Gedanken zur Zeit ( 3.7.05) von Jürgen Scholz

Meine lieben Freunde !

Seit geraumer Zeit laufe ich mit den folgenden Visionen in meinen Gedanken umher.

Ich fahre mit meinem Auto, nachdem ich es für ca. 80 Pfennige pro Liter Super Benzin voll getankt habe, auf einer kaum befahrenen, breiten Straße, neu und glatt asphaltiert, mit grünen Bäumen rechts und links am Straßenrand, in eine imaginäre größere Stadt, in welcher ich ohne jedwede Probleme einen freien, bequem einzuparkenden, kostenfreien Parkplatz für meinen PKW vorfinde. Sehr angenehm ist es, weder durch moderne Wegelagerei noch von uniformierten “Ordnungshütern“ zur Kasse gebeten und um mein Geld gebracht worden zu sein! Da ich selbstverständlich ganz in der Nähe der großen Konzerthalle parken konnte, gehe ich, gemütlichen Schrittes, zu der geöffneten Vorverkaufsstelle, wo mir eine sehr nette, höfliche, freundliche und hilfsbereite Dame eine Eintrittskarte für ein Konzert mit URIAH HEEP für ca. 12,00 Deutsche Mark verkauft.

Am Abend des Konzertes kann ich sehr bequem in der ersten oder zweiten Stuhlreihe genau in der Mitte sitzen und ein Konzert mit den Musikern DAVID BYRON, GARY THAIN, KEN HENSLEY, MICK BOX und LEE KERSLAKE genießen. Nach drei Zugaben verlasse ich die Halle mit einem absoluten Glücksgefühl, um ohne Stau, rücksichtsloses Gedrängel oder sonstige Ärgernisse wieder nach Hause zu fahren.

Utopie? Mitnichten; ich hab’s – vor ca. 100 Jahren – tatsächlich erlebt.

Nur das mit den Sitzreihen entspricht nicht so ganz der Wahrheit; obwohl, beim allerersten Konzert, noch mit PAUL NEWTON und KEITH BAKER auf einer nur spärlich beleuchteten Bühne in einem kleinen Saal in der Stadtmitte von Düsseldorf, dort befanden sich tatsächlich noch Stühle. Ich jedenfalls habe mich damals mit meinem verstorbenen Freund Conny Konrad in der Saalmitte links stehend aufgehalten und lautstark den Titel “HIGH PRIESTESS“ gefordert, was nicht erfüllt wurde.

Überhaupt bestanden große Teile dieses für mich ersten Konzertes mit URIAH HEEP aus vielen Improvisationen.

Tja, und nun ist der Zeitgeist in immer schneller werdenden Schritten weiter und weiter davon gerannt und hat schon lange, lange, sehr lange die gute Musik aus den 70er Jahren hinter sich gelassen. Und so ist es kein Wunder, dass die Schar der Fangemeinde von und um URIAH HEEP immer dünner wird. Das musste auch schon so ein großartiger und begnadeter Musiker wie KEN HENSLEY schmerzlich erfahren.

Das bislang letzte Grossereignis liegt nun auch schon wieder geraume Zeit hinter uns, und zwar hatten Oliver Lange, Thomas Müller, Kai Ralff, Stefan Richelsen und Carsten Sylwasschy (Alphabetisch) einen tollen Event zum 20. Jahrestag vom S.O.T. in Hamburg organisiert. Es war wirklich für alle die mit dabei waren ein Super Erlebnis mit KEN HENSLEY, JOHN LAWTON, PAUL NEWTON und KEITH BAKER sowie all den hochkarätigen Musikern die Abende zu verbringen. Nicht zu vergessen LANA LANE, die zusammen mit ERIK NORLANDER den Titel “Weep In Silence“ ganz genau so Live interpretierte wie wir es von LANA’s Studio Aufnahme her kannten. Der einzige musikalische Schwachpunkt war, nach meinem persönlichen Empfinden, das dumpf und künstlich klingende Computer-Schlagzeug von KEN’s Begleitband. Dafür war sein Gitarrist umso brillanter. Ja und dann wäre auch noch auf die Millionen Tränen hinzuweisen, die auf den Fußboden des “Downtown Bluesclubs“ tropften, als JOHN verkündete, es hätte einst in Hamburg für ihn begonnen und es müsse jetzt in Hamburg enden und er wolle sein Mikrofon nunmehr an den Nagel hängen. Betretene und bestürzte Gesichter waren das Ergebnis ob dieser Ankündigung!

Ich möchte an dieser Stelle ein riesengroßes “Dankeschön“ an Stefan Richelsen entsenden, welcher mich weit nach Mitternacht auf der Straße aufsammelte und mich, gemeinsam mit STEVE DUNNING, zu meinem Hotel im Schanzenstern Viertel brachte!! :-)))

Unvergessen auch der Besuch der Modelleisenbahn-Anlage “Miniatur Wunderwelt“ in der Speicherstadt, gemeinsam mit meinen Freunden vom “Stay On Top“ Fanclub. Und es ist mir persönlich ein großes Anliegen, die über Jahre entstandenen Verbindungen und Freundschaften nicht enden lassen zu wollen! Ich schlage deshalb an dieser Stelle vor, einmal im Jahr ein Treffen auf dem Ferienhof Homann in Brilon zustande kommen zu lassen.

Ich musste in Hamburg für mich selbst schmerzhaft feststellen, dass ich nun nicht mehr in der Lage bin, über mehrere Stunden stehend vor einer Bühne zu verbringen. Das ist mir mit 57 Jahren, die ich ja nun mal inzwischen geworden bin, aus nachvollziehbaren Gründen einfach nicht mehr möglich.

Ist Euch eigentlich klar, dass seit “SEA OF LIGHT“ schon 10 (zehn!) Jahre vergangen sind??? Leider ist es nun soweit gekommen, dass es nichts Neues zu berichten gibt, und immer wieder die nostalgischen, lange und länger zurückliegende Ereignisse immer wieder zu Papier gebracht werden müssen, was schließlich auch mir immer schwerer fällt. Da taucht natürlich auch die Frage auf, was sollte denn nun in einer neu zu gestalteten “Times“ veröffentlicht werden? Man weiss ja schon gar nicht mehr, was über die nicht mehr nachvollziehbaren, unzähligen Live-Veröffentlichungen von URIAH HEEP zu schreiben wäre.

Wenn es – ich sage jetzt mal vorsichtig – zurzeit keine “Times“ mehr geben kann, dann wäre ein Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft in unserem Club in Höhe von 10,00 Euro angezeigt.

Damit schließe ich meine “Gedanken zur Zeit“ mit der Bitte, möge das Schaffenswerk von URIAH HEEP auf ewig bestehen.

Ich selbst werde nun also zukünftig in diesem Forum den einen oder anderen Gedankensplitter einfließen lassen und sollte tatsächlich noch mal ein neues Studio Album von URIAH HEEP unsere Herzen höher schlagen lassen, gebe ich sowieso wieder meine unmaßgebliche Meinung zum Besten.

Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen

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