Fanclub STAY ON TOP

„1984 – 2004“ 20 Jahre Fanclub STAY ON TOP von Christof Mallet
Als die Gründung von STAY ON TOP im Jahre 1984 anstand, da herrschten einige arg karge Heep-Jahre, beinahe so trocken wie es bedeutungsschwanger das wunderbar surreal gestaltete Wüsten-Motiv samt unheilvoll hechelnder Gift-Echse (Illustrator: Peter Goodfellow) des HEAD FIRST Albums suggerierte.
„Once upon a time in the desert“ hätte dieses 15. Studio-Album von Uriah Heep genauso gut heißen können, in Anspielung an Sergio Leones’s legendären Italo-Western „Once upon a time in the west“ (dt: „Spiel mir das Lied vom Tod“), der 1968 in Teilen auch tatsächlich on location, d. h. im Monument Valley/Arizona gedreht wurde.

 

Unheimlich wirkt auch das Schafott am Horizont der Wüste – so, als ob die Guillotine einsatzbereit mit dem Uriah-Heep-Fallbeil auf den ersten unvorsichtigen Wanderer wartet… um gnadenlos den Befehl „head first“ zu exekutieren. In unserem Fall bedeutet das also: wenn Du Dich jemals von der Musik Uriah Heep’s abwendest und leichtfertig aus dem Stay On Top Fanclub austrittst, dann weißt Du, was Du zu erwarten hast… 🙂

Analysiert man die Lage, wie sie 1984 war, so recherchiert man die prekäre Lage, dass das UH-Label der ersten Stunde Bronze Records (seit 1970) pleite war, ein neues Heep-Album weit und breit nicht in Sicht war, die NWOBHM (New Wave Of British Heavy Metal) lärm- und verkaufsmäßig alles platt machte (auch wenn Heep zugleich mit „ABOMINOG“ 81/82 eindeutig auf den Trendzug sprangen!) und die verdienten ‚Dino‘-Bands in Schwierigkeiten brachte. Dies änderte sich spätestens 1984 mit dem triumphalen Comback von DEEP PURPLE und „PERFECT STRANGERS“. 

Die Live-Tourneen von Uriah Heep hielten eine gewissen Präsenz aufrecht, oft spielte man aber gerade mal vor mehr als 150 Leuten. Oder auf einem Acker in Indien vor 7.000 Hörern. Das Management ‚tötete‘ die Stimme von Peter Goalby durch permanente Überanstrengung, da zwischen mehr als einem Duzend Konzerten kein Day Off dazwischen war. Kriminell! So oder so – es gab keine Mitte, die Realität war in Extremen angesiedelt!

Immerhin, einige wenige Kämpfer fanden sich zu Zeiten von HEAD FIRST in einem Münchener Garten tatsächlich zusammen – STAY ON TOP hieß die Vereinigung, welche die handvoll „Weekend Warriors“ am 5. April 1984 gründete.
TIMES hieß die Publikation dieser Illuminaten, welche ‚aus den Helden der ersten Stunde‘ Stefan Pawlata, Mirek Morkes, Michael Brunner, Roland Lergetporer und Bernd Pleis bestand. Nein, von einem Magazin konnte man mit einem mickrigen, zusammengefalzten A4-Blättchen damals natürlich nocht nicht sprechen. But it grows… Revolutionäre greifen zuerst auch zum Wort, verteilen dann ihre Pamphlete, um erst später ihre treuen, dann hörigen Vasallen mit Literatur in Lexikon-Größe zu manipulieren. Brainwashing nennt man das heute… Rädelsführer Bernd Pleis bewies sich als besonders hartnäckig.

Der Münchner wollte der Metal Szene 1984 ein klares Signal geben, dass deren Wurzeln eindeutig im Werk der Vorfahren liegen: DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, UFO, BLACK SABBATH, BLUE ÖYSTER CULT, URIAH HEEP… Problem dabei: zu viel Konkurrenz, Bronze Records nach HEAD FIRST offiziell Pleite, Band ohne Vertrag, Management stümperhaft. Laptop und das Internet – noch kein Thema.

Die ’neue‘ Medienwelt begann hingegen damals schon zu wachsen. 10 Rock- und Heavy Metal Mags buhlten alsbald um die Gunst der Hörer und Leser. Aber verdammt, kaum ein Magazin wollte etwas über Uriah Heep schreiben. Wie auch, 1984 keine Platte, 1986 keine Scheibe! Mick Box habe die Band aufgelöst und sei nach New Mexico als Rentner abgehauen (schrieb 1987 ein ‚Fachmagazin‘)… Mein Gott waren das triste Zeiten. Später gaben viele UH-Fans zu Protokoll, dass sie tatsächlich dachten, die ‚Einzigen‘ treu Verbliebenen der Heep-Welt zu sein. Revolutionär Pleis gab aber genauso wenig auf wie Mick Box anno 1981, als tatsächlich das Ende der Band drohte. Vergesst nicht Freunde, dass für die Existenz von SOT zu aller oberst 2 Maniacs verantwortlich zeichneten:

Mick Box und Bernd Pleis. Ohne deren Durchhaltewillen hätte es uns, als Fangemeinde, so nie gegeben und nicht wenige Freundschaften wären erst gar nicht entstanden – zumindest nicht bis zum Eintritt des für jeden zugänglichen Internet-Zeitalters ein rundes Dutzend Jahre später. Heep Aficionados & Maniacs dieser Welt, spendiert und baut ein Denkmal für Mick Box und Bernd Pleis!

Bernd, der immer schon ein Visionär war, warf seine PR-Angel mit Anzeigen-Schaltungen in Musikmagazinen aus, wie z. B. DESASTER, AARDSHOCK und MUSIK SZENE (die es alle schon lange nicht mehr gibt) und etwas später dann im neu gegründeten METAL HAMMER. Ein Mann aus Landshut (der Autor dieser Zeilen) biss an und teilte fortan alle Freuden und Leiden, die das Leben eines Heep-Fans so mit sich bringt. Schwarzgeärgert haben wir uns – über all den Schrott, der oft von sachkundigen Autoren und Redakteuren über UH geschrieben wurde.

Database Management war für viele Musikschreiber wohl ein Wort aus einer anderen Galaxie… Charles Hertzog, Stefan Eickhoff und Thomas Schaumburg brachten als SOT-Pioniere schon sehr früh ihr erstklassiges Wissen mit in den Club ein. Bernd hatte damals schon eine der größten Sammlungen mit UH-Material, die es im deutschsprachigen Raum gab. All dieses zusammengetragene Material – dort ein Schnipsel, da ein Zeitungsausschnitt, hier ein Musiker-Interview, dort eine Label-Nachfrage – halfen, das universelle Rätsel MONDO HEEP immer mehr zu entschlüsseln. Dutzende von noch folgenden Publikationen, Labels, Autoren & Buchschreiber nahmen aufgrund dieser Datenfülle Rat und Support von SOT an – oder traten gleich unserer Spezialisten-Organisation SOT bei!

Längst aktiv mit dabei – Anne Marek, Andreas Gaida, Lars Peper, Christopher ‚Doc‘ Höglmüller (der seine Laufbahn als Kassenwart der TIMES! später damit beendete, DM 400,– aus eigener Tasche zuzuschießen, um das notorische Finanz-Minus zu beenden. Ehre, wem ehre gebührt – dafür hat er einen Anspruch auf lebenslange TIMES-Rente = Gratis-Exemplar) u. v. m. Nie vergesse ich den Moment und die Euphorie, als am 20.03.1987 das neue Line Up von Uriah Heep erstmals in Deutschland aufttrat: in der Zeppelinhalle in Kaufbeuren, nebst der Bochumer Zeche ein Mekka für die Freunde härterer Klänge. Bernd, Mirek und ich waren mit der legendären Heep-Ente unterwegs, die dann auch nur wenig später Christopher Höglmüller als Eyecatcher wahrnahm! Freundschaften entstanden, die bis heute anhielten.

1987 war es auch, als ich eine TIMES-Ausgabe in der Arbeit (des renomierten Verlages Fa. Bruckmann KG, welcher 1904 den ersten weltweiten Vierfarb-Tiefdruck realisierte) illegal kopierte, weil Bernd diesbezüglich in Schwierigkeiten war (damals hatte ich mit der TIMES-Produktion noch rein gar nichts zu tun). Die Gefälligkeit meinem Freund und unseren Präsi Pleis gegenüber endete beinahe mit meiner fristlosen Kündigung, da nach einigen 100 kopierten Seiten der Kopierer seinen Geist aufgab und promt ein Mitglied der Geschäftsleitung ein Interview über mein Tun und Lassen „und überhaupt“ im Verlag begann.

Schweißgebadet und ohne Prügelstrafe überstand ich das Verhör, übergab Pleis die fast fertigen Hefte und fuhr mit den Nerven am Ende zitternd nach Hause…
Die Mitgliederzahlen stiegen langsam, aber stetig ebenso wie die Teilnehmerzahlen an den nahezu jährlich stattfindenden SOT-Meetings. Beachtlich – denn unser Fanclub wurde genauso totgesagt wie die Band Uriah Heep. Wir sind keine Dinosaurier – we are immortal. Aber das begreifen ‚die Gegner‘, ‚Neider‘ und ‚Ungläubigen‘ natürlich nicht…

In weniger als 10 Jahren durchbrach STAY ON TOP die Mitgliederzahl von 100! Mit Jürgen Scholz gewannen wir das dienstälteste Mitglied für STAY ON TOP dazu. Ein Mann, der Legende ist – hat er doch seit 1970 bis heute in 34 Jahren von jeder UH-Tournee mindestens 1 Konzert besucht! Sein Erfahrungsschatz prädestinierte ihn für seine eigene TIMES-Kolumne: „Gedanken zur Zeit“ (heute noch in jeder Ausgabe!).

Anfangs noch in Hand- und Kopierarbeit erstellt, wurde die TIMES! immer umfangreicher (50 – 80 Seiten), an liebevoll zusammengebastelte Klebe-Titel-Layouts von Mirek Morkes erinnere ich mich gerne. An Martin Klet, dem die ruhmreiche Aufgabe zuteil wurde, all die maschinengeschriebenen Manuskripte der Autoren in den PC zu hacken. Schließlich war Martin ‚modern‘ und hatte schon einen Computer…

Wie sich alles weiterentwickelte, die Ansprüche stiegen und die TIMES zu dem wurde, was sie heute ist, darüber könnt Ihr Euch als Mitglied von STAY ON TOP selber ein Bild machen und in mittlerweile über 40 TIMES Heften unzählige Geschichten und Anekdoten über und rund um Uriah Heep & Co nachlesen.

Wir freuen uns im übrigen immer noch über neue Mitglieder, die unserer kleinen, aber feinen Vereinigung beitreten wollen, denn schließlich haben wir alle nur ein gemeinsames Ziel, das da lautet:

KEEP THE HEEP FLAG HIGH !!!

2 Kommentare zu „Fanclub STAY ON TOP

  1. Sorry , weiß im Mom. nicht ,wie aktiv diese Seite noch ist. . . Kann nicht fassen , wie
    sang und klanglos diese Fan-seite verschwunden ist !!!! – Die Band ist so am Leben,
    wie seit Jahren nicht mehr. Ich , 61 Jahre alt , sauge nach wie vor alles auf , was
    dieses alles betrifft . – Wo gibt es noch eine deutsche Depandance, die auf dem
    laufenden ist ? Stay on Top ( mit der erschienenden HEEP – Biebel ) war immer
    noch ein Anker für zurückliegende Infos . – Mittlerweile kann man ja hier auch gar
    nichts mehr ziehen . Wer ist den hier noch einigermaßen „Stay on Top “ in Sachen
    HEEP ?

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