KEN HENSLEY „Blood On The Highway“ – Hamburg (Fabrik), 22.05.07 (Review von Martin Wolter)

KEN HENSLEY feat.
JOHN LAWTON, GLENN HUGHES, JORN LANDE und EVE GALLAGHER

Weltpremiere der Rockoper
„BLOOD ON THE HIGHWAY
When Too Many Dreams Come True”

Hamburg (Fabrik), 22.05.2007

Am 22. Mai 2007 fand um 21 Uhr in der Fabrik in Hamburg die Uraufführung des Konzeptalbums >Blood on the Highway< von Ken Hensley statt. Einleitend möchte ich bemerken, dass die Räumlichkeiten den idealen Rahmen bildeten für einen im Ganzen gelungenen Auftritt. Leider war das Konzert nicht ausverkauft, was der großartigen Stimmung der zum größten Teil wohl jenseits der 40 Jahre befindlichen Anhänger ( bin auch schon 46 ) keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, man konnte sich frei bewegen und die Jungs und Mädels auf der Bühne von allen Seiten gut beobachten. Nachdem die ersten drei Stücke des Albums für meine Ohren ein wenig übersteuert und dumpf rüberkamen, überzeugte das übrige Album zumindest mich als bekennenden Heep-Fan der 70er Jahre vollkommen. Das war guter, handgearbeiteter Rock wie zu den besten Uriah Heep Zeiten. Begeistert hat mich insbesondere der Auftritt von John Lawton beim Song >It won´t last< sowie der folgende Auftritt der Sängerin Eve Gallagher mit >Think twice<. Höhepunkt von Part I war für mich jedoch das Stück >The last dance<, welches Ken Hensley selber vortrug. Es waren schon immer seine Balladen, die mich am meisten faszinierten, die Stücke, die einen wirklich großen Songwriter auszeichnen. Und auch, wenn ich Ken Hensley nicht persönlich kenne, sondern bei seiner Beschreibung immer wieder auf das Urteil anderer Leute zurückgreifen muss, die ihn häufig als schwierig, ja teilweise arrogant bezeichnen, empfinde ich eines unbestritten: Er ist und bleibt einer der größten Komponisten der Rockgeschichte! Das Album gehört für mich in seiner Gesamtheit zu einem der besten der letzten Jahre wenn nicht Jahrzehnte. Obwohl ich keinen Song vorab gehört hatte, fühlte ich mich gleich in dem Sound wohl und zuhause. Dieses Feeling hatte ich zum letzten Mal 1977 auf meinem Sofa im Jugendzimmer, als ich >Innocent Victim< rauf und runter gehört habe. Nach einer wohlverdienten Pause von ca. 20 Minuten begann Part II mit alten Uriah Heep Klassikern. Dieser Auftritt hinterließ bei mir gemischte Gefühle. Ich bin und war immer ein großer Freund von John Lawton´s Sangeskünsten und der Mann verfügt noch immer bzw. mehr denn je über eine brillante Stimme. Allerdings kam diese nur bei >July morning< richtig zur Geltung. Es ist durchaus schön und wünschenswert, wenn im Bereich von Rockmusik ab und zu einmal frei interpretiert wird, das unterscheidet dieses Genre doch auch von dem Playback-Popgedudel. Aber wie sagte Dieter Bohlen (hoho, welche Provokation des Lesers) doch so schön in der letzten DSDS-Staffel zu Max Buskohl: „Der Komponist hat sich beim Schreiben der Melodien und einzelner Passagen insbesondere von Balladen, die ja davon leben, durchaus etwas gedacht und sein ganzes Herzblut hineingelegt. Dann kann er auch erwarten, dass der Song auf diese Weise vorgetragen wird.“ Und wenn Bohlen auch viel Mist redet, so hat er für mich in diesem Punkt recht. Ein dickes Minus daher von mir für die Duett-Interpretation meines absoluten Lieblingssongs >Rain< vom Heep-Album > The magicians birthday< Dieser Song hatte bei dem Auftritt all seine Melancholie verloren und spielt übrigens auch in meinem demnächst erscheinenden Kriminalroman >DER HEEP MÖRDER< (www.meadi.de, Anfragen an meadi@web.deDiese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) eine Rolle. Dafür allerdings muss ich dem Sänger Jorn Lande, der auch den größten Teil der Album-Songs interpretierte ein riesiges Lob zollen. Bei >Circle of hands< konnte er erstmals seine wirklich tolle Stimme zeigen. Alle Achtung, der Junge hat Zukunft! Und auch der Altmeister selbst, Ken Hensley, der viele seiner grandiosen Songs persönlich vortrug, entsprach oder vielmehr übertraf auch mit dem Gesang meine Erwartungen. Als dann allerdings nach fast drei Stunden hervorragender Musik bunte Neon-Stäbe verteilt wurden und die ersten Töne von > Lady in black< erklangen, war das dann doch zuviel des Guten und ich verließ, übrigens nicht als Einziger, den Saal. ( Martin Wolter >meadi< am 28. Mai 2007 )

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