein interessantes Solo im Mittelteil. Ein würdiger Abschluss dieser aussergewöhnlich gut gelungenen CD!!

Nun, gibt es denn gar nichts zu bemängeln oder zu kritisieren?? Ganz klar: NEIN!!

So sind URIAH HEEP heute und Gott sei Dank sind meine doch eher schwächeren Erwartungen voll und ganz positiv überrascht worden! Eine so gut gelungene CD habe ich wahrlich nicht zu hoffen gewagt.

Vielleicht spielt der frische Einfluss von RUSSEL GILBROOK mit einer entscheidenden Rolle dafür, dass soviel Power, Kraft und Druck in der neuen Musik vorherrscht!

MICK’S Wah Wah Gitarre ist auf der gesamten CD sehr dominant vertreten; aber das ist durchaus positiv zu empfinden, weil es eben alles aufeinander abgestimmt ist, weil es insgesamt mit der gesamten Instrumentierung harmonisiert, weil die Kompositionen allesamt mehr als gelungen sind und es nicht als störend empfunden wird, wie noch zu unseligen ABOMINOG Zeiten.

Euer, mehr als zufriedener, also über die neue URIAH HEEP CD sehr glücklicher

Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen.

Gedanken zur Zeit (3.5.08) von Jürgen Scholz

Meine lieben Freunde !

Haben sich schon mal Eure Fußnägel gekräuselt??

Nein???

Aber mir, und zwar am gestrigen Abend des zweiten Mai’s d.J., als ich auf RTL in der Sendung “Die ultimative Chart Show“  unsere “Lieblinge“ URIAH HEEP bewundern konnte.

Gegen 21.45 Uhr, auf Platz 45, wurden zunächst einige Ausschnitte aus glorreichen, vergangenen Tagen gezeigt, mit KEN HENSLEY, JOHN LAWTON, LEE KERSLAKE, TREVOR BOLDER und MICK BOX.

Danach erschien die aktuelle Formation um MICK BOX auf der Bühne und dann folgte das, was meine Fußnägel kräuseln ließ.

Akustisch war vom Band der Original-Titel FREE ME von damals zu hören, aus der Feder von KEN HENSLEY und mit der festen, kräftigen und dennoch klaren Stimme von JOHN LAWTON.

Dazu machte dann BERNIE SHAW den Mund auf und zu mit seinen hinreichend bekannten Bewegungen.

Es ist unfassbar, so etwas geboten zu bekommen.

Das passte überhaupt nicht, aber so was von überhaupt nicht!!

Ob MICK BOX, welcher während dessen auch kurz zu sehen war, sich eigentlich bei einer solchen Präsentation wohl fühlt in seiner musikalischen Haut?

Nach dieser “Folter“ ging es nahtlos über, mittels eines Trommelwirbels vom neuen Drummer, zu dem Titel EASY LIVIN’, mit der Stimme von BERNIE SHAW, wie bekannt.

Mir ist nicht so recht klar, ob es sich bei diesem Titel um einen Live-Auftritt handelte oder ob er auch ebenfalls vom Band kam.

Ich meine, eine synchrone Abweichung von BERNIE’S Mundbewegungen bemerkt zu haben.

Das sind meine, zugegeben, sehr kurzen “Gedanken zur Zeit“, demnächst wieder mehr.

Bis dahin viele Grüsse und von mir ein persönliches Dankeschön an die aufmerksamen, lieben Freunde aus unserem S.O.T. Kreis für Anrufe, Briefe und eMails zu meinem “runden“ Geburtstag im April.

Euer   Jürgen Scholz   aus Gelsenkirchen.

Gedanken zur Zeit ( 3.7.05) von Jürgen Scholz

Meine lieben Freunde !

Seit geraumer Zeit laufe ich mit den folgenden Visionen in meinen Gedanken umher.

Ich fahre mit meinem Auto, nachdem ich es für ca. 80 Pfennige pro Liter Super Benzin voll getankt habe, auf einer kaum befahrenen, breiten Straße, neu und glatt asphaltiert, mit grünen Bäumen rechts und links am Straßenrand, in eine imaginäre größere Stadt, in welcher ich ohne jedwede Probleme einen freien, bequem einzuparkenden, kostenfreien Parkplatz für meinen PKW vorfinde. Sehr angenehm ist es, weder durch moderne Wegelagerei noch von uniformierten “Ordnungshütern“ zur Kasse gebeten und um mein Geld gebracht worden zu sein! Da ich selbstverständlich ganz in der Nähe der großen Konzerthalle parken konnte, gehe ich, gemütlichen Schrittes, zu der geöffneten Vorverkaufsstelle, wo mir eine sehr nette, höfliche, freundliche und hilfsbereite Dame eine Eintrittskarte für ein Konzert mit URIAH HEEP für ca. 12,00 Deutsche Mark verkauft.

Am Abend des Konzertes kann ich sehr bequem in der ersten oder zweiten Stuhlreihe genau in der Mitte sitzen und ein Konzert mit den Musikern DAVID BYRON, GARY THAIN, KEN HENSLEY, MICK BOX und LEE KERSLAKE genießen. Nach drei Zugaben verlasse ich die Halle mit einem absoluten Glücksgefühl, um ohne Stau, rücksichtsloses Gedrängel oder sonstige Ärgernisse wieder nach Hause zu fahren.

Utopie? Mitnichten; ich hab’s – vor ca. 100 Jahren – tatsächlich erlebt.

Nur das mit den Sitzreihen entspricht nicht so ganz der Wahrheit; obwohl, beim allerersten Konzert, noch mit PAUL NEWTON und KEITH BAKER auf einer nur spärlich beleuchteten Bühne in einem kleinen Saal in der Stadtmitte von Düsseldorf, dort befanden sich tatsächlich noch Stühle. Ich jedenfalls habe mich damals mit meinem verstorbenen Freund Conny Konrad in der Saalmitte links stehend aufgehalten und lautstark den Titel “HIGH PRIESTESS“ gefordert, was nicht erfüllt wurde.

Überhaupt bestanden große Teile dieses für mich ersten Konzertes mit URIAH HEEP aus vielen Improvisationen.

Tja, und nun ist der Zeitgeist in immer schneller werdenden Schritten weiter und weiter davon gerannt und hat schon lange, lange, sehr lange die gute Musik aus den 70er Jahren hinter sich gelassen. Und so ist es kein Wunder, dass die Schar der Fangemeinde von und um URIAH HEEP immer dünner wird. Das musste auch schon so ein großartiger und begnadeter Musiker wie KEN HENSLEY schmerzlich erfahren.

Das bislang letzte Grossereignis liegt nun auch schon wieder geraume Zeit hinter uns, und zwar hatten Oliver Lange, Thomas Müller, Kai Ralff, Stefan Richelsen und Carsten Sylwasschy (Alphabetisch) einen tollen Event zum 20. Jahrestag vom S.O.T. in Hamburg organisiert. Es war wirklich für alle die mit dabei waren ein Super Erlebnis mit KEN HENSLEY, JOHN LAWTON, PAUL NEWTON und KEITH BAKER sowie all den hochkarätigen Musikern die Abende zu verbringen. Nicht zu vergessen LANA LANE, die zusammen mit ERIK NORLANDER den Titel “Weep In Silence“ ganz genau so Live interpretierte wie wir es von LANA’s Studio Aufnahme her kannten. Der einzige musikalische Schwachpunkt war, nach meinem persönlichen Empfinden, das dumpf und künstlich klingende Computer-Schlagzeug von KEN’s Begleitband. Dafür war sein Gitarrist umso brillanter. Ja und dann wäre auch noch auf die Millionen Tränen hinzuweisen, die auf den Fußboden des “Downtown Bluesclubs“ tropften, als JOHN verkündete, es hätte einst in Hamburg für ihn begonnen und es müsse jetzt in Hamburg enden und er wolle sein Mikrofon nunmehr an den Nagel hängen. Betretene und bestürzte Gesichter waren das Ergebnis ob dieser Ankündigung!

Ich möchte an dieser Stelle ein riesengroßes “Dankeschön“ an Stefan Richelsen entsenden, welcher mich weit nach Mitternacht auf der Straße aufsammelte und mich, gemeinsam mit STEVE DUNNING, zu meinem Hotel im Schanzenstern Viertel brachte!! :-)))

Unvergessen auch der Besuch der Modelleisenbahn-Anlage “Miniatur Wunderwelt“ in der Speicherstadt, gemeinsam mit meinen Freunden vom “Stay On Top“ Fanclub. Und es ist mir persönlich ein großes Anliegen, die über Jahre entstandenen Verbindungen und Freundschaften nicht enden lassen zu wollen! Ich schlage deshalb an dieser Stelle vor, einmal im Jahr ein Treffen auf dem Ferienhof Homann in Brilon zustande kommen zu lassen.

Ich musste in Hamburg für mich selbst schmerzhaft feststellen, dass ich nun nicht mehr in der Lage bin, über mehrere Stunden stehend vor einer Bühne zu verbringen. Das ist mir mit 57 Jahren, die ich ja nun mal inzwischen geworden bin, aus nachvollziehbaren Gründen einfach nicht mehr möglich.

Ist Euch eigentlich klar, dass seit “SEA OF LIGHT“ schon 10 (zehn!) Jahre vergangen sind??? Leider ist es nun soweit gekommen, dass es nichts Neues zu berichten gibt, und immer wieder die nostalgischen, lange und länger zurückliegende Ereignisse immer wieder zu Papier gebracht werden müssen, was schließlich auch mir immer schwerer fällt. Da taucht natürlich auch die Frage auf, was sollte denn nun in einer neu zu gestalteten “Times“ veröffentlicht werden? Man weiss ja schon gar nicht mehr, was über die nicht mehr nachvollziehbaren, unzähligen Live-Veröffentlichungen von URIAH HEEP zu schreiben wäre.

Wenn es – ich sage jetzt mal vorsichtig – zurzeit keine “Times“ mehr geben kann, dann wäre ein Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft in unserem Club in Höhe von 10,00 Euro angezeigt.

Damit schließe ich meine “Gedanken zur Zeit“ mit der Bitte, möge das Schaffenswerk von URIAH HEEP auf ewig bestehen.

Ich selbst werde nun also zukünftig in diesem Forum den einen oder anderen Gedankensplitter einfließen lassen und sollte tatsächlich noch mal ein neues Studio Album von URIAH HEEP unsere Herzen höher schlagen lassen, gebe ich sowieso wieder meine unmaßgebliche Meinung zum Besten.

Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen