Uriah Heep Konzert am 08. Mai 2011 in Würzburg – Ein Bericht von Martin Böhmer

Uriah Heep Live in Unna 2011 - Foto von Ralf DregerDurch einen überraschenden Gewinn von 2 Konzert-Tickets erhielt ich die Möglichkeit, beim Uriah Heep – Konzert in Würzburg am 08. Mai 2011 dabei sein zu können. Vielen Dank noch mal an "Argo Konzerte", die mir das ermöglicht haben. Eines der Konzerte der aktuellen Tour hätte ich mit Sicherheit noch besucht. Aber so hatte ich das Glück, mein mittlerweile 8. Uriah Heep-Konzert gratis zu erleben. Die bisherigen Konzertberichte, über die ich gelesen hatte, waren durchweg positiv. Die Band sei in sehr guter Verfassung, waren die einhelligen Aussagen, die meine Vorfreude durchaus erhöhten. Zumal ich bereits im November 2009 auf einem "Klasse-Konzert" in Bad Arolsen war. Ein guter Freund von mir hat mich begleitet, so dass er ebenfalls in den Genuss der zweiten Konzertkarte kam. Die Entfernung war kein Problem. Innerhalb von zwei Stunden waren wir von meiner Haustür in Hann. Münden in Würzburg.

Würzburg ist eine schöne Stadt, aber die Posthalle, in der das Konzert veranstaltet wurde, sah auf den ersten Blick nicht sehr einladend aus. Zuerst dachte ich, wir seien am falschen Ort. Der Eingang sah aus wie der Lieferanteneingang einer verfallenen Fabrik. Kein Mensch vor der Halle. Eine Stunde vor dem Einlass war noch alles verschlossen. Der schäbige Seiteneingang war aber tatsächlich der Haupteingang ! Bald tauchte Security – Personal auf, das uns bestätigte, dass "alles gut sei"…
So nach und nach fanden sich dann auch immer mehr Leute vor der Halle ein. Nicht alle Anwesenden hatten wirklich Ahnung von der Band-Historie. Einige waren zum ersten Mal (!) auf einem Heep-Konzert und fragten, ob das noch die "Alten" seien oder eine Coverband. Dass ließ mich auf den Plan rufen und ich stellte in einem kurzem Abriss der Bandgeschichte klar, um was es sich hierbei handelt. Auch erklärte ich, dass langjährige Stammmitglieder dabei sind / waren. Und dass der "alte" Drummer Lee Kerslake leider ersetzt werden musste. Und der Bassist auch schon seit 1976 dabei sei. So war für diese Besucher vor der Halle die "Heep-Welt" wieder in Ordnung und sie äußerten sich sehr gespannt.
Sie wurden sicherlich nicht enttäuscht…

Im Innern der Halle war das übliche Sortiment aufgebaut. Catering und Merchandising. Die Halle war durch einen riesigen schwarzen Vorhang abgeteilt. Sie war eigentlich wesentlich größer, aber offenbar erwartete man nicht allzu viele Zuschauer. Dennoch war es eine passende Location. Wie immer bei Uriah Heep – Konzerten: Nett und klein…

Ich hätte das Glück, rechtzeitig in die Halle zu kommen und ergatterte mir einen Platz direkt vor der Bühnenabsperrung in der ersten Reihe. Klasse. Genau mittig vor der Bühne auf Tuchfühlung mit der Band. Hier bewegte ich mich auch nicht mehr weg. Die Halle füllte sich zuerst nur sehr langsam. Kurz vor Beginn erblickte ich aber hinter mir nur noch Köpfe. Es schien also rappelvoll geworden zu sein. Mein Freund, der mehr rechts hinten stand, bestätigte meine Einschätzung. Es waren ca. 700 – 800 Besucher anwesend. Wie auch in Bad Arolsen viele ältere Semester (so wie ich und älter  ). Erwähnenswert ist aber auch der große Anteil jüngerer Fans, die offenbar mehr von der neuen Besetzung wussten als die Älteren. Neben mir stand ein 27jähriger, der nach eigenen Aussagen auf jedes Konzert geht. Wir beide kamen sehr angeregt ins Gespräch. Seine (sehr junge hübsche) Freundin schien allerdings nicht so sehr der Fan zu sein. Was soll’s. Meine Gattin wollte ja auch nicht mit…

Pünktlich um 20:00 Uhr überkam uns alle in der Halle donnerndes Getöse. Der Bühnenhintergrund mit dem Motiv von „Into The Wild“ wurde hell angestrahlt. Nanu, keine Vorgruppe ? War ja eigentlich angekündigt. Tatsächlich ging es gleich auf’s Ganze !

„Meine“ Heeps betraten überraschenderweise bereits jetzt die Bühne. Die Halle erfüllte sich mit Jubeltönen und Beifall. Das Konzert begann gleich mit einem Power-Song von „Into The Wild“. Nämlich „I’m Ready“.

Es folgten „Return To Fantasy“ und „Stealin“. Ein sehr guter Anfang.
Das Publikum war außerordentlich gut drauf. Nicht im Ansatz die typische Zurückhaltung. Es wurde gleich mitgesungen, gerockt, getanzt, und es gab jede Menge Beifallsbekundungen nach jedem Solo oder anderen musikalischen Einlagen.

Besonders erwähnenswert war der absolut gute Sound. Jedes Instrument war deutlich wahrnehmbar und Bernie Shaw sang sich von Beginn an die Seele aus dem Leib. Keinerlei Schwächen, wie sonst am Beginn von Heep-Konzerten, beim Mixer. Die Band wird von Mal zu Mal besser, habe ich den Eindruck. Nicht zu fassen, wie die das schaffen, bei den vielen
weltweiten Konzerten. Russel Gilbrook trommelte wie ein Tier. Bestimmt nimmt er auf jedem Konzert 10 Kilo ab… Trevor Bolder spielte sich am Bass die Finger wund.

Im weiteren Verlauf wurde überraschenderweise „Trail Of Diamonds“ gespielt. Am Beginn, als der Song mit den ersten einschmeichelnden Orgeltönen und dem wummernden dezenten Drums angespielt wurde, ging ein „Raunen“ durch die Menge.
Viele kannten wohl schon diesen „Über – Song“.

Ich hatte wieder Mal das große Glück, einen Song, der bisher nicht auf der Playlist stand, dargeboten zu bekommen. Mick hatte leider 1 bis 2 Sekunden Probleme mit dem Gitarren-Amp. Gerade in der ruhigsten Phase mitten im Song gab es eine Rückkopplung. Mick war sichtlich gefrustet, aber das Publikum hielt zum Teil fairerweise die Daumen hoch.
Da grinste der gute Mick wieder ! Und er ließ sich auch den Rest des Abends die Laune nicht mehr verderben.

Alle fünf waren in hervorragender Stimmung. Auch das Publikum. Es verleitete Bernie Shaw zu der Aussage, dass er nicht glaube, dass heute Sonntag sei ! „Tun wir einfach alle so, als wäre es Freitag“, sagte er. Und er lachte. „It’s fantastic…“ war an diesem tollen Sonntagabend von Mick und Bernie des Öfteren zu hören.

Die Band spielte professionell und virtuos. Perlen wie „Rainbow Demon“ rundeten den Klasse-Songreigen ab. Das Lied kam durch die druckvollen Drums von Russel Gilbrook besser rüber als das Original. Auch „Look At Yourself“ lebte durch die Erweiterung am Schluss auf. Der Song wurde so gespielt wie auf dem Live-Album „Live At Kawasaki“.
Ein bluesähnlicher zweiteiliger Instrumental-Teil am Schluss, der sich immer schneller steigerte, mit einem sagenhaften Solo von Mick Box !

Eine der Zugaben war „Free ‘n‘ Easy“. Die Band holte einige Leute aus dem Publikum zum Headbangen und Luft-Gitarre spielen auf die Bühne. Es kamen ungeplant immer mehr Leute. Eigentlich hätte auch ich mitmachen können. Aber ich konnte die ungeplante Entwicklung nicht einschätzen und hielt mich zurück. Beim nächsten Mal mache ich auch mit…  Die Band mit bestimmt 10 oder 12 Menschen aus dem Publikum zelebrierten bei „Free ‘n‘ Easy“ eine Riesen-Party auf der Bühne. Inklusive Umarmungen, Foto-Shootings und herzlichen Sympathie – Bekundungen.
Einfach nur schön…

Und das war noch nicht alles. Easy Livin‘ und der Klassiker „Bird Of Prey“ (glockenklarer Chor) rundeten das tolle ausgiebige Konzert nach gut zwei Stunden ab.

Ich habe wenigstens wieder Mal ein Gitarrenplektrum von Mick ergattern können.
Schön abgewetzt und bespielt !

Am Schluss die Playlist:

I’m Ready
Return To Fantasy
Stealin‘
Rainbow Demon
Money Talks mit Drum-Solo
Nail On The Head
The Wizard
Into The Wild
Trail Of Diamonds
Gypsy
Look At Yourself mit Instrumental
Kiss Of Freedom
July Morning
Lady In Black

Zugaben:
Free n’ Easy
Easy Livin’
Bird Of Prey

Allen, die das Konzert noch vor sich haben, sei gesagt, es lohnt sich. Die Band ist in einer sehr guten Verfassung.

Gott weiß, wie sie das machen.
Viel Spaß !!!

Gruß
Martin Böhmer

2 Kommentare zu „Uriah Heep Konzert am 08. Mai 2011 in Würzburg – Ein Bericht von Martin Böhmer

  1. ich habe angeblich auch 2 Karten gewonnen, aber leider nie erhalten – steht heute immer
    noch unter Mainpost: Verlosungen – schade, wollte so gerne mal 1 Konzert von Uriah Heep besuchen – da mein Vater immer davon schwärmte!
    Sollte laut Mainpost die Karten mit der Post geschickt bekommen, doch nichts angekommen.

    1. Das kommt wohl vor. Bei sowas ist dann ja auch immer der Rechtsweg ausgeschlossen.
      Ich war im Heepkonzert, allerdings auch mit einer gekauften Eintrittskarte. War Klasse.

      Die Band ist in Topform.

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