The Official Bootleg Vol.6 – Rezension von “burnyourears”

Bei Bootlegs scheiden sich oft die Geister. Die Einen schwören drauf, die Anderen lehnen sie wegen meist minderwertiger Soundqualitäten ab. Wenn die Qualität aber fast schon an offizielle Livealbenqualität heranreicht fragt man sich tatsächlich, was das dann noch mit einem Bootleg zu tun hat. Ich halte mich aus diesen Diskussionen gerne heraus. Solange mir der Mitschnitt gefällt, ist mir egal was auf der Verpackung steht.

roa2008Und der Mitschnitt des URIAH HEEP Gigs im Rahmen des 2008er Rock Of Ages Festival ist echt ein Burner. Von der Qualität bis zur Songauswahl treffen die Hard Rock Urgesteine voll ins Schwarze. Als sechster Teil der URIAH HEEP Bootleg Serie haben Bernie Shaw und Co. eine absolute Perle in der Hinterhand gehalten, denn eigentlich wurde diese Show als erste aufgezeichnet.
Da man auf Festivals ja eher ein reines Best Of Programm erwartet, ist es schon überraschend, dass vom damals gerade erschienen „Wake The Sleeper“ Output drei Songs in die Setlist integriert wurden. Die Fans beim Rock Of Ages feiern aber alle Songs mächtig ab, und die Livestimmung kommt super rüber. Das Sänger Bernie Shaw bei seinen Ansagen immer wieder einige Brocken Deutsch unters Volk haut, freut die Fans und hebt zusätzlich die Stimmung.

Das Line Up setzt sich aus Bernie Shaw (vocals), Mick Box (guitars), Phil Lanzon (Hammond), Russell Gilbrook (drums) und Trevor Bolden (bass) zusammen. Insider dürften jetzt aufmerken, denn Trevor Bolden verstarb im Mai 2013 und somit dürfte Vol.6 eines der letzten Tondokumente der Band mit Trevor darstellen. Schön, dass es dann ein so gutes geworden ist. Auch wenn die Band in meinen Ohren nie ein wirklich schlechtes Album eingespielt hat, sind für mich auf URIAH HEEP Konzerten natürlich die alten Hits immer die Highlights.
Und so hauen mich auch „Free Me“, das über 10 Minuten lange „July Morning“, „Gypsy“, „Lady In Black“ (unter Mithilfe des absolut steil gehenden Publikums), „Easy Livin'“ und „Wizard“ besonders um. Dieser unvergleichliche Hammond Orgel Sound ist heutzutage so selten geworden, dass ich fast vergessen habe wie warm und aufregend das klingt. In dem Zusammenhang kann man URIAH HEEP durchaus in einem Atemzug mit DEEP PURPLE nennen, auch wenn URIAH HEEP der große Erfolg ihrer Landsleute unter dem Strich immer verwehrt blieb. Für mich war das schon immer unverständlich.

Fazit: Die Hard URIAH HEEP Fans werden sich wohl eh alle Teile der Serie zulegen. Wer sich aber der Qual der Wahl stellt und sich nur einen Teil anschaffen möchte, ist alleine wegen der wirklich beeindruckenden Soundqualität mit „Official Bootleg Vol.6 – Live At Rock Of Ages Festival Germany“ bestens bedient. Die Band hört sich sehr spielfreudig und authentisch an, die Stimmung der Fans wurde perfekt eingefangen und die Songauswahl ist aufgrund der Tatsache, dass man nicht nur auf die alten Kracher baut extrem ausgewogen und interessant. Dieses fast 77 Minuten lange „Bootleg“ in Livealbumqualität darf eigentlich in keiner Hard Rock Sammlung fehlen.

Setlist:
Overload
Cry Freedom
Falling In Love
Words In The Distance
Tears Of The World
Between Two Worlds
The Wizard
Free Me
Shadow
Sunrise
Gypsy
July Morning
Easy Livin‘
Lady In Black

Quelle: burnyourears

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