„AGAINST THE ODDS“ – The History Of Uriah Heep (bis 2002)

von Christof Mallet

Gegen alle Widerstände“: Nichts kann anno 2002 prägnanter das Leitmotiv der lebendigen Hardrock-Saurier URIAH HEEP charakterisieren, als der 1995 auf „SEA OF LIGHT“ veröffentlichte Eröffnungstrack: „Against The Odds“.

Einen weiteren Grundsatz der Kultgruppe preisen die Lyrics dieser Komposition wie folgt an: „I’ll make the rules I need for my survival… for my survival“. Nun, URIAH HEEP’s Kampf ums Überleben ist eine 32jährige Bandgeschichte, gleich einer wilden Achterbahnfart mit zahllosen ‚Ups and Downs’. Die Bausteine dieses Überlebenskampfes definierte diese Gruppe immer wieder auf’s Neue – durch den stetig wachsenden, rasend schnellen Erfolg der Anfangsjahre ebenso wie durch ständiges Rotieren im Line Up, durch persönliche Tragödien und menschliches Versagen wie durch unsterblich gewordene Hits und verzweifeltes Aufbäumen wider alle Trends. Heute sprechen UH längst eine zweite und dritte Generation von Fans an und bieten noch immer aufregende Live-Events – Tourneen quer über den Globus – und heiß diskutierte Neuveröffentlichungen. Doch der Reihe nach …

1970 kristallisierte sich aus den Bands THE STALKERS (seit 1965) bzw. SPICE (ab 1969) und THE GODS (seit 1965) mit Gitarrist MICK BOX, Lead-Sänger DAVID BYRON und Organist/Gitarrist KEN HENSLEY die dreiköpfige Hydra der aus 5 Musikern bestehenden Gründungsformation. Aus dem Roman „David Copperfield“ – welcher der Feder von England’s Klassiker der Weltliteratur, CHARLES DICKENS, entsprang – erkor man den arglistigen, dämonischen Gauner Uriah Heep zum Namenspatron der neugeborenen Gruppe. Als prägenden musikalischen Einfluß für URIAH HEEP gab Mick Box die seit 1966 bestehende amerikanische Formation VANILLA FUDGE (mit dem später zu Starruhm gelangenden Meister-Drummer CARMINE APPICE) an. Entdecker und Förderer von URIAH HEEP war Manager GERRY BRON, der den aufstrebenden Musikern den ersten Plattenvertrag bei seinem Label Bronze Records offerierte.

Die Grundsteine für ein jahrzehntelanges Überleben legte man gleich zu Beginn: URIAH HEEP spielten melodisch-aggressiven Hardrock und erwiesen sich als Mit-Begründer/Entwickler einer völlig neuen, eigenständigen und entwicklungsfähigen Musikrichtung. Von lauten, treibenden Baß- und Schlagzeuglinien unterlegt, kreierte man einen kraftvollen, auf Effekte setzenden Sound, der abrupt in gefühlsbetonte Balladen
wechselt, stets durch einen herausragenden Harmonie- und Satzgesang gekennzeichnet.
URIAH HEEP waren in der Rockmusik die Mitbegründer eines polyphonen, (mehrstimmigen) Chorgesanges, während sich die britischen Mitkonkurrenten jener Tage – LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE oder BLACK SABBATH – lediglich mit einstimmigen Vocals begnügten. Ebenso charakteristisch – auf dem ersten Album „VERY ‘EAVY
…VERY ‘UMBLE“ bereits bestens dokumentiert – der vibratoreiche, hohe Gesang des charismatischen Leadsängers David Byron, das sehr heavy klingende, höchst raffiniert und trickreich mit ‚special effects’ eingesetzte Hammond-Equipment von Ken Hensley sowie die schneidenden Powerchords von Gitarrist Mick Box, garniert mit reichlich Wah Wah-Effekt. So stürmte man gleich mit „Gypsy“ in die deutschen Charts, während in UK die Newcomer nur geringfügig beachtet wurden. Mit „Gypsy“ gelang der aufstrebenden
Band ein Überraschungserfolg – noch 32 Jahre später (!) gehört dieser aggressive Song mit dem sehr harten Lead-Riff zum Standard-Repertoire eines jeden Konzertes von URIAH HEEP. Ken Hensley bewies mit seinem (für damalige Verhältnisse) modernen Orgel-Solo am Ende von „Gypsy“ deutlich, daß er es meisterhaft verstand, mit seinem Equipment bis an die Grenzen des Möglichen exzessiv zu experimentieren. Auch „I’ll Keep On Trying“
gehörte zum Progressivsten, was es um 1970 in Sachen Heavy/Hardrock zu hören gab.
Geradezu sanft hingegen die Ballade „Come Away Melinda“, die von David Byron bemerkenswert einfühlsam und melodramatisch interpretiert wurde. Gruselig fiel das Cover des Debüt-Albums aus: Abgebildet ist ein in Spinnweben verfangener Kopf (als ‚Model’ hierfür mußte übrigens David Byron herhalten…).

Trotz des ständig wechselnden Besetzungskarussell’s – Bassisten (Paul Newton, Mark Clarke) und Drummer (Alex Napier, Nigel Olsson, Keith Baker, Iain Clark) kamen und gingen – entwickelte die Band ihren anfangs ungeschliffenen Sound in furioser Geschwindigkeit qualitativ immer weiter. Mit den Alben „SALISBURY“ und „LOOK AT YOURSELF“ erklomm man bereits 1971 die Charts landauf/landab. Nur England ignorierte ‘den Propheten’ im eigenen Land. Der elektrisierende, heavylastige Opener „Bird Of Prey“, Hensley’s einzigartig atmosphärisch-lyrische Eingebung „The Park“ mit einem grandiosen David Byron ‚on vocals’ und die zu Ruhm gelangende, schwermütige 2 Akkorde-Ballade „Lady In Black“, die Hensley selber singt, imponierten ebenso wie die 16minütige Suite „Salisbury“. Diese Komposition – mit klassischen Bläsern und einem wunderschönen Solo
von Mick Box verziert sowie von David Byron’s hauchendem, sehnsuchtsvollen Gesang geadelt – verzückte eine weltweit heranwachsende Fangemeinde ebenso wie die vibrierenden Heavy-Tracks „Look At Yourself“ oder „Love Machine“. Mit „July Morning“ gelang Byron/Hensley ein emotionales Klang-Epos von lyrisch-pittoresker Schönheit und monumentaler Wucht, kulminierend in ein psychedelisch angehauchtes, brodelnd-exzessives Finale. Gibt es einen Song, der alle Trademarks von URIAH HEEP impliziert, dann ist es „July Morning“. Ein Werk für die Ewigkeit und ebenso bedeutend wie DEEP PURPLE’s „Child In Time“.

Bereits für das 2. Album „SALISBURY“ ernteten URIAH HEEP hervorragende Kritiken und euphorische Fan-Resonanz. Vom 3. Album, „LOOK AT YOURSELF“ waren in kürzester Zeit mehr als 1 Million Alben verkauft, die Presse reagierte begeistert ob des abwechslungsreichen Sounds der Newcomer. Originell waren auch die Cover-Ideen: Der Panzer, der auf „SALISBURY“ frontal auf den Betrachter losfährt und die geheimnisvollen
Augen von „LOOK AT YOURSELF“ sowie der ‚Spiegel’ in der Mitte des Covers, der täuschend echt wirkte. Das hierfür sehr aufwendige Coverimage wurde durch eine Idee von Mick Box initiiert.

Mit den Neuzugängen GARY THAIN (Ex-KEEF HARTLEY BAND), einem blues- und jazzerfahrenen Bassisten sowie dem Drummer LEE KERSLAKE hatte man auch endlich eine beständige Percussion- und Rhythmus-Sektion gefunden. Diesem Line Up gelang 1972 eine nochmalige Steigerung mit dem absoluten Meisterwerk „DEMONS AND WIZARDS“. In kürzester Zeit avancierten URIAH HEEP zu den Königen des Fantasy Rock. Millionenstarke Verkäufe ihrer Alben waren der Lohn einer ungemein kreativen Phase. Noch im gleichen Jahr schob man das Konzept-Werk „THE MAGICIAN’S BIRTHDAY“ nach – wieder ein Volltreffer! Aus dieser Zeit stammen Klassiker wie „The Wizard“, „Easy Livin´“, „Circle Of Hands“, „Rainbow Demon“, „Rain“, „Sunrise“ und „Sweet Lorraine“, Kompositionen, die auch in den 90er Jahren noch Bestandteil des Live-Sets waren und sind. Die Fantasy-Geschichten über Zeitreisende, magische Zirkel, Zauberer, Regenbogen-Dämonen, Hexenmeister, kalte Winde und poetisch verfaßte Allegorien über Sonnenaufgänge trafen den Zeitgeist und faszinierten Rockfans in aller Welt und beeinflußten in späteren Jahren ganze Legionen nachfolgender Hardrock- und Heavy Metal-Bands. Zudem bestachen die URIAH HEEP-Werke „DEMONS AND WIZARDS“ und „THE MAGICIAN’S BIRTHDAY“ durch die visuell meisterhaften Illustrationen des renommierten Malers Roger Dean, der u.a. auch für zahlreiche YES- und ASIA-Coverarbeiten künstlerisch verantwortlich zeichnete. 1972 drückte sich der
außergewöhnlich kreative Output von „DEMONS AND WIZARDS“ und „THE MAGICIAN’S BIRTHDAY“ in für damalige Verhältnisse fantastischen Verkaufszahlen aus. In mehr als 2 Dutzend Ländern rangierten die Alben auf jeweils vorderen LP-Chart-Plätzen. Live wurde die Musik alleine in diesem Jahr in 40 Ländern präsentiert, die Tourneen in Deutschland, Japan oder USA gerieten zu einzigartigen Triumphzügen in ausverkauften Hallen und
Arenen.

URIAH HEEP’s Erfolg stieg nicht zuletzt deswegen so rasant an, weil mit David Byron, Ken Hensley Mick Box, Lee Kerslake und Gary Thain nunmehr 5 überaus talentierte Musiker am Werk waren, die ihr handwerkliches Können nicht nur stetig persönlich weiterentwickelten, sondern vor allem ihre enormen individuellen Fähigkeiten im Teamwork zu einem ‚Ganzen’ formten. Häufig brachte Mastermind Ken Hensley nur eine auf Akustik-Gitarre vorgespielte Song-Struktur ein – es war die Band, welche die Grund-Idee der Kompositionen ausformte und letztlich als Teamwork zum erfolgreichen Song instrumentierte.

Wie homogen und überzeugend URIAH HEEP in jener Phase auf der Bühne waren, davon zeugt das auch heute noch brillante Live-Dokument „URIAH HEEP LIVE (January 1973)“. Die Doppel-LP wurde in England (26. Januar 1973 im Birmingham Odeon) mitgeschnitten – und verkaufte sich weltweit in mehr als 3 Millionen Exemplaren.
Musikalisch war die Band in Glanzform, zudem ist die Veröffentlichung auch eine ‚echte’ Live-Aufnahme. Es entstand ein historisches Rockmusik-Dokument in Vollendung, das neben Deep Purple’s „MADE IN JAPAN“ für sich in Anspruch nehmen kann, zeitlos gültig zu sein.

Mit dem zunehmenden kommerziellen Erfolg konnten leider nicht alle umgehen. Ego-Probleme entstanden und erste Streitereien über die künftig einzuschlagende musikalische Richtung keimten auf. Die erstmals im Ausland produzierten Alben „SWEET FREEDOM“ (in Frankreich 1973 – im Loiree-Schloß ‘Chateau d’Herouville’) und
„WONDERWORLD“ (in München 1974 – im Studio ‘Musicland’) zeugten insgesamt von leicht abnehmender Kreativität. Nichtsdestotrotz – URIAH HEEP hatten sich eine treue, weltweite Fangemeinde erspielt, und auch auf diesen Alben gibt es mit Titeln wie „Sweet Freedom“, „Pilgrim“ „Wonderworld“, „Suicidal Man“ oder „The Easy Road“ hervorragende Musik zu hören.

Die sich häufenden Streitereien kulminierten jedoch bald zu einer ersten, tiefen Krise. Während eines Konzertes in Dallas am 15.9.1974 erlitt Gary Thain einen folgenschweren Stromschlag. Der überaus sensible und gebrechliche Künstler verkraftete den dauerhaften Tournee-Streß nicht und ergab sich dem Sumpf der Drogen-Illusionen. Manager Gerry Bron, der die Energie der noch so jungen Formation mit einem übermäßig vollgestopften Terminkalender wie ein Vampir aussaugte, entließ den hochbegabten, aber labilen Künstler im Februar 1975. Der Weltklasse-Bassist aus Neuseeland starb viel zu jung am 8. Dezember 1975.

Thain’s Nachfolger wurde im März 1975 überraschend der bekannte Ex-KING CRIMSON-Bassist JOHN WETTON. 1975 und 1976 entstanden mit ihm die Alben „RETURN TO FANTASY“, eine nicht ganz gelungene Hommage an „DEMONS AND WIZARDS“, und „HIGH AND MIGHTY“. Letztere Scheibe präsentierte man der Öffentlichkeit, angemessen dem Album-Titel, prunkvoll auf dem Gipfel des schneeumwehten Schilthorns, einem Berg in den Schweizer Alpen. Doch ‘höhenstark und mächtig’ waren nur noch die Songs auf diesem Album, die Chemie innerhalb der Gruppe stimmte schon längst nicht mehr. Die Gesangs-Primmadonna Byron mutierte zum
exzentrischen Superstar mit unberechenbaren Launen, abnehmender Stimmqualität auf der Bühne und immer häufiger auftretenden Alkoholproblemen. Die Konsequenz von Management und Band hieß Rausschmiß. Byron akzeptierte die Suspendierung und erklärte seinen tiefen Frust mit der Enttäuschung über das seiner Meinung nach unprofessionelle Management und die zunehmende musikalische Stagnation der Band.
Songs wie der rasante Titeltrack „Return To Fantasy“, „A Year Or A Day“, „Your Turn To Remember“, „Misty Eyes“, „Midnight“, „Confession“ und das sagenhafte „Weep In Silence“ gerieten zum Vermächtnis eines der besten Rocksänger aller Zeiten. Zwar versuchte Byron mit diversen Projekten, u.a. mit der Gruppe ROUGH DIAMOND sowie einigen Solo-Einspielungen, an die so erfolgreiche Zeit mit URIAH HEEP anzuknüpfen – doch
letztendlich vergebens. 1981 lehnte er fatalerweise das Angebot ab, wieder bei URIAH HEEP einzusteigen. Vereinsamt und dem Alkohol verfallen, starb der Ausnahmesänger David Byron, der mit einer deutschen Frau verheiratet war, am 28.2.1985 in Reading, nahe London.

Zurück in das Jahr 1976. John Wetton verließ aus freien Stücken die Band „mangels musikalischer Perspektiven“, wie er angab. Sein Nachfolger wurde TREVOR BOLDER, der in DAVID BOWIE’s Begleitband SPIDERS FROM MARS nachhaltige Erfolge feiern konnte. Die freigewordene Stelle des Frontmannes wurde nach aufreibender Suche mit dem exzellenten Vokalisten JOHN LAWTON (Ex-LES HUMPHRIES SINGERS, Ex-LUCIFER’S FRIEND) vielversprechend neu besetzt.

URIAH HEEP starteten mit neuem Personal, frischen Ideen und aktualisiertem, zeitgerechter klingenden Sound voll durch. Mit einem der besten Alben der Bandgeschichte, „FIREFLY“, gelang 1977 ein erfolgreiches Comeback. Mit seiner individuellen, kraftvollen, technisch vorzüglich geschulten Stimme erwies sich Lawton als würdiger Nachfolger des verwaisten Thrones von David Byron. Seine Interpretationen alter Songs fielen ‘live’ gänzlich anders als die seines Vorgängers aus. Neuere Stücke waren poporientierter akzentuiert, Kompositionen wie „Wise Man“, „Sympathy“, „The Hanging Tree“ oder das überragende Titel-Stück „Firefly“ (im Duett mit Ken Hensley gesungen) erstrahlten dank Lawton’s ausgefeilter Gesangskunst in vollem Glanz. Noch im gleichen Jahr folgte mit „INNOCENT VICTIM“ ein Album, welches das hohe Niveau des Vorgängers nicht halten konnte. URIAH HEEP paßten ihren Sound mehr und mehr dem Zeitgeist an, eine Art ‘Pop-Metal’ wurde geboren. Daraus resultierten enervierende ‘Heuler’ wie „Flyin’ High“ oder „Keep On Ridin’“. Kommerziell war man jedoch erfolgreich – neben der wiederaufgelegten „Lady In Black“ stürmte die eingängige Pop-Ballade „Free Me“, die in allerletzter Sekunde auf die Track-List des Albums genommen wurde, die Hitparaden. Mit „Illusion“ und der Williams-Komposition „The Dance“ waren auffällig lyrische, surreal anmutende Kompostionen auf der Scheibe vertreten, während kontrastreiche Nummern wie der ultraschnelle Rock ’n’ Roll-Kracher „Free ‘n’ Easy“ oder das atmosphärische Bombast-Epos „Choices“ (in bestechender Form: John Lawton!) trotz wirklicher Qualität beinahe wie Fremdkörper auf der insgesamt eher seichten Einspielung wirkten.
Nichtsdestotrotz – die Verkaufszahlen von „INNOCENT VICTIM“ waren nicht nur in Europa, sondern auch in Übersee und Asien glänzend.

1978 fiel die Band mit dem bezeichnenden Album-Titel „FALLEN ANGEL“ endgültig in die Niederungen kommerzieller Pop-Musik ab. Außer dem noch immer stimmigen Satzgesang bei Titeln wie „Woman Of The Night“, „I’m Alive“, „Love Or Nothing“ oder „Fallen Angel“, passablen Melodielinien und der ausdrucksstarken Stimme von John Lawton, die so manchen Song vor Verflachung rettete, hatte man nicht mehr viel zu bieten.
Harte Rockmusik galt zur damaligen Zeit nahezu als ‘tot’, DEEP PURPLE gab es nicht mehr, LED ZEPPELIN stagnierten, BLACK SABBATH steckten in einer tiefen Krise. Lediglich RAINBOW glänzten dank der überbordenden Kreativität von Ronnie James Dio und Ritchie Blackmore mit genialen Songs, fabelhaften Alben und markig-bombastischen Live-Darbietungen. Gegen die in den vergangenen Jahren aufgetretenen neuen
Stilrichtungen Disco, Glam, Punk oder New Wave war aber mit ver-popten Pseudo-Rock-Songs der Marke ‘URIAH HEEP 1978’ kein Staat mehr zu machen. Orientierungslos geworden, versickerten URIAH HEEP hilflos in belanglosem Mainstream.

Im Jahr 1979 wurden Konzerte in Freiburg, Ludwigshafen, Offenbach, Newcastle, Manchester und London mitgeschnitten, welche 2000 von Castle unter dem Titel „URIAH HEEP – LIVE IN EUROPE 1979“ als digital remastertes 2 CD-Set veröffentlicht wurde. Ein Dokument, das die Stärken und Schwächen schon in der Song-Auswahl wiederspiegelt, da es sich bei den Aufnahmen um die „FALLEN ANGEL“-Tour handelt.

Verzeichneten URIAH HEEP bei der Deutschland-Tournee im Januar 1978 – in großen Hallen und mit einer aufwendig gestalteten Bühnenshow – noch triumphale Erfolge, so traten die künstlerischen Defizite und persönlichen Differenzen nur ein Jahr später offen zu Tage. Schon die Deutschland-Tour im Januar/Februar 1979 geriet zu einem kommerziellen Desaster, teuer gebuchte Hallen mußten kurzfristig in kleinere Auditorien umgebucht werden. Ken Hensley entließ im August 1979 – während der Aufnahmen zu einem neuen Studio-Album – unter fadenscheiniger Angabe von Gründen fristlos John Lawton, ohne einen Nachfolger bei der Hand zu haben. Den Hintergrund dieses sinnlosen Rausschmisses offenbarte Hensley 21 Jahre später. Hensley outete sich offiziell, anlässlich einer Veranstaltung – der “Heep-Convention 2000” in London – als „zu jener Zeit
kokainsüchtig“ und entschuldigte sich vor mehr als 400 Leuten persönlich bei dem Anwesenden John Lawton! Kurze Zeit nach der Entlassung von Lawton verließ 1979 auch Lee Kerslake aufgrund diverser Dispute mit Manager Gerry Bron die Gruppe. Schlagartig waren URIAH HEEP ‚out’, das noch mit John Lawton geplante Album „FIVE MILES“ wurde regulär nicht mehr realisiert.

Für Lee Kerslake kam der langjährige MANFRED MANN-Drummer CHRIS SLADE in die Band, der mit damals neuartig konzipierten Staccato-Drums für Furore und einen brillanten Schlagzeug-Sound sorgte. Nach schwieriger Suche hieß der neue Frontmann JOHN SLOMAN (Ex-LONE STAR), damals noch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Der talentierte Vokalakrobat, der in der Nachfolge von John Lawton ein schweres Erbe antrat, sollte jedoch bald heiß diskutiert sein. Zunächst gelang mit „CONQUEST“ ein erstklassiges Album, das im Vergleich zu den Vorgängern wieder um etliches rockiger, jedoch auch ungewohnt experimentierfreudig ausfiel. URIAH HEEP glaubten, damit verloren gegangenes Terrain zurückerobern zu können. Mit einem martialischen, vor
Selbstbewußtsein strotzenden Cover und dem Motto ‘Eroberung’ setzte man zum 10jährigen Bandjubiläum kompromißlos auf Sieg. Doch die Rechnung ging nicht auf. Viele Fans akzeptierten schlicht das eigenwillige Organ von Sloman nicht. Dadurch geriet „CONQUEST“, obwohl musikalisch ein Meisterwerk, zum stark umstrittenen Opus. Zahlreiche Fans und Kritiker vermißten den heep-typischen Sound. Retrospektiv betrachtet
gelangen mit „No Return“, „Imagination“, „Feelings“, „Fools“, „Out On The Street“ und der wunderschönen Bolder-Ballade „It Ain’t Easy“ ausgezeichnete Kompositionen, jedoch stagnierten die Plattenverkäufe und die Konzerthallen blieben dementsprechend immer öfter nur halb gefüllt.

Nach der Jubiläums-Tournee verließ Gründungsmitglied und Mastermind Ken Hensley URIAH HEEP – für die weltweite Fan-Gemeinde ein Schock, gleichbedeutend mit dem Ende der Band. Hensley, der ein begnadeter Literat war, kreierte zahlreiche zu Klassikern avancierte Rock-Songs. Die von ihm komponierte Musik und die aus seiner Feder stammenden Texte gehören mit zum dynamischsten, poetischsten und niveauvollsten, was in der Musik der Neuzeit je geschaffen wurde. 1980 verblasste aber Hensley’s Kreativität zunehmend.

Mit Nachfolger GREGG DECHERT absolvierte man eine England-Tour. Natürlich war der Kanadier kein Ersatz für Hensley. Die meisten der in dieser Phase entstandenen Songs blieben bis heute unveröffentlicht, die Band fiel 1981 total auseinander. Bassist Trevor Bolder wechselte zu WISHBONE ASH. Sloman heuerte bei GARY MOORE an und verschwand später fast völlig – zu Unrecht! – aus der Musikszene. Der brillante Chris Slade verließ ebenfalls nach nur einem Album URIAH HEEP und brachte seine Power in späteren Jahren u.a. bei DAVID GILMOUR, THE FIRM, GARY MOORE und Australien’s Rock ’n’ Roll-Band Nr. 1, AC/DC, gewinnbringend mit ein. Aktuelle Band von Chris Slade ist ASIA.

Somit blieb nur noch Gründungsmitglied Mick Box übrig, der sich zuhause verbarrikadierte und seine Einsamkeit tagelang mit Whiskey-Konsum bis zur Besinnungslosigkeit betäubte. Nach dem großen Rausch und wieder ausgenüchtert, faßte der quirlige Gitarrist den einzig rationalen und gottlob richtigen Beschluß: URIAH HEEP
darf nicht sterben!
Nach und nach reanimierte der neue Band-Leader die schon totgeglaubte Gruppe. Zuerst holte Box seinen alten Band-Kumpan Lee Kerslake zurück, der nach zwei überaus erfolgreichen Alben (schon legendär: „BLIZZARD OF OZ“ und „DIARY OF A MADMAN“) mit OZZY OSBOURNE diesem den Rücken kehrte. Kerslake brachte von dort gleich noch Australiens Ausnahme-Bassisten BOB DAISLEY (früher u.a. RAINBOW) mit, so daß die Rhythmus-Sektion schlagkräftig wie eh und je für das perkussive Element sorgen konnte. Mit dem früheren Keyboarder der HEAVY METAL KIDS – JOHN SINCLAIR – engagierte Box auch den richtigen Mann an den Tasten. Die eminent wichtige Position am Gesangs-Mikro wurde Ex-TRAPEZE-Vokalist PETER GOALBY anvertraut.
Die Zeichen standen wieder auf Sturm und dank der Unbeugsamkeit von Mick Box gelang ein aufsehenerregendes Comeback. Die gerade neu restaurierte Gruppe warf mit dem 1982-Album „ABOMINOG“ eine wahre Hardrock-Granate in den sich seit 1980 epidemieverdächtig ausbreitenden Strom namens NWOBHM (New Wave Of British Heavy Metal), dessen Flaggschiffe IRON MAIDEN, SAXON, MOTÖRHEAD, JUDAS PRIEST, TYGERS OF PAN TANG oder DEMON hießen. Hardrock und Heavy Metal boomten wie nie zuvor und ganze Horden neu formierter Bands rammten ihre zügellosen Trommelfellattacken frontal in die etablierten Musikcharts des konservativen Establishments!
Ein idealer Nährboden für URIAH HEEP, die mit Titeln wie „Too Scared To Run“, „Sell Your Soul“ oder „Think It Over“ zurückfanden zu alter Power in sehr viel härter gewordenem Gewande und dennoch die melodische Grundlinie beibehielten. Das britische Musikmagazin Kerrang! bezeichnete gar die neue Scheibe als „beste URIAH HEEP-Einspielung der Bandgeschichte“. Dies ist übertrieben, aber es traf die Bedeutung dieser Veröffentlichung genau auf den Punkt. URIAH HEEP präsentierten schnörkellosen Hardrock mit der Powerstimme von Peter Goalby, während brutale Riff-Attacken von Gitarrist Mick Box immer wieder den nach wie vor charakteristischen Satzgesang unterbrachen und die abtrünnigen Osbourne-Jünger Kerslake und Daisley ein heftiges Bass- und Drum-Gewitter entfachten.
Auch in den Medien sorgte die Band für Aufsehen – mit der feuerroten, aggressiven Dämonen-Fratze des „ABOMINOG“-Cover’s wurden URIAH HEEP optisch überall auffällig-effektiv beworben. Eindrucksvoll kehrten die Hardrocker ins Rampenlicht zurück, was machte es da schon, daß der etwas eindimensional produzierte Sound vereinzelt ‘amerikanisch’ ausfiel, gleich 5 Fremdkompositionen vertreten waren und die Qualität der Texte mitunter sehr zu wünschen übrig ließ. 1982 war die Band auch live wieder stark nachgefragt, u.a. mit einem Auftritt beim gigantischen Metal-Festival ‚Monsters Of Rock’ in Castle Donnington / England.

1983 präsentierte man mit „HEAD FIRST“ einen musikalisch sogar noch besseren, weil abwechslungsreicheren, Nachfolger mit zahlreichen gelungenen Kompositionen: „The Other Side Of Midnight“, „Roll Overture“, „Red Lights“, „Straight Through The Heart“, „Rollin’ The Rock“ und „Weekend Warriors“. Herausragend auf dieser Scheibe, welche zuerst durch das – diesmal sehr surreale – Cover Image (Peter Goodfellow) bestach, waren vor
allem der kraftvolle, gute Gesang von Peter Goalby und die überragende Gitarrenarbeit von Mick Box, der ein rasiermesserscharfes Lead-Riff nach dem anderen aus seiner Gibson Les Paul abfeuerte. Kurze Zeit vor der Veröffentlichung von „HEAD FIRST“ (Mai 1983) drehte sich wieder das Line Up-Karussell: Bob Daisley, der die Musik und die Mitglieder von URIAH HEEP nach eigener Aussage „über alles liebte“, quittierte im April 1983 traurig den Dienst in der chaotisch gemanagten Gruppe. Daisley wechselte wieder zurück zu OZZY OSBOURNE, um „BARK AT THE MOON“ einzuspielen. Für Daisley kam Ex-HEEP Trevor Bolder wieder zu ‘seiner’ Band zurück. Im Juni 1983 gingen bei Bronze Records, dem Label, auf dem alle bisherigen Scheiben von UH veröffentlicht wurden und u.a. auch MOTÖRHEAD und MANNFRED MANN’S EARTHBAND unter Vertrag standen, endgültig die Lichter aus. Manager und Besitzer Gerry Bron hatte sich mit seiner nebenher betriebenen Fluglinie hoffnungslos verspekuliert und mußte Konkurs anmelden. Erstmals in ihrer Karriere standen URIAH HEEP ohne Plattenvertrag da.

1983 / 1984 überbrückte URIAH HEEP die vertragslose Zeit mit global ausgedehnten Konzerttourneen. Welt-Tournee ist bei URIAH HEEP wörtlich zu nehmen. Die britische Hardrocklegende beehrte nicht nur zahlreiche Länder in Europa (u.a. auch in Griechenland, Bulgarien und Ungarn), sondern agierte wirklich weltweit: USA, Kanada, Israel, Indonesien, Indien, Malaysia, Hong Kong, Japan, Australien, Neuseeland. Zahlreiche Musikfans erlebten damals URIAH HEEP, so trat man teilweise vor mehr als 10.000 Zuhörern auf. Speziell in Übersee tourte man mit den angesagten Hardrock & Metal-Acts der Szene: ZZ TOP, JUDAS PRIEST, DEF LEPPARD, RUSH.

1985 gelang es UH, beim Major-Label CBS/Portrait anzuheuern. Zum 15jährigen Band-Jubiläum war der Weg für das 16. Studio-Album „EQUATOR“ frei. Leider klang das Werk unter der Regie des renommierten TONY PLATT am Ende doch arg überproduziert. Mit Ausfällen wie „Party Time“, „Skools Burnin’“ oder „Angel“ orientierte man sich viel zu sehr am amerikanischen Markt. Dagegen standen der gewöhnungsbedürftige, aber ausgefeilte Opener „Rockarama“, mit brillantem Satzgesang versehen, die kunstvoll aufgebaute Ballade „Poor Little Rich Girl“ mit wundervollem, melancholischen Keyboard-Intro von John Sinclair sowie der melodisch sehr eingängige Refrain-Song „Heartache City“ und das kompromißlose Bombast-Stück „Night Of The Wolf“. Der Promotion-Support für UH erwies sich auch auf dieser Welt-Tournee als erbärmlich.
Shouter Peter Goalby bezahlte den permanenten Konzert-Streß – bis zu 16 Gigs en suite ohne Day-Off! – mit dem Fast-Verlust seiner Stimme. Erschöpft und frustriert stieg Goalby im Oktober ’85 aus, im Februar 1986 verließ auch Sinclair die Band. Der Keyboarder nahm ein lukratives Angebot von Metal-Ikone Ozzy Osbourne an. Der Plattenvertrag mit CBS/Portrait entpuppte sich letztlich als Eintagsfliege. In einer wahren Flut von Neuveröffentlichungen und inmitten von Heerscharen aufstrebender NWOBHM-Bands konnten sich URIAH HEEP kommerziell wie künstlerisch nicht mehr behaupten. Der auf „EQUATOR“ dargebotene, fragwürdige Mix aus bodenständigem Hardrock und misslungenen AOR-Songs entfernte die Band von der früheren Fan-Basis – ohne neue hinzuzugewinnen.

Wieder mußte sich Mick Box auf die Suche nach einer neuen Formation begeben. Es begann eine Periode kommerzieller Dürre, die man retrospektiv als ‘the wilderness years’ bezeichnen sollte. Diese Zeitspanne umfaßte 10 Jahre, in der die Band, weil teilweise ohne festen Plattenvertrag, nur noch sporadisch Alben veröffentlichte. Mit geschäftlichen, personellen und künstlerischen Umstrukturierungen konfrontiert, gelang es URIAH HEEP
aber in kleinen Schritten, ihre Position nach und nach wieder aufzubauen und neu zu definieren.

Box konnte noch 1986 den ehemaligen GRAND PRIX-Keyboarder PHIL LANZON von THE SWEET abwerben. Ein Glücksgriff, wie sich noch erweisen sollte. Mit STEVEN FONTAINE fand man zwar einen stimmlich geeigneten Sänger, schaßte diesen aber wegen mangelhafter Zuverlässigkeit gleich nach der USA/Kanada-Tour 1986. Kurze Zeit später, im Frühjahr 1987, präsentierte man den neuen und nunmehr schon 6. Frontmann in der Bandgeschichte, den Kanadier BERNIE SHAW, dessen Karrierestationen am Mikro zuvor GRAND PRIX, PRAYING MANTIS und STRATUS hießen. Mit der bewährten Rhythmus-Sektion Kerslake/Bolder und den beiden Neuverpflichtungen Lanzon/Shaw fand Alchemist Box das ‘chemical wedding’. Es kristallisierte sich das bis heute, Jahr 2002, gültige Line Up heraus. Der Weg aus den Nischen der Provinz zurück ins Rampenlicht erwies sich als überaus hart, lang, steinig und dornig.

URIAH HEEP präsentierten ihr neues Line Up mit den Zugängen Phil Lanzon und Bernie Shaw erstmalig in Deutschland am 20.03.1987 in der Zeppelinhalle in Kaufbeuren.

Im Dezember 1987 setzte die neue Besetzung völlig überraschend für alle Zeiten einen monumentalen Meilenstein in den Olymp der Rock-Historie. Erstmals gelang es einer westlichen Rock-Band, dank ‘Perestroika’ und ‘Glasnost’ von Präsident MICHAIL GORBATSCHOW, ein Einreisevisum in die damalige, noch kommunistisch-zentralistisch regierte U.D.S.S.R zu ergattern. Das Resultat – 10 ausverkaufte Show vor insgesamt 180.000 enthusiastischen Zeitzeugen in Moskau – wurde auf dem 1988 erschienenen Album „LIVE IN MOSCOW – Cam B Mockbe“ (neuer Labelvertrag: Legacy/Intercord) dokumentiert, zudem präsentierte man darauf 3 brandneue Songs. URIAH HEEP besaßen in den osteuropäischen Ländern seit jeher Kult-Status. Mit dieser Pioniertat öffnete man den damals noch existierenden ‘Eisernen Vorhang’ für zahllose nachfolgende Acts wie den SCORPIONS, ASIA, BON JOVI usw.

Seit Ken Hensley’s Abschied 1980 (sein letzter Auftritt mit URIAH HEEP war seinerzeit in Portugal anlässlich der 10jährigen Jubiläums-Welttournee von „CONQUEST“) erklang „Lady In Black“ nie mehr live. Beim 10. Pforzheimer ‚Christmas Festival’ am 23.12.1988 sang Bernie Shaw erstmals diesen bis heute kommerziell erfolgreichsten URIAH HEEP-Hit in einem Konzert. Ab sofort war die ‚Schwarze Lady’ somit wieder fester Bestandteil im Live-Repertoire von URIAH HEEP.

1989 veröffentlichte man mit der reformierten Mannschaft das erste Studioalbum „RAGING SILENCE“ – die 17. offizielle UH-Einspielung. Das insgesamt gelungene Werk bietet streckenweise zeitgemäßeren Sound („Voice On My TV“), klassische Heep-Klänge („Cry Freedom“), Rock ‘n’ Roll pur („Rich Kid“) und gleich 3 Coverversionen („Hold Your Head Up“, „Lifeline“ und „When The War Is Over“). An frühere Verkaufszahlen der Byron- oder Lawton-Ära war aber schon lange nicht mehr zu denken.

Selbstredend tourten URIAH HEEP auch 1990 zum 20jährigen Bandjubiläum um die Welt, es erschien der Sampler „STILL ‘EAVY, STILL PROUD – TWO DECADES OF URIAH HEEP“. In Deutschland wurde die Geburtstags-Tour mit dem Slogan „Lady In Black – 20 Jahre Uriah Heep“ beworben. Im Juni/Juli standen die USA auf dem Tournee-Programm. Am 11. Juni 1990 sprang Ken Hensley in St. Louis zu einer kleinen Jam-Session auf die Bühne, um mit Mick Box und seinen derzeitigen Kollegen von URIAH HEEP „The Wizard“ zu intonieren.

1991 entstand – unter schwierigen Bedingungen – mit „DIFFERENT WORLD“ das schwächste Album der ganzen Bandgeschichte, keine Platte von URIAH HEEP war je schlechter produziert. Mit Ausnahme des ausgezeichneten, harten Eröffnungs-Tracks „Blood On Stone“, dem hitverdächtigen Titelstück „Different World“ und dem hervorragenden Song „Cross That Line“ gelangen nur abgedroschene Versatzstücke.
Drucklos produzierter, US-beeinflußter und belangloser AOR-Sound und simpel und einfach einfallslose Kompositionen langweilten auch die abgebrühtesten Aficionados. Man war wiederum in einer kreativen Krise, mehr noch, in einer Sackgasse angelangt. Viele der übriggebliebenen Fans bezweifelten, ob UH jemals wieder ein rundum gelungenes Werk präsentieren würden.

Trotz der künstlerischen wie kommerziellen Pleite von „DIFFERENT WORLD“ präsentierten sich URIAH HEEP ‘live’ stets als eine der besten Hardrock-Formationen der Welt. 4 Jahre lang tourte die Band auch ohne Deal um den Globus. Das Live-Repertoire wurde 1993 mit folgenden Klassikern aufgefrischt: „Circle Of Hands“ – „Rainbow Demon“ – „Sweet Lorraine“ – „Rain“ – Devil’s Daughter“.

1995 gelang mit neuem Plattenvertrag (CBH/SPV) und neuem Opus – „SEA OF LIGHT“ – im Studio Brackel in Deutschland aufgenommen, ein künstlerisch phänomenales Comeback. Von KALLE TRAPP in glasklaren Klängen produziert, liefen die schon totgesagten URIAH HEEP wieder zu absoluter Höchstform auf. Die Musiker schufen mit diesem Gala-Werk, welches erstmals seit 1972 mit einem Cover-Motiv von Roger Dean gestaltet wurde, eine meisterhafte Synthese von den 70er zu den 90er Jahren, ohne einen Funken altbacken zu wirken. Sowohl das Songwriter-Duo Lanzon/Box als auch Trevor Bolder erwiesen sich in Topform, Sänger Bernie Shaw präsentierte sich optimal disponiert.
Titel wie „Against The Odds“, „Time Of Revelation“, „Mistress Of All Time“, „Universal Wheels“, „Fires Of Hell“, „Words In The Distance“, „Love In Silence“, „Logical Progression“ oder „Dream On“ sind allesamt kompakte, hochkarätige Kompositionen. Die textliche Verflachung der 80er Jahre ist gewichen und wird dank der gewonnenen Reife von Box, Lanzon und Bolder mit Lyrics mit spirituellem Einschlag, Poesie und Fantasy aufgewertet.
Die Songs geben aussagekräftige, philosophisch gewandete Ansichten über einschneidende, globale Veränderungen, dramatische Ereignisse im speziellen und über Mutter Erde im allgemeinen wieder. URIAH HEEP geben sich fortschrittlicher als viele Kritiker und Zyniker in ihrer arroganten Oberflächlichkeit zugeben wollen. Mit „SEA OF LIGHT“ konnte man bei zahlreichen ‘altgedienten’ Fans viel vom verspielten Kredit zurückgewinnen. Jedes Livekonzert in der Besetzung Shaw (wegen eines Eingriffs an den Stimmbändern wurde er vorübergehend von John Lawton bei der Südafrika-Tournee mit DEEP PURPLE vertreten) / Box / Lanzon / Kerslake / Bolder wurde zur Demonstration spielfreudig dargebotener Rockmusik. Davon zeugt auch das bereits 1994 in Köln ‘live’
mitgeschnittene Werk „SPELLBINDER“, welches jedoch erst 1996 – nach „SEA OF LIGHT“ – veröffentlicht werden sollte. Auch wenn erneut ein Label-Wechsel anstand, ‘the wilderness years’ galten als beendet.

1996 erschien von Castle Communications die 4teilige CD-Box „A TIME OF REVELATION“ mit remasterten und einigen erstveröffentlichten Songs. Außerdem brachte das gleiche Label den kompletten URIAH HEEP-Back-Katalog im digital remasterten Klangbild auf den Markt. Bonus-Tracks unveröffentlichter Songs / alternativ eingespielter Fassungen, ein ausführliches Booklet mit akribisch kommentierter Bandbiographie vom
Remaster persönlich, ROB M. CORICH sowie Liner Notes von Ken Hensley und/oder Mick Box weisen diese würdige Retrospektive als absoluten Pflichtkauf aus. Corich gelang es meisterhaft, die alten Einspielungen klanglich transpartent aufzupolieren, ohne das Flair, den Geist und die Atmosphäre der ‚historischen’ Aufnahmen auch nur in irgendeiner Weise abzuflachen oder zu beeinträchtigen.

1998 unterzeichneten URIAH HEEP einen neuen Plattenvertrag bei Eagle Records und verpflichteten für ihr sage und schreibe 20. Studioalbum den arrivierten Produzenten PIP WILLIAMS. Das Ergebnis hieß „SONIC ORIGAMI“. Dieser abstrakt klingende Titel ist ein Wortspiel und bedeutet soviel wie das ‘Falten von Klängen’. UH präsentierten sich hier ungewöhnlich modern im Sound, mit einer sehr ausgefeilten Produktion. „SONIC
ORIGAMI“ fällt insgesamt unerwartet balladesk aus, mit viel akustischer Gitarre und bietet Kompositionen mit Tiefgang. Sicher ein Werk, das sich erst nach mehrmaligem Hören erschließt, teilweise auch mit kommerziellerem Touch versehen als das Vorgängeralbum.
Manche Fans monierten, daß das Werk nicht hart genug ausgefallen sei, aber man sollte bedenken, daß URIAH HEEP immer ‘Yin’ und ‘Yang’ in ihrer Klang-Seele atmeten. Diese wunderbare, große Band entwickelt aus den von der Klassik stammenden, dynamischen Regularien ‘hart/soft’ und ‘langsam/schnell’ ihre kontrastreichen Kompositionen, welche einfache Akkorde abwechselnd mit komplexeren Strukturen und ‘abgefahrenen’ Breaks
verknüpft. Dies ist auf „SONIC ORIGAMI“ nachvollziehbar dokumentiert. Der mystisch-bombastische Opener „Between Two Worlds“ fasziniert den Hörer mit heep-typischen Trademarks: harte, repetitive Hammond-Akkorde untermalen die expressive Gitarrenarbeit und den Lead- und Satzgesang. Mit „The Golden Palace“ gelingt
Box/Lanzon eine tiefgehende, klassisch inspirierte Bombast-Ballade, von Phil Lanzon kunstvoll mit Streichern arrangiert. „Question“ philosophiert geistreich über den Sinn des Lebens und „Shelter From The Rain“ erzählt bluesgetönt eine wehmütige Liebesgeschichte, während „Only The Young“ über die Zeitlosigkeit der wirklichen Jugend referiert. „I Hear Voices“ experimentiert interessant mit Stimm- und Soundverfremdungen, „Feels Like“ und „In The Moment“ demonstrieren die melodische, „Heartless Land“ die balladeske Seite der Band. Die ‚gefalteten Klänge’ sorgen noch immer für Gesprächs- und Diskussionsstoff. Die künstlerische Qualität von „SONIC ORIGAMI“ blieb bei den Fans bis zum heutigen Tage ähnlich umstritten wie seinerzeit das Album „CONQUEST“. Die Urteile reichen von euphorischer Begeisterung bis hin zu Totalausfall.

Die Promotion zu „SONIC ORIGAMI“ indes geriet eindeutig zum Desaster. Das Label Eagle Records versagte auf ganzer Linie. In Deutschland erschien in der einschlägigen Fachpresse keine einzige Print-Anzeige für das neue Album, die fest gebuchte große Nordamerika-Tournee 1999 wurde vollständig gecancelt, die Zusammenarbeit mit Eagle Records / Spitfire Records sowie dem amerikanischen Tour-Manager DONNIE FRIZZELL vorzeitig beendet. Der verweigerte Support dieser inkompetenten Vertragspartner bedeutete für die Band einen schweren Imageschaden mit gravierenden finanziellen Einbußen.

Es dauerte bis Jahresende 1999, bis sich URIAH HEEP – von diversen Live-Auftritten bei relativ unbedeutenden Festivals abgesehen – von diesem Schock erholten. Die Rock-Saurier glänzten in Deutschland mit einem neueinstudierten Live-Set in ungewohnt langer Spielweise (in 125 Minuten wurden 21 Songs geboten). Der Sound wurde in den Städten, in welchen live mitgeschnitten wurde, von Pip Williams vor Ort exzellent präpariert. Die Live-Dokumente von München (Nachtwerk), Aschaffenburg und Nürnberg bedeuteten zugleich den Einstieg von URIAH HEEP in die multimediale Welt der Gegenwart – als DVD (+VHS-Video) wurde „URIAH HEEP – THE LEGEND CONTINUES“ im November 2000 veröffentlicht und als Vor-Premiere in ausgesuchten Kino’s (London und Hamburg) in Anwesenheit der Band vorgestellt. Als Live-Mitschnitt erschien zudem die CD „FUTURE ECHOES OF THE PAST“ im Jahr 2001. Neue Wege beschritt die Band auch in der Art der Distribution – aufgrund der miserablen Erfahrungen mit Eagle Records publiziert UH diese neuen Aufnahmen im Eigenvertrieb, man setzt auf Direktmarketing und Verkauf über das Internet.

“Heep-Convention 2000”: Das ‚Corrib Rest’ in London war am 6./7. Mai 2000 das Mekka von über 350 weltweit angereisten URIAH HEEP-Fans aus Japan, Israel, Russland, Sibirien, Brasilien. Vom europäischen Kontinent waren neben den Einheimischen besonders die skandinavischen Länder sowie eine regelrechte Invasion des seit 1984
bestehenden deutschen Fan-Clubs STAY ON TOP sehr stark vertreten. Während die aktuelle URIAH HEEP-Formation durch Abwesenheit glänzte und in Dänemark kleinere Club-Auftritte absolvierte, versetzten die früheren Band-Mitglieder Ken Hensley, Paul Newton und John Lawton (unterstützt von Musikern seiner Band GUNHILL) die anwesenden Maniacs in einen wahren Begeisterungstaumel – eine neue Formation war geboren: THE HENSLEY / LAWTON BAND. Ein Jahr später erschien die Dokumentation dieses Abends auf CD: „THE RETURN“.

Zum Jahresende traten URIAH HEEP doch noch in angemessener Weise ins Scheinwerferlicht. Am 9. Dezember 2000 fand in London im altehrwürdigen ‚Mermaid Theatre’ ein denkwürdiger ‚unplugged’-Abend statt. Die Zuhörer kamen in den Genuß zahlreicher, seit Jahren nicht mehr oder überhaupt noch nie live gespielter Songs.
Klassiker aus der Byron-Zeit wie „Why Did You Go“, „The Easy Road“ oder „Wonderworld“ sang Bernie Shaw ebenso gut wie „Come Back To Me“ aus der Lawton-Ära. Mit einem kleinen, feinen Orchester (Streicher mit Violine/Viola/Cello sowie Flöte und Background-Sängerinnen) wurden natürlich auch Songs aus den bereits mit Lanzon/Shaw eingespielten Alben „RAGING SILENCE“, „DIFFERENT WORLD“ und „SONIC ORIGAMI“ interpretiert. Als ‚special guest’ trat der geniale Flötist Ian Anderson von JETHRO TULL auf. „ACOUSTICALLY DRIVEN“ wurde multimedial (DVD/CD/VHS) ausgewertet und im Frühjahr 2001 erneut im Eigenvertrieb veröffentlicht.

URIAH HEEP ‚unplugged’ war der Auftakt für eine ganze Reihe weiterer ‚Events’, die künftig noch folgen werden – die Fäden hinter den Kulissen derartiger Aktionen zieht der schottische Multi-Millionär und bekennende URIAH HEEP-Fan Bob Carruthers von Cromwell Productions.

URIAH HEEP tourten im März/April 2001 durch England (mit NAZARETH) und durch ihre zweite Heimat Deutschland (mit der reformierten amerikanischen Mainstream-Legende SURVIVOR). Von der erfolgreichen, total ausverkauften (2.500 Zuhörer) Show im Londoner Astoria am 9. März 2001 erschien abemals ein Live-Mitschnitt: „ELECTRICALLY DRIVEN“. Erneut war Ian Anderson der Star-Gast.

Am 12. Mai 2001 präsentierte der deutsche URIAH HEEP-Fanclub STAY ON TOP auf Initiation und Organisation von Oliver Lange, Carsten Syllwasschy und Stefan Richelsen in der Markthalle Hamburg einen großartigen Event mit der Musik von URIAH HEEP. Zuerst trat die Formation EASY LIVIN´auf, die deutsche URIAH HEEP-Coverband mit Michael Keuter (voc), Henjo Richter (org), Thommy Eyck (guit), Frank Hellmuth (bass) und Markus Corby (drums). Danach gelangte die legendäre Suite „Salisbury“ zur Live-Welturaufführung mit Orchester. Das Arrangement wurde von Renate Publig neu orchestriert, sie leitete und dirigierte auch das eigens dafür engagierte Orchester THE BRASS `N` WOOD GIANTS.
Den UH-Klassiker interpretierten – einmalig nur an diesem Abend – Ken Hensley und Henjo Richter (GAMMA RAY) an der Orgel/Keyboards, Thommy Eyck an der Gitarre, Frank Hellmuth am Bass und Markus Corby an den Drums. John Lawton war der Sänger.
Es wurde ein triumphaler Erfolg für alle Beteiligten, die mit 800 Leuten ausverkaufte Markthalle Hamburg stand Kopf! Nach der Aufführung dieses Werkes von 1970 stand von URIAH HEEP auch noch „Circle Of Hands“ auf dem Programm. Hier übernahm Michael Keuter die Vocals. ‚Special guest’ am Bass: Markus Grosskopf von der deutschen Metal-Legende HELLOWEEN. Danach gab es ein fantastisches Konzert der HENSLEY/LAWTON BAND (mit Reuben Kane/Gitarre, Steve Dunning/Bass und Justin Shefford/Drums). Zum Abschluß jamten alle Anwesenden inclusive Dirigentin samt Orchester Hensley’s weltberühmte „Lady In Black“. Unmittelbar nach diesem Auftritt endete die nur kurze Zusammenarbeit von Ken Hensley und John Lawton. Hensley gründete eine eigene Band und trat erstmals beim Sweden Rock Festival (8/9 Juni 2001) in Sölvesborg/Schweden auf. John Lawton gibt wieder Konzerte mit den Musikern von GUNHILL, tritt nun aber mit dem Namen THE JOHN LAWTON BAND auf.

URIAH HEEP dagegen fanden Beachtung beim bestens organisierten Open Air-Festival BANG YOUR HEAD!!! in Balingen (bei Tübingen). 2 Tage (29./30.06.) wurde die Hardrock & Metal-Zunft mit einer gewaltigen Party auf der Riesen-Bühne abgefeiert. Unter dem Motto ‚2001 – Odyssey In Metal’ (sehr frei nach Stanley Kubrick’s legendärem SF-Klassiker „2001 – A Space Odyssey“ von 1968) behaupteten sich Bernie Shaw, Mick Box, Trevor Bolder, Phil Lanzon und Lee Kerslake mit Bravour inmitten exzellenter Bands wie JUDAS PRIEST, STRATOVARIUS, AXEL RUDI PELL oder einschlägiger Showgrößen a’ la DEE SNIDER.

In zwei Teilen absolvierten URIAH HEEP 2001 nach langer Abwesenheit eine sehr ausführliche und erfolgreiche USA-Tournee und gastierten zum Jahresende erneut in Europa.

Neu auf den Markt kam ein bemerkenswertes 2 CD-Set mit dem Titel „REMASTERS URIAH HEEP – THE OFFICIAL ANTHOLOGY“ heraus, ebenfalls mit einem großartigen, sehr futuristischen Cover von Roger Dean versehen. Besonderheit: Alle Titel aus der Byron-, Lawton- und Hensley-Ära wurden vom bestehenden Line Up gänzlich neu eingespielt, als Produzent fungierte wiederum Pip Williams. Disc 1 bietet die Klassiker aus den Jahren 1970 – 1973. Disc 2 offeriert Songs von 1974 – 2001, wobei allerdings Musik aus der Ära Peter Goalby / John Sloman völlig fehlt.

Im Dezember 2001 gab es weltweit Aktivitäten um und mit URIAH HEEP.

In Tokyo fand am 1. Dezember unter dem Motto „CIRCLE OF HANDS“ eine japanische ‚Heep-Convention’ statt.

Zu einer Sensation in der History of URIAH HEEP geriet das Wochende vom 6.-8. Dezember in London. URIAH HEEP’s Music, Artists & Merchandise standen im Mittelpunkt eines 3tägigen Veranstaltungsmarathons. Live gab es Auftritte von THE JOHN LAWTON BAND, URIAH HEEP und KEN HENSLEY/JOHN WETTON. Höhepunkt war der
gemeinsame Auftritt von URIAH HEEP mit Ken Hensley at ‚The Shepherds Bush Empire’: „THE MAGICIAN’S BIRTHDAY PARTY“. Hensley spielte als ‚special guest’ mit der jetzigen Besetzung von URIAH HEEP live, auch der Byron-Nachfolger John Lawton war mit von der Partie. Besonders hervorstechend waren unter den vielen Höhepunkten die vocalen Duette von John Lawton mit Bernie Shaw bei „Sympathy“ und „Free ‘n’ Easy“ sowie die Live-Aufführung des mottogebenden Events, „The Magician’s Birthday“. Der Titel-Track des gleichnamigen 1972-Albums wurde erstmals wieder seit fast 2 Jahrzehnten live präsentiert, es handelt sich dabei ohnehin um eines der besten URIAH HEEP-Werke. Den Höhepunkt dieser Mini-Rock-Oper bildet die final ausschweifend-hysterische Gitarren/Orgel-‚Schlacht’, welche akustisch-theatralisch den Kampf von ‚Gut’ gegen ‚Böse’ symbolisiert. Das Auditorium tobte ob der Live-Präsentation dieses Stückes. Mit Ken Hensley und Phil
Lanzon standen an diesem Abend 25 Jahre Keyboard-Geschichte URIAH HEEP gemeinsam auf der Bühne.

An dieser Stelle ergeht noch der Hinweis, daß alle neuen Veröffentlichungen von URIAH HEEP, die seit „SONIC ORIGAMI“ erschienen sind, nicht mehr nur teuer und exclusiv über das Internet, sondern ganz regulär über das Label Classic Rock Legends im Plattenladen zu beziehen sind. Ebenfalls bei CRL erschien Anfang 2002 die neue Solo-Scheibe von Ken Hensley: „RUNNING BLIND“.

Mit einer Textpassage aus „Between Two Worlds“ möchte ich schließen – denn zwischen zwei Welten, dem Weg des Ruhmes und des tiefen Falles – sind URIAH HEEP stets gewandert. Entscheidend war, daß Mick Box die Glut des verglimmenden Feuers immer wieder neu schüren und entfachen konnte – „…the burning fountain of time … of time … of tiiiiiiiiiiime!!!“. Es bleibt zu hoffen, daß die ‘brennende Fontäne der Zeit’ ihre Funken voller Geist und Energie auch im gerade begonnenen neuen Millenium in den ‘Rock-Globus’ zu versprühen vermag!


– Biografie „AGAINST THE ODDS – A History Of Uriah Heep“: Original-Autorenbeitrag von CHRISTOF MALLET –
Veröffentlichung in ECLIPSED (For Real Good Rock Music) Nr. 41 (Cover Story) und 42 / 2002