URIAH HEEP – 30.4.10 in Amriswil (CH) – Review von Alex Burlet

An 5 verschiedenen Schweizer Orten machten Uriah Heep in der letzten Aprilwoche Station und zeigten ihr „Celebration“-Tourprogramm. Ich besuchte das Konzert letzte dieser Serie zusammen mit meinem Freund Martin, der Heep noch nie live gesehen hat. Bei mir war es nach dem verpassten Gig letztes Jahr in Arbon (zusammen mit Deep Purple) auch schon wieder etwas mehr als 2 Jahre her, damals am Heitere Open Air (zusammen mit Pegasus, In Extremo und Gotthard).

Im Vorprogramm standen zwei Gruppen. Effektiv spielte dann aber nur die deutsche Midnite Sky ihr Heavyrock-Programm rund eine Dreiviertelstunde. Die Musik dieser vierköpfigen Band gefiel mir gar nicht so schlecht, nur der Sänger lag nach meinen Gefühl stimmlich etwas zu hoch, was ihn in seinen Möglichkeiten zu einer besseren Gesangsdarbietung hinderte. Vom Tempo und Melodie her sicher eine recht gute Hardrockband, die vermutlich in Deutschland auch schon etwas bekannter ist.

Die Schweizer Gruppe Sterling wurde dann aus welchen Gründen auch immer nach Uriah Heep angekündigt. Frage mich, wer da noch geblieben ist. Wir beide jedenfalls nicht. Das Pentorama ist eine relativ neue Mehrzweckhalle in Amriswil (weniger als eine halbe Stunde von Konstanz entfernt) und dank seiner fünfeckigen Form vielseitig bestuhlbar. Zwei Bars waren im hinteren Bereich aufgebaut und in der etwas rückgezogenenen fünften Ecke waren auch Festbänke zum Sitzen/Konsumieren. Die schätzungsweise über 700 Zuschauer waren meist so um die Vierzig/Fünfzig, es gab aber auch jüngere Zuschauer.

So gegen 21.30 Uhr waren die Umbauarbeiten und die Instrumentenabstimmung beendet und unter blendendem Schweinwerferlicht schlichen sich Bernie, Mick, Phil, Russel und Trevor auf die Bühne. Der Wecker schrillte und es ging gleich mit Wake the Sleeper die Post ab. Es folgte einer meiner Lieblingstitel Return to Fantasy. Dann das erste ganz neue Stück Only Human, gefolgt von Book of Lies, dann ein starkes Bird of Prey und dem zweiten (für mich stärkeren) neuen Song Corridor of Madness. Dann Love in Silence mit dem noch immer Gänsehaut erzeugenden Mittelteil. Inzwischen hat der Mann am Mischpult die letzten Korrekturen vorgenommen, so dass Bernies Stimme sich nicht mehr überschlug. Dann wurde es etwas ruhiger, gefühlvoller mit Rain. Dann The Wizard, glaube ich noch gar nie live gehört zu haben (kann das sein???). Die Stimmung in der Halle war am kochen und mit Free Me wollte das Publikum natürlich gerne Mitsingen. Dann Sunrise, für mich noch immer einer der Klassiker überhaupt. Mike kündigt Free ’n‘ Easy als ersten Heavy Metal Song der Geschichte an und tatsächlich knallen sie das Stück in einem Tempo dahin, dass keiner ruhig stehen blieb. Gypsy wird sofort erkannt und die Band spielt mit zahlreichen Solopassagen auf ehe man nochmals ein Song von WTS Angel Walk with You spielt. Den vorläufigen Abschluss macht July Morning, für mich an diesen Abend (einmal mehr) das Überflieger-Stück. Was hier an Krafteinlagen, anders kann ich es gar nicht ausdrücken, geboten wurde ist wohl einmalig. Jedesmal flippe ich wieder aus, wenn Trover seinen Bass in die Höhe reisst und ebenfalls eindrücklich mit welchem Einsatz Russel auf seine Trommeln hämmert. Das Publikum ist vollauf begeistert und die Band verabschiedet sich in die Zugabenpause…

Nur kurze Zeit später sind sie zurück um mit Easy Livin‘ und Lady In Black nochmals voll einzuheizen. Das Publikum dankt es mit begeistertem Mitsingen bei der schwarzen Lady. Das Konzert dauerte rund anderthalb Stunden und war beste Werbung für eine vitale Rockband, die alte und neue Songs gekonnt umsetzt und vier Jahrzehnte Rockgeschichte vortrug.

Alex Burlet, 3. Mai 2010

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