Gedanken zur Zeit (4.6.08) – von Jürgen Scholz

Meine lieben Freunde !

Nun ist sie da, die – immerhin nach 10 (zehn!!) Jahren – neue Studio-CD von URIAH HEEP – WAKE THE SLEEPER.

Im Jahre 1995 erschien SEA OF LIGHT, ein Meilenstein und enormer Lichtblick der Formation MICK BOX, LEE KERSLAKE, TREVOR BOLDER, PHIL LANZON und BERNIE SHAW nach der enttäuschenden vorher veröffentlichten DIFFERENT WORLD!

1998 dann wurde SONIC ORIGAMI veröffentlicht, für mich eine herbe Enttäuschung, da ich eine Steigerung zu SEA OF LIGHT erhofft hatte.

Ich empfand SONIC ORIGAMI eher als einen Nachfolger von DIFFERENT WORLD.

Während SEA OF LIGHT eine ordentliche Portion Power und Druckvolle Musik darbot, empfand ich SONIC ORIGAMI eher als zu leicht und zu soft – also ohne den kraftvollen Druck!

Wie nun ist die jetzt veröffentliche CD WAKE THE SLEEPER, mit dem neuen Drummer RUSSELL GILBROOK zu bewerten?

Also zunächst einmal, es handelt sich um die druckvollste Musik seit 1970. Das heisst, noch nie wurde die Musik von URIAH HEEP dermassen druckvoll eingespielt!

Ausser diesem enormen Druck lässt jeder Titel hochinteressante Melodie-Strukturen erkennen und Breitwand Chöre sind ebenfalls ausreichend – wie von URIAH HEEP erwartet – vorhanden.

Nun zu den einzelnen der 11 dargebotenen Titeln:

Wake The Sleeper

Der Opener besteht im Grunde nur aus kraftvoller, druckvoller Power-Musik und dazwischen der weltberühmte URIAH HEEP Breitwandchor-Schrei. Nur eine einzige Textzeile wird im Chor dazwischen gesungen: WAKE THE SLEEPER. Mit diesem ersten Stück wird sogleich mit Druck deutlich gemacht, was den Neu- oder den Altfan (wie mich) auf der neuen Scheibe erwartet! Ich jedenfalls bin hochzufrieden ob dieser Power!

Overload

MICK BOX treibt mit seiner WahWah Gitarre dieses Stück mit Macht zu BERNIE SHAW’S gesanglicher Hochleistung an. Hier beweist BERNIE einmal mehr, dass er mit seiner Stimme auch wundervolle Linien herauf und herab singen kann. Das Stück variiert zwischen schnell gespielter Power und auch langsameren Versatzstücken, wo auch die Orgel von PHIL LANZON wunderbar zum Einsatz kommt. Natürlich wird auch wieder URIAH HEEP Typisch mehrstimmig im Chor gesungen. Ein toller Titel, an welchem es nichts zu bemängeln gibt! Im Gegenteil!!

Tears Of The World

Auch dieses Stück beginnt Powerfull, dieses Mal von PHIL LANZON’S Orgel getrieben. Bernie singt den Titel wieder phantastisch eingebettet in die druckvolle Musik. Breitwandchöre unterstützen ihn in bester Manier! Wie bereits erwähnt, durchzieht jedes Stück die verschiedensten Melodien-Strukturen. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf, man wird praktisch immer mitgerissen! PHIL LANZON’S ORGEL und ein Trommelwirbel von RUSSELL GILBROOK lassen diesen Titel ausklingen.

Light Of A Thousand Stars

Dieser Titel fängt etwas langsamer an, jedoch keinesfalls seichter! Wie kraftvoll MICK’S Gitarre, PHIL’S Orgel, TREVOR’S Bass, RUSSELL’S Drums auch hier wieder BERNIE’S tolle Interpretation einbetten, nicht zu vergessen die enormen Breitwand-Chor Passagen. In der Mitte MICK’S Gitarrensolo – alles passt und ist auf das Feinste abgestimmt.

Heaven’s Rain

Fängt langsam getragen kraftvoll an, BERNIE singt es wunderbar einfühlsam. Es handelt sich um die erste Ballade auf dieser Scheibe, druckvoll dargebracht. Im Mittelteil wieder MICK’S Wah Wah Gitarre mit einem kurzen Solo. PHIL’S Orgel webt einen wunderbaren Klangteppich zu BERNIE’S herrlich einfühlsamer Interpretation.

Book Of Lies

Dies ist ein Titel, welcher am Anfang an einige der früheren Stücke dieser Formation erinnert. Aber auch nur ganz am Anfang. Dann fängt das Stück wieder an, einen in seinen Bann zu ziehen, durch unglaublich eindrucksvolle Komposition mit hochinteressanten Melodien-Bögen. Und vor allem durch BERNIE’S tollen Gesang. Das Stück klingt am Schluss dann wieder wie in früheren Tagen aus, so wie es begann.

What Kind Of God

Mein absoluter Lieblingstitel auf dieser Scheibe. Nicht nur, weil es mit 6.39 Minuten das längste Stück ist, sondern weil es das Melodischste ist. PHIL’S Orgel beginnt sanft mit BERNIE’S wundervollem Gesang. Nach der ersten Passage wird es, bei gleich bleibend langsamer Geschwindigkeit etwas kräftiger, teilweise Mehrstimmig. Vor allem bei diesem Titel gilt, wie die verschiedensten Melodien-Strukturen erkennbar und zu hören sind. Wer erinnert sich noch an das Outro von dem Titel CIRCLES OF HANDS auf der Platte DEMONS AND WIZARDS aus dem Jahre 1972? Auch hier bietet die Instrumentierung ein ähnliches Outro, aber bei WHAT KIND OF GOD ist es deutlich kraft- und druckvoller. Leider sehr leise und nur bei aufmerksamen zuhören erkennbar, BERNIE’S hochstimmige Schreie, welche bei dieser positiv kraftvollen Musik fast untergehen.

Ghost Of The Ocean

Bricht brachial mit MICK’S Gitarre los um gleich wieder in ein gut komponiertes und toll arrangiertes Superstück weiterzuleiten. Jedes – also auch dieses Stück dringt sogleich bis in die Speicherzellen ein um dort positiv zu lagern. Mehrstimmiger Gesang, druckvolle Instrumentierung zeichnen diesen Titel aus, um mit einem gekonnten Trommelwirbel von RUSSEL GILBROOK auszuklingen.

Angels Walk With You

Fängt Balladesk an, einfühlsam von BERNIE gesungen und von sanften Orgel-Klängen untermalt, um aber nach Kurzem wieder in ein kraftvolles Midtempo-Stück überzugehen. Dann wieder Balladesk. Dann ein Solo von PHIL auf seiner Orgel, absolut virtuos. Und weiter kraft- und druckvoll treibt die Musik mit BERNIE’S Gesang weiter, bis sie interessant ausklingt.

Shadow

MICK’S Gitarre und PHIL’S Keyboard beginnen kraftvoll und sogleich setzt BERNIE’S toller Gesang ein und kurz danach setzen wieder die ach so wunderbaren Breitwand-Chöre ein, um den SHADOW-Refrain mit zu singen. Und wieder ist es ein Stück, welches einen sogleich gefangen nimmt. Alles harmonisch aufeinander abgestimmt, kraft- und powerfull!!

War Child

Der Schlusstitel besteht von Anfang an aus einer Klangwand aus der gesamten Instrumentierung und der Drums- und Bass-Sektion. Bei den Breitwand-Chor Passagen hat man das Gefühl, hier spielen einige arabische Einflüsse aus 1001 Nacht eine kleine Rolle. MICK bastelt mit seiner Wah Wah Gitarre ein interessantes Solo im Mittelteil. Ein würdiger Abschluss dieser aussergewöhnlich gut gelungenen CD!!

Nun, gibt es denn gar nichts zu bemängeln oder zu kritisieren?? Ganz klar: NEIN!!

So sind URIAH HEEP heute und Gott sei Dank sind meine doch eher schwächeren Erwartungen voll und ganz positiv überrascht worden! Eine so gut gelungene CD habe ich wahrlich nicht zu hoffen gewagt.

Vielleicht spielt der frische Einfluss von RUSSEL GILBROOK mit einer entscheidenden Rolle dafür, dass soviel Power, Kraft und Druck in der neuen Musik vorherrscht!

MICK’S Wah Wah Gitarre ist auf der gesamten CD sehr dominant vertreten; aber das ist durchaus positiv zu empfinden, weil es eben alles aufeinander abgestimmt ist, weil es insgesamt mit der gesamten Instrumentierung harmonisiert, weil die Kompositionen allesamt mehr als gelungen sind und es nicht als störend empfunden wird, wie noch zu unseligen ABOMINOG Zeiten.

Euer, mehr als zufriedener, also über die neue URIAH HEEP CD sehr glücklicher

Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen.

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