Mick Box (Uriah Heep)„Das Internet hat alles vernichtet“ (/www.nachrichten.at)

Mit Klassikern wie „Lady in Black“ haben Uriah Heep den Hardrock miterfunden. Am Freitag eröffneten die Briten als Headliner des Clam Rock Festival den Festivalsommer 2012 auf der Burg. Leadgitarrist und einziges verbliebenes Gründungsmitglied Mick Box (65) im OÖNachrichten-Interview .

OÖNachrichten: Wie läuft die Tournee bis jetzt?
 
Mick Box: Exzellent. Es ist wahnsinnig schön zu sehen, wie viele junge Menschen zu unseren Shows kommen. Mit jedem Jahrzehnt das vergeht, bekommen wir junge Fans dazu, die sowohl auf unsere neuen Sachen als auch auf die Klassiker stehen.
 
OÖNachrichten: Apropos Klassiker: Wie schafft man es, Lieder wie „Lady in Black“ Abend für Abend und Jahr für Jahr auf der Bühne zu spielen, ohne abzustumpfen?
 
Mick Box: Das Publikum pumpt uns mit Energie voll. Wenn ich zum Beispiel das Riff von „Gypsy“ anstimme und du siehst tausende Arme in die Höhe schnellen, katapultiert dich das sofort auf ein anderes Level. Auch sind wir sehr stolz auf unsere Vergangenheit und sehen diese nicht als Bürde, so wie manch andere Band.
 
OÖNachrichten: Der Grund, warum so viele Klassiker auf der Setlist stehen?
 
Mick Box: Wir wissen nun mal, dass viele Leute zu unseren Gigs kommen, um die Klassiker zu hören. Darum werden die Fan-Favoriten immer auf der Setlist stehen. Dazwischen streuen wir aber jeden Abend auch Stücke des aktuellen Line-Ups ein und so manch vergessenen Song aus der Vergangenheit, den wir schon länger nicht gespielt haben.
 
OÖNachrichten: Live spielen – Ihr Lebenselixier?
 
Mick Box: Wir spüren heute noch die gleiche Leidenschaft für das, was wir tun, die wir schon immer hatten. Auf der Bühne zu stehen, das ist einfach das beste Gefühl der Welt. Ich liebe es, auf Tournee zu sein, das ist quasi meine zweite Natur. Live zu spielen ist heute wichtiger denn je für uns.
 
OÖNachrichten: Warum?
 
Mick Box: Das Internet hat so ziemlich alles vernichtet, was wir früher an Tantiemen und Verkäufen verdienten. Glücklicherweise verfügen wir über eine sehr loyale Fan-Basis, die uns in allen 55 Ländern, die wir auf der Tour besuchen, unterstützt.
 
OÖNachrichten: Uria Heep sind Stammgäste auf Burg Clam. Ein Ort mit spezieller Bedeutung für Sie?
 
Mick Box: Clam ist immer ein Riesenspaß zu spielen, unglaublich lässig. Das letzte Mal waren wir mit Kris Kristofferson und Whitesnake da. Das Publikum brennt genau so für die Musik wie wir. Eine super Kombination!
 
OÖNachrichten: 2011 erschien mit „Into The Wild“ das bis dato letzte Heep-Album. Wann kommt der Nachfolger?
 
Mick Box: Es wird definitiv ein weiteres Album geben. Im Frühjahr 2013 werden wir die Aufnahmen angehen, wenn diese so anstrengende wie aufregende Tour beendet ist.
 
OÖNachrichten: In der Zwischenzeit liefert die „Official Bootleg Series“ Nachschub für die Fans. Bootlegs, also illegale Live-Aufnahmen, legal zu vertreiben – was steckt hinter dieser Idee?
 
Mick Box: Es ist ein Geschenk an die Fans, in viel besserer Qualität als die tausenden von miesen Bootlegs, die von uns zirkulieren. Mittendrin in einem Heep-Konzert – dieses Gefühl sollen diese CDs auch denen vermitteln, die nicht vor Ort dabei sein konnten. Gerade ist Nummer fünf der Reihe, ein Mitschnitt aus Griechenland, erschienen.
 
OÖNachrichten: Sie touren seit Jahrzehnten um den Globus. Ihr wildester Backstage-Moment?
 
Mick Box: Da muss ich Sie auf meine Memoiren vertrösten, die hoffentlich irgendwann das Licht der Bücherwelt erblicken werden (lacht).

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