(Traurige) Gedanken zur Zeit – von Jürgen Scholz
Am Morgen des 08.12.2010 holte ich Routinemässig auf meinem Notebook die eMail Post Eingänge der vergangenen Nacht ab.
Es traf mich nicht nur wie ein Schock, sondern auch vollkommen unerwartet die furchtbare Nachricht, dass unser langjähriger Freund LARS PEPER mit erst 39 Lebensjahren bereits von uns gegangen ist.
Als ich LARS im Umfeld unseres Uriah Heep Fanclubs „Stay On Top“ kennen lernte, war er mir sofort absolut sympathisch und ich erkannte, in ihm einen guten Freund kennen gelernt zu haben, welchem man durch und durch vertrauen kann. Er war sehr schlank und er fiel durch sein oftmals freundlich lächelndes Gesicht und seine sehr langen Haare auf, die er manchmal zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden hatte.
Vor elf Jahren, relativ kurze Zeit nach meiner schweren Herzoperation, fand in London die erste „Heepvention“ mit Ken Hensley und John Lawton statt. Eigentlich erachtete ich es als unmöglich, diese vielversprechende Veranstaltung besuchen zu können, aber meine liebe Frau Elga riet mir liebevoll dazu, es doch wenigstens zu versuchen. Es war Lars Peper, welcher mir nicht nur fernmündlich Mut zusprach, sondern der mir auch anbot, sich um mich zu kümmern, falls ich mich dazu aufraffen könnte.
Als ich dann, noch ziemlich schwach und zitterig, in der Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens ankam, sass dort schon Lars, auf mich wartend und mir erwartungsvoll entgegen schauend. Und er hielt was er mir versprach. Es war für mich, natürlich nicht nur, aber doch zu einem grossen Teil unserem LARS zu verdanken, dass dieser London Aufenthalt ein unvergessliches Erlebnis und unvergessen bleibt.
Als ich das zweite Mal mit LARS zusammen in London ankam, suchten wir unser Hotel auf und stellten fest, dass unser Zimmer über ein Französisches Ehebett verfügte. Also begaben sich LARS und ich hinunter zur Rezeption, wo ich in Englischen Bröckchen äusserte: „This Is My Friend, Not My Husband…“ was einen spontanen Fröhlichkeits-Anfall auslöste. Und so erhielten wir sogleich ein anderes Zimmer mit getrennten Betten.
Dieser zweite Aufenthalt in London, zu einem weiteren Konzert mit Ken Hensley und John Lawton wurde, durch LARS, zu einem ganz besonderen Erlebnis.
LARS äusserte den Wunsch, einen Stadtteil aufzusuchen, wo viele Antiquitäten angeboten werden, leider weiss ich nicht mehr, wie dieser Stadtteil hiess, aber es könnte Notting Hill gewesen sein. Dort war alles bunt und in der Tat hatte ich bis Dato noch nie eine solche riesige Antiquitäten-Vielfalt gesehen. Aber nicht nur das. Es köchelte und brutzelte an allen Ecken und Enden und die köstlichsten exotischen Düfte umwehten uns. LARS und ich, wir konnten uns gar nicht satt sehen an dieser Vielfalt und schliesslich setzten wir uns nieder an einem Strassencafé. Auf der gegenüber liegenden Seite beobachteten wir, wie die Polizei an einem Fahrzeug eine Wegfahrsperre anbrachte. Als dann der Fahrer erschien mussten wir unwillkürlich lachen über das Verhalten dieses Autobesitzers.
Ich besuchte mit LARS den Stadtteil Soho, weil ich mich dort ganz gut auskannte, durch meine indischen Freunde, mit denen ich einige Male London besuchte.
Des Weiteren suchten LARS und ich die berühmte „Penny Lane“ auf, wo das Studio steht, in welchem die Beatles damals ihr Album aufgenommen hatten. Wir begehrten, das Studio Gebäude betreten zu dürfen, aber das wurde uns verwehrt. LARS knipste noch ein Foto, wie ich über diesen weltberühmten Zebrastreifen ging, ich tat selbiges für ein Foto mit LARS auf diesem Zebrastreifen. Dann beobachteten wir einen Vater mit seinem jungen Sohn, auch er wollte in das Studio, um es seinem Jungen von innen zu zeigen. Wir informierten den Vater, dass es ein sinnloses Unterfangen wäre, aber er reagierte so, als wenn er seinem Sohn begreiflich machen wollte, der Papa macht das schon. Als er dann auch, wie zuvor wir, restlos gescheitert war, haben LARS und ich uns köstlich amüsiert.
Dann begaben wir uns in den Hyde Park, wo LARS mir „Speakers Corner“ zeigte.
In der Nähe unseres Hotels befand sich ein grosser Lebensmittel Supermarkt, welcher die ganze Nacht geöffnet war (zu dieser Zeit hatten wir nur die langen Donnerstage) und LARS schlug mir vor, wir mögen doch mal diesen Supermarkt zu nächtlicher Stunde aufsuchen, um die Atmosphäre kennen zu lernen. Und so begaben wir uns kurz vor Mitternacht zu diesem Supermarkt und liefen dort als Einzige „Kunden“ umher. Auch das war ein Erlebnis, was man nicht mehr vergisst.
Der liebe LARS ging jeden Tag oder jeden Abend mit mir in diverse Indische Restaurants, weil dies mein grosser Wunsch war. Am letzten Tag besuchten wir ein hochmodernes Duplex Kino und LARS bat mich, wir könnten doch wenigstens einmal in ein Thai Restaurant gehen, was wir selbstverständlich auch taten. LARS erklärte mir noch, dass die Schärfe nach dem Essen überhaupt nicht lange anhält, was natürlich stimmte.
Wie oft hatten wir uns vorgenommen, hier im Ruhrgebiet einmal, gemeinsam mit unseren Ehefrauen, Indisch essen zu gehen. Leider ist es nie dazu gekommen.
Ja, nun gibt es LARS nicht mehr, das stimmt mich sehr, sehr traurig. Wie aber müssen sich erst seine Frau Julika und die zwei noch so jungen Kinder fühlen, ich mag gar nicht darüber nachdenken.
Das letzte Mal war ich bei unserem Abschiedstreffen auf dem Ferienhof Homann mit LARS zusammen. Wir teilten uns wieder ein Zimmer. Über diesem letzten Zusammentreffen lag ein etwas trauriger Schleier, denn wir spürten alle, dass da etwas endgültig zu Ende geht, oh Gott, wie sehr ist alles, alles so absolut Vergänglich. Aber unser lieber Freund Thomas Schaumburg hatte zum Glück, durch ein sensationelles Ausflugs Programm, uns allen trotzdem wieder wunderbare Minuten, Stunden, Tage beschert.
Ja, bei diesem Zusammentreffen habe ich, haben wir das letzte Mal unseren LARS gesehen und gesprochen. Wer wäre je auf die Idee gekommen, dass man sich nie mehr wiedersieht.
Ich glaube fest daran, dass seine Seele weiter existiert und in diesem Glauben bin ich überzeugt, dass wir uns irgendwann in einer anderen Dimension wieder begegnen werden.
Ich wünsche Euch eine besinnliche Weihnachtszeit und ein friedvolles Jahr 2011.
Euer Jürgen
Gedanken zur Zeit (4.6.08) – von Jürgen Scholz
Meine lieben Freunde !
Nun ist sie da, die – immerhin nach 10 (zehn!!) Jahren – neue Studio-CD von URIAH HEEP – WAKE THE SLEEPER.
Im Jahre 1995 erschien SEA OF LIGHT, ein Meilenstein und enormer Lichtblick der Formation MICK BOX, LEE KERSLAKE, TREVOR BOLDER, PHIL LANZON und BERNIE SHAW nach der enttäuschenden vorher veröffentlichten DIFFERENT WORLD!
1998 dann wurde SONIC ORIGAMI veröffentlicht, für mich eine herbe Enttäuschung, da ich eine Steigerung zu SEA OF LIGHT erhofft hatte.
Ich empfand SONIC ORIGAMI eher als einen Nachfolger von DIFFERENT WORLD.
Während SEA OF LIGHT eine ordentliche Portion Power und Druckvolle Musik darbot, empfand ich SONIC ORIGAMI eher als zu leicht und zu soft – also ohne den kraftvollen Druck!
Wie nun ist die jetzt veröffentliche CD WAKE THE SLEEPER, mit dem neuen Drummer RUSSELL GILBROOK zu bewerten?
Also zunächst einmal, es handelt sich um die druckvollste Musik seit 1970. Das heisst, noch nie wurde die Musik von URIAH HEEP dermassen druckvoll eingespielt!
Ausser diesem enormen Druck lässt jeder Titel hochinteressante Melodie-Strukturen erkennen und Breitwand Chöre sind ebenfalls ausreichend – wie von URIAH HEEP erwartet – vorhanden.
Nun zu den einzelnen der 11 dargebotenen Titeln:
Wake The Sleeper
Der Opener besteht im Grunde nur aus kraftvoller, druckvoller Power-Musik und dazwischen der weltberühmte URIAH HEEP Breitwandchor-Schrei. Nur eine einzige Textzeile wird im Chor dazwischen gesungen: WAKE THE SLEEPER. Mit diesem ersten Stück wird sogleich mit Druck deutlich gemacht, was den Neu- oder den Altfan (wie mich) auf der neuen Scheibe erwartet! Ich jedenfalls bin hochzufrieden ob dieser Power!
Overload
MICK BOX treibt mit seiner WahWah Gitarre dieses Stück mit Macht zu BERNIE SHAW’S gesanglicher Hochleistung an. Hier beweist BERNIE einmal mehr, dass er mit seiner Stimme auch wundervolle Linien herauf und herab singen kann. Das Stück variiert zwischen schnell gespielter Power und auch langsameren Versatzstücken, wo auch die Orgel von PHIL LANZON wunderbar zum Einsatz kommt. Natürlich wird auch wieder URIAH HEEP Typisch mehrstimmig im Chor gesungen. Ein toller Titel, an welchem es nichts zu bemängeln gibt! Im Gegenteil!!
Tears Of The World
Auch dieses Stück beginnt Powerfull, dieses Mal von PHIL LANZON’S Orgel getrieben. Bernie singt den Titel wieder phantastisch eingebettet in die druckvolle Musik. Breitwandchöre unterstützen ihn in bester Manier! Wie bereits erwähnt, durchzieht jedes Stück die verschiedensten Melodien-Strukturen. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf, man wird praktisch immer mitgerissen! PHIL LANZON’S ORGEL und ein Trommelwirbel von RUSSELL GILBROOK lassen diesen Titel ausklingen.
Light Of A Thousand Stars
Dieser Titel fängt etwas langsamer an, jedoch keinesfalls seichter! Wie kraftvoll MICK’S Gitarre, PHIL’S Orgel, TREVOR’S Bass, RUSSELL’S Drums auch hier wieder BERNIE’S tolle Interpretation einbetten, nicht zu vergessen die enormen Breitwand-Chor Passagen. In der Mitte MICK’S Gitarrensolo – alles passt und ist auf das Feinste abgestimmt.
Heaven’s Rain
Fängt langsam getragen kraftvoll an, BERNIE singt es wunderbar einfühlsam. Es handelt sich um die erste Ballade auf dieser Scheibe, druckvoll dargebracht. Im Mittelteil wieder MICK’S Wah Wah Gitarre mit einem kurzen Solo. PHIL’S Orgel webt einen wunderbaren Klangteppich zu BERNIE’S herrlich einfühlsamer Interpretation.
Book Of Lies
Dies ist ein Titel, welcher am Anfang an einige der früheren Stücke dieser Formation erinnert. Aber auch nur ganz am Anfang. Dann fängt das Stück wieder an, einen in seinen Bann zu ziehen, durch unglaublich eindrucksvolle Komposition mit hochinteressanten Melodien-Bögen. Und vor allem durch BERNIE’S tollen Gesang. Das Stück klingt am Schluss dann wieder wie in früheren Tagen aus, so wie es begann.
What Kind Of God
Mein absoluter Lieblingstitel auf dieser Scheibe. Nicht nur, weil es mit 6.39 Minuten das längste Stück ist, sondern weil es das Melodischste ist. PHIL’S Orgel beginnt sanft mit BERNIE’S wundervollem Gesang. Nach der ersten Passage wird es, bei gleich bleibend langsamer Geschwindigkeit etwas kräftiger, teilweise Mehrstimmig. Vor allem bei diesem Titel gilt, wie die verschiedensten Melodien-Strukturen erkennbar und zu hören sind. Wer erinnert sich noch an das Outro von dem Titel CIRCLES OF HANDS auf der Platte DEMONS AND WIZARDS aus dem Jahre 1972? Auch hier bietet die Instrumentierung ein ähnliches Outro, aber bei WHAT KIND OF GOD ist es deutlich kraft- und druckvoller. Leider sehr leise und nur bei aufmerksamen zuhören erkennbar, BERNIE’S hochstimmige Schreie, welche bei dieser positiv kraftvollen Musik fast untergehen.
Ghost Of The Ocean
Bricht brachial mit MICK’S Gitarre los um gleich wieder in ein gut komponiertes und toll arrangiertes Superstück weiterzuleiten. Jedes – also auch dieses Stück dringt sogleich bis in die Speicherzellen ein um dort positiv zu lagern. Mehrstimmiger Gesang, druckvolle Instrumentierung zeichnen diesen Titel aus, um mit einem gekonnten Trommelwirbel von RUSSEL GILBROOK auszuklingen.
Angels Walk With You
Fängt Balladesk an, einfühlsam von BERNIE gesungen und von sanften Orgel-Klängen untermalt, um aber nach Kurzem wieder in ein kraftvolles Midtempo-Stück überzugehen. Dann wieder Balladesk. Dann ein Solo von PHIL auf seiner Orgel, absolut virtuos. Und weiter kraft- und druckvoll treibt die Musik mit BERNIE’S Gesang weiter, bis sie interessant ausklingt.
Shadow
MICK’S Gitarre und PHIL’S Keyboard beginnen kraftvoll und sogleich setzt BERNIE’S toller Gesang ein und kurz danach setzen wieder die ach so wunderbaren Breitwand-Chöre ein, um den SHADOW-Refrain mit zu singen. Und wieder ist es ein Stück, welches einen sogleich gefangen nimmt. Alles harmonisch aufeinander abgestimmt, kraft- und powerfull!!
War Child
Der Schlusstitel besteht von Anfang an aus einer Klangwand aus der gesamten Instrumentierung und der Drums- und Bass-Sektion. Bei den Breitwand-Chor Passagen hat man das Gefühl, hier spielen einige arabische Einflüsse aus 1001 Nacht eine kleine Rolle. MICK bastelt mit seiner Wah Wah Gitarre ein interessantes Solo im Mittelteil. Ein würdiger Abschluss dieser aussergewöhnlich gut gelungenen CD!!
Nun, gibt es denn gar nichts zu bemängeln oder zu kritisieren?? Ganz klar: NEIN!!
So sind URIAH HEEP heute und Gott sei Dank sind meine doch eher schwächeren Erwartungen voll und ganz positiv überrascht worden! Eine so gut gelungene CD habe ich wahrlich nicht zu hoffen gewagt.
Vielleicht spielt der frische Einfluss von RUSSEL GILBROOK mit einer entscheidenden Rolle dafür, dass soviel Power, Kraft und Druck in der neuen Musik vorherrscht!
MICK’S Wah Wah Gitarre ist auf der gesamten CD sehr dominant vertreten; aber das ist durchaus positiv zu empfinden, weil es eben alles aufeinander abgestimmt ist, weil es insgesamt mit der gesamten Instrumentierung harmonisiert, weil die Kompositionen allesamt mehr als gelungen sind und es nicht als störend empfunden wird, wie noch zu unseligen ABOMINOG Zeiten.
Euer, mehr als zufriedener, also über die neue URIAH HEEP CD sehr glücklicher
Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen.
Gedanken zur Zeit (3.5.08) von Jürgen Scholz
Meine lieben Freunde !
Haben sich schon mal Eure Fußnägel gekräuselt??
Nein???
Aber mir, und zwar am gestrigen Abend des zweiten Mai’s d.J., als ich auf RTL in der Sendung “Die ultimative Chart Show“ unsere “Lieblinge“ URIAH HEEP bewundern konnte.
Gegen 21.45 Uhr, auf Platz 45, wurden zunächst einige Ausschnitte aus glorreichen, vergangenen Tagen gezeigt, mit KEN HENSLEY, JOHN LAWTON, LEE KERSLAKE, TREVOR BOLDER und MICK BOX.
Danach erschien die aktuelle Formation um MICK BOX auf der Bühne und dann folgte das, was meine Fußnägel kräuseln ließ.
Akustisch war vom Band der Original-Titel FREE ME von damals zu hören, aus der Feder von KEN HENSLEY und mit der festen, kräftigen und dennoch klaren Stimme von JOHN LAWTON.
Dazu machte dann BERNIE SHAW den Mund auf und zu mit seinen hinreichend bekannten Bewegungen.
Es ist unfassbar, so etwas geboten zu bekommen.
Das passte überhaupt nicht, aber so was von überhaupt nicht!!
Ob MICK BOX, welcher während dessen auch kurz zu sehen war, sich eigentlich bei einer solchen Präsentation wohl fühlt in seiner musikalischen Haut?
Nach dieser “Folter“ ging es nahtlos über, mittels eines Trommelwirbels vom neuen Drummer, zu dem Titel EASY LIVIN’, mit der Stimme von BERNIE SHAW, wie bekannt.
Mir ist nicht so recht klar, ob es sich bei diesem Titel um einen Live-Auftritt handelte oder ob er auch ebenfalls vom Band kam.
Ich meine, eine synchrone Abweichung von BERNIE’S Mundbewegungen bemerkt zu haben.
Das sind meine, zugegeben, sehr kurzen “Gedanken zur Zeit“, demnächst wieder mehr.
Bis dahin viele Grüsse und von mir ein persönliches Dankeschön an die aufmerksamen, lieben Freunde aus unserem S.O.T. Kreis für Anrufe, Briefe und eMails zu meinem “runden“ Geburtstag im April.
Euer Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen.
Gedanken zur Zeit (21.12.07) von Jürgen Scholz
Meine lieben Freunde !
Es ist jetzt kurz vor Weihnachten im Jahre 2007 und hier kommen wieder einmal – nach langer Zeit – meine “Gedanken zur Zeit“.
Aus gegebenem Anlass übrigens.
Eigentlich hatte ich bereits kurz vor Weihnachten im Jahre 2005 einen GZZ Beitrag in Angriff genommen, denn am 21. Dezember 2005 war ich in der Westfalenhalle 3a in Dortmund, wo ich zum X-ten Male ein Konzert mit URIAH HEEP besuchte.
Hier die Setlist dieses Konzertes:
SO TIRED
CRY FREEDOM
FALLING IN LOVE
WORDS IN A DISTANCE
IF I HAD THE TIME
A YEAR AND A DAY
BETWEEN TWO WORLDS
LOVE IN SILENCE
FREE ME
SUNRISE
SWEET LORRAINE
GYPSY
JULY MORNING
EASY LIVIN’
und als Zugabe
RETURN TO FANTASY
LADY IN BLACK
Alle Musiker strahlten eine große Spielfreude aus und dieses Konzert gefiel mir, wie gewohnt, sehr gut.
Nur am Ende der Rausschmiss aus der Halle durch Kasernenerprobte Möchtegern-Generäle war ein bitteres Abschluss-Erlebnis und ist mir bis heute in unangenehmster Erinnerung geblieben!
Als Vorgruppe spielten JANE, mit Wachskerzen-Beleuchtung auf der Bühne, ebenfalls ein großer Genuss.
Da mir von der Crew um URIAH HEEP glaubhaft versichert wurde, es käme eine neue Studioscheibe im März 2006, legte ich meine GZZ erst einmal auf Eis, um diese dann, nach Veröffentlichung der neuen CD, zu vervollständigen.
Nun, jetzt, im März 2008 soll es ja nun tatsächlich eine neue URIAH HEEP Studio-CD geben.
Da ich im Vorfeld hörte, dass URIAH HEEP während der jetzt laufenden Tournee bereits drei neue Titel präsentieren würden, fuhr ich am 09.12.2007 voller Erwartung nach Bochum ins Matrix, wo man für 33 Euro eine Eintrittskarte erwerben konnte.
Es waren ca. 300 Zuhörer anwesend. Als Vorgruppe spielten SHE SAYS, eine Band aus Österreich, mit einer schön anzusehenden, blonden, langhaarigen Frontfrau, welche zunächst einen Zylinder á la RITCHIE BLACKMORE auf ihrer blonden Mähne trug, später aber ihr blondes Haar wild zum Rhythmus der Musik schüttelte.
Der Sound der Musik und des teilweise 3 stimmigen Gesanges war glasklar zu hören, obwohl ein Mikrofon zunächst zeitweise aber nach kurzer Zeit vollständig ausfiel. Auch die Kompositionen konnten sich angenehm hören lassen.
Um 21.20 Uhr erschienen URIAH HEEP auf der Bühne.
Der erste präsentierte Titel muss wohl eines der neuen Stücke gewesen sein. Um es kurz zu machen, es war – für mich – grauenhaft! Der Sound bestand nur aus brachialem Krach-Gewitter! Ich wartete die drei neuen Titel ab, aber für mich klangen sie alle gleich, nämlich nur nach MICK’S dominanter Gitarre.
Gesang war kaum auszumachen, es donnerte mir nur eine Bass/Schlagzeug-Wucht entgegen und darüber noch MICK’S schmerzhafter Gitarrenkrach.
PHIL LANZON agierte nur hinten im Dunklen mit seinen obligatorischen Handbewegungen, während man seine Hammond-Orgel kaum zu vernehmen vermochte.
Es fand auch kein fünfstimmiger Chorgesang statt (wie MICK BOX in seinem Interview noch geantwortet hatte), denn entweder übernahmen MICK und PHIL den Chorgesang oder TREVOR und BERNIE; aber nie alle gemeinsam.
Der neue Drummer scheint nicht zu singen, da war LEE unschlagbar. Und während LEE mit Seele und Feeling agierte, drischt der neue Drummer nur drauf los.
Es wurden auch zwei Titel aus der JOHN LAWTON Ära präsentiert, und zwar FREE ME und FALLING IN LOVE.
Auch GYPSY wurde gespielt, aber ohne den obligatorischen Solo-Hammond-Mittelteil, nur MICK’S Gitarre beherrschte auch hier das gesamte Stück.
Als dann, etwa in der Mitte des Konzertes, entweder EASY LIVIN’ oder LOOK AT YOURSELF in Angriff genommen wurde (es war LOOK AT YOURSELF), verließ ich fluchtartig den Konzertsaal. Ich hielt den disharmonischen Krach einfach nicht mehr aus.
Nein – das ist nicht mehr “meine“ Band.
Damit Ihr seht, dass es mir nicht alleine so ging, als ich mich in Richtung Ausgang begab, saß dort ein junger Besucher, ganz blass, und er sagte zu mir, ihm wäre schlecht, weil ihm der Bass permanent vor den Bauch gewummert wäre. Außerdem verließen noch einige mehr Besucher, hauptsächlich Pärchen, ebenfalls die Halle.
Eigentlich fasste ich nach diesem Erlebnis den Entschluss, das tue ich mir nicht noch einmal an! Aber – wie lautete schon der Titel eines der JAMES BOND Filme – “Sag niemals nie“.
Ich befürchte allerdings, nach diesem Konzert, dass MICK entschieden hat, dass wieder seine Gitarre absolut im Vordergrund auf der neuen CD präsent sein soll, wie schon zu ABOMINOG und HEAD FIRST Zeiten.
Wie Ihr es ja schon von mir gewohnt seid, wisst Ihr, dass ich immer objektiv zu berichten weiss. Und Ihr wisst auch, dass ich KEN HENSLEY sehr verehre und ein großer Fan von ihm bin.
Nach der URIAH HEEP Enttäuschung, fuhr ich mit Sonja und Renate aus Duisburg in einen kleinen, anheimelnden Vorort von Bonn, der über überhaupt keine Parkplätze verfügte. Und so stellten wir uns, nach 30 Minuten vergeblicher Parklücken-Suche, auf die Privatfläche eines Altenheimes, um dann zu Fuß die Lokalität “Harmonie“ aufzusuchen, wo KEN HENSLEY mit seiner Band LIVE FIRE ein Konzert angekündigt hatte.
Um 20.20 Uhr saß plötzlich, wie durch ein Zauber, KEN HENSLEY an seiner Hammond-Orgel und begann göttlich zu spielen.
Nur einen einzigen Satz möchte ich zu diesem Konzert sagen:
Es war Überirdisch!!
Der Sänger interpretierte auch sämtliche Titel aus der DAVID BYRON Ära so, dass man sich daran nicht nur erfreuen sondern regelrecht laben konnte!
Und KEN – er war, ist und bleibt der Mastermind der URIAH HEEP Musik und des gesamten URIAH HEEP Schaffens!
Wenn er mit seiner Charismatischen Ausstrahlung, seinen langen Haaren, seiner, der Musik hingebungsvollen Mimik auf der Bühne agiert, dann, ja dann erlebt man genau das, was einen das URIAH HEEP Feeling erneut und immer wieder erleben lässt!
Es wurde auch STEALIN’ gespielt, aber total neu arrangiert und somit wieder interessant und genussvoll, diesen Titel so, wieder vollkommen anders und trotzdem vertraut hören zu können. Kein bisschen langweilig, sondern frisch und unglaublich ansprechend!
Nach dem Konzert nahm KEN sich die Zeit, und gab geduldig und mit Freude jede Menge Autogramme und – was mich besonders freut, als ich dann endlich vor ihm stand, freute er sich offensichtlich, mich wieder zu sehen, was sich in zweimaliger, herzlicher Umarmung ausdrückte!
Ihr Lieben, ich lasse es jetzt dabei bewenden, bleibt mir gewogen, und ich melde mich wieder, wenn das neue URIAH HEEP Schaffenswerk sich in meinem CD Player mehrmals gedreht hat.
Euer Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen.
Gedanken zur Zeit (Dezember 1996) von Jürgen Scholz
Dezember 1996
Es begab sich zu einer Zeit um 1989, als mich eine ehemaliger Freund, Frank Tangermann, Inhaber einer Videothek im Bergischen Land (er beschaffte mir mein erstes Video von URIAH HEEP), zu seinem Bekannten mitnahm. Dieser Bekannte, ich weiß heute seinen Namen nicht mehr, bewohnte ein alleinstehendes, in einem Wald einsam gelegenes Haus in Wuppertal.
Er Grund unseres Besuches war der, dass dieser Musikfreund in seinem Haus über ein ganz spezielles Wohnzimmer verfügte, welches nur einem einzigen Zweck zu dienen hatte: eine Musikanlage zu beherbergen, die eine Live-Konzert ähnliche Klangdimension ermöglichte. Man könnte auch sagen, sein Wohnzimmer bestand nur aus Anlage. Aus seine Frage antwortete ich wahrheitsgemäß, dass noch immer URIAH HEEP für mich das Maß aller Dinge seien! Er schüttelte nachdenklich, fast mitleidig seinen Kopf und gab mir zu bedenken, ich hätte mich halt nicht weiterentwickelt, so wie er.
Aus den Lautsprechenboxen, die im gesamten Raume verteilt waren, ausser den zwei Riesenboxen vor den Sitzelementen, gespeist von einem wassergekühlten (!!!!) Verstärker, an welchem ein sündhaft teurer Plattenspieler, der sich als Schaustück in der Mitte auf einem Glastisch befand, angeschlissen war, erklangen dann alle möglichen Musik-Gruppierungen der Neuzeit, wie z. B. DOKKEN.
Ich gebe zu, als er nach mehreren Stunden, mir zu Gefallen, die von mir geliebte Musik auflegte, glaubte man tatsächlich, die bereits ein wenig angesetzte Patina herauszuhören. Aber für mich blieben – auch nach dieser Demonstration – URIAH HEEP mein Leben! Obwohl dieses immer so bleiben wird, ich weiß es einfach, ist ausgerechnet auf unserem diesjährigen fantastischen Meeting etwas geschehen, weshalb ich aus der Erinnerung heraus diese Einleitung gewählt habe.
Aber der Reihe nach:
Eine Woche, bevor ich nach Braunschweig fuhr, gaben sich Mick, Lee, Trevor, Phil und Bernie im Raume Recklinghausen die Ehre. Keine Frage, dass ich auch dabei war.
Vor dem Konzert (es war der gleiche Ablauf wie Mitte Mai in Solingen, also BAY CITY ROLLERS, SWEET) lief ich vor der Halle draußen herum und sprach einen jungen Security-Mann an, der vor dem Hintereingang aufpasste, obwohl das überhaupt nicht notwendig gewesen wäre, denn es war dort kein Mensch zu sehen. Er meinte URIAH HEEP würden einige neue Stücke spielen (also ein Unwissender!!)
Ich war augenblicklich wie elektrisiert. Sollte der Kreativ-Schub der letzten CD etwa seine Fortführung erfahren???
Als URIAH HEEP mit “Universal Wheels” eröffneten, stand ich – wie immer – ganz vorne in der Mitte, direkt vor der Bühne. Dann kam “Time Of Revalation”, danach als drittes Stück (dum dudum dudum dudum dudum ……) folgte “Stealin’” und meine anfängliche Hochstimmung tendierte gegen Null. Als absolute Krönung des Unverständnisses: Sie haben “Against The Odds” rausgeschmissen und statt dessen “That’s The Way That It Is” wieder ins Set genommen.
Ihr merkt es schon, mein Beitrag ist dieses Mal, zugegeben ungewohnt, etwas kritischer. Nach dem Gig fuhr ich ziemlich sauer nach Hause. Auf einen Backstage-Besuch ließ ich es in dieser Nacht nicht ankommen.
Eine Woche später fuhr ich voll freudiger Erwartung nach Braunschweig, zu meinem dritten Familien-Club-Meeting.
Zu allererst möchte ich Peter Bethge, seiner lieben Frau und seiner grandiosen Mama ein ganz, ganz herzliches DANKESCHÖN aussprechen !!!!!!!!!! Die Damen des Hauses umsorgten uns in diesen drei Tagen wie ein guter Hirte seine Schäfchen! Ich sage nur: phänomenale Frühstücks-Buffets und immer für mich extra: Coffeinfreier Kaffee, Waaaaaaaaahnsinn !!!!
Peter hatte für uns Zimmer in einem nahegelegenen, modernen Hotel reserviert; Lars Peper und ich teilten uns ein Zimmer (ich hoffe, er hat sich inzwischen von meinen Schnarchtiraden erholt).
Ein Schatten warf das zerbeulte Auto von Martin Klett auf unser Fest, er hatte auf der Herfahrt mit Neumitglied Roland Sitz einen Unfall erlitten. Gott sei Dank ohne gesundheitlichen Nachteil.
Peter’s Frau und ich holten die Münchener Freunde vom Braunschweiger Bahnhof ab. Die Begrüßung war überschwenglich. Es ist so wunderbar, wenn man die so vertrauten Gesichter endlich einmal wiedersieht !!!!!
Bitte, Andy, Sonja, Thomas Rath und alle, die Ihr nicht dabei sein konntet, nicht nur ich habe Euch schmerzlich vermisst!!! Und Ihr habt DAS Ereignis verpasst!
Zurück am Ort des Geschehens gab es zur ersten Stärkung ein sehr schmackhaftes Döner. Nun, Martin Klett empfahl uns in der letzten TIMES eine CD von RAYAL HUNT und er bot mir an, deren Musik in seinem Auto anzuhören, wovon ich mit großer Freude Gebrauch machte. Auf der Cassette befanden sich auch noch andere Gruppen und auf meine Bitte hkin überließ Martin mir das Tape für meine Rückfahrt.
Ich wurde darum auf der Autobahn nicht ein einziges Mal müde, vom faszinierten Zuhören. Seitdem habe ich zum ersten Mal seit über 25 Jahren nicht mehr nur permanent die Musik von URIAH HEEP im Kopfe, sondern von ROYAL HUNT, ANGRA, DREAM THEATER und SAVATAGE. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass die Empfehlung eines unserer Mitglieder irgendwie auf der gleichen Wellenlänge liegt. Toll !!!!
Sehr spät, nach einer ca. 8 Stunden Fahrt, kam Stefan Künzi aus der Schweiz angereist, so dass gerade noch die Zeit blieb, dass ich ihn in unser Hotel bringen konnte, so musste er denn auf den Genuss dieses sagenhaften Döners verzichten; er muss bald eingegangen sein vor lauter Hunger!!
Doch nun zum Haupereignis des Abends:
Zuerst spielten EASY LIVIN’, die wir schon vom letzten Meeting her auf Cassette kennengelernt hatten. Mein Gott, war das ein Knaller! An dieser Stelle möchte ich ganz klar sagen, als einer, der in den 70er Jahren die Konzerte von URIAH HEEP miterleben durfte, EASY LIVIN’ haben David Bayron’s und Ken Hensley‘s URIAH HEEP an diesem Abend zum Leben erweckt!!! Es war ein phantastisches Erlebnis!! Sie haben alle Stücke aus der David-Byron-Ära originaler interpretiert und herübergebracht, als alles was von URIAH HEEP selbst in den 80er und 90er Jahren zu hören war. Alle Musiker waren überragend und sie haben sogar einen echten Wizard an der guten, alten Hammond-Orgel in Aktion!!!
Das allein war schon diesen ganzen Abend wert, mir lief ein Schauer nach dem anderen über den Rücken.
Es ist an der Zeit, einmal etwas zu erwähnen, was mir seit diesem Meeting, und eigentlich auch schon vorher auf meiner Seele brennt. Was haben wir für ein großes Glück, erstens einer Formation wie URIAH HEEP zu huldigen. Was haben wir für ein Riesenglück, einem solch einmaligen Fanclub anzugehören. Ist es uns überhaupt richtig klar, was da während unseres diesjährigen Meetings eigentlich passiert ist???
Wir waren mit dem zweiten Sänger von URIAH HEEP, mit dem Nachfolger von DAVID BYRON zusammen, mit JOHN LAWTON!!! Ist so etwas überhaupt zu fassen, zu begreifen?????
Ich jedenfalls stand JOHN LAWTON an diesem Abend das erste Mal persönlich gegenüber. So tiefe Gefühle wie beim ersten Male mit MICK BOX und Co. in Lemelerveld (Holland) 1992 und KEN HENSLEY in Frankfurt vor zwei Jahren wollten sich nicht einstellen. Das heißt jedoch keinesfalls, dass ich nicht tief berührt gewesen wäre!! Es war sicherlich ein Fehler meinerseits, dass ich ein T-Shirt mit einem Bildnis von KEN HENSEY angezogen hatte, was JOHN LAWTON offensichtlich nicht sehr angenehm war! Für mich war es wunderbar, dass ich mich mit ihn in Deutsch unterhalten konnte. Auf meine Bemerkung, ich wäre auf allen für mich erreichbaren URIAH HEEP Konzerten gewesen, meinte er ironisch witzig: “… ach Du warst das …?” Wie blöd von mir, da verhalte ich mich wie ein fünfzehnjähriger Teenager.
Jedenfalls ist John auf der Bühne ein 100%iger Routinier. Und das Singen mit seiner kräftigen Stimme hat er auch nicht verlernt! Mit seinen drei Vollblutmusikern spulte er unter dem namen GUN HILL ein musikalisches Feuerwerk herunter, dass man sich nur so freuen konnte. Besonders möchte ich das Stück “Little Sister” von RY COODER erwähnen – eines meiner Lieblingssongs.
John with “Snake” Innocent Vicitm! Aargh !!! Als Mirek John eine riesige Gummischlange auf die Bühne reichte, sagte John, der jeden Spaß mitmachte: “Ich weiß nicht warum, aber ich habe es versprochen!”
GUN HILL spielten an diesem Abend tatsächlich noch zwei Stücke aus JOHN LAWTON’s URIAH HEEP Periode: “Free Me” und “Cheat’n Lie” Übrigens: Ausgezeichnet! Kraftvoll und sehr nah am Original!!
John Lawton, Traudl Dietz und Peter Panka gemeinsam auf der Bühne Auf einmal bat bat John Lawton um Stille und begann eine soeben eingetroffene Grußnachricht (Fax) zu verlesen. MICK BOX, der mit Heep gerade wegen eines Festivalauftritts in München weilte, ließ den Fanclub STAY ON TOP herzlich grüßen und wünschte ein schönes Wochenende. Eine nette Geste wie ich finde. (Dank an Peter Weber für Vermittlung – Bernd)
Witzig war es, als Peter Panka von JANE die Bühne enterte, in sehr bierseliger Stimmung. Alles in Allem war es ein sehr, sehr gelungener Abend!! Noch einmal großen Dank an Peter Bethge mit Familie und Team!!!
Nur für Eingeweihte: “Falling Down” erfolgte punkt eine Stunde nach Mitternacht, also 1.00 Uhr in der Rocknacht im TAM TAM!!!
Anschließend saßen wir noch in verschiedenen kleinen Grüppchen zusammen, bis wir vom Service-Personal zunächst freundlich, später immer eindringlicher gebeten wurden, diese Stätte zu verlassen.
Da diese erfolgreiche Nacht bis in die frühen Morgenstunden gedauert hatte, verlief der darauffolgende Samstag entsprechend ruhig. Es wurde in Alben geblättern, verhalten miteinander gesprochen, CD’s ge- bzw. verkauft, T-Shirts verkauft und ich war sehr glücklich, endlich auch Stefan Eickhoff kennengelernt zu haben. Telefoniert hatten wir ja schon des öfteres, Gelsenkirchen via Berlin.
Für mich als Feinschmecker gilt es, besonders all die Köstlichkeiten (Fleischtöpfe Ägyptens) vom Grill und die raffinierten Salat-Creationen zu lobpreisen! Ach ja, JOHN LAWTON schaute auch noch kurz an unserer Feierstätte vorbei. Eigenartigerweise wurde er nicht von unseren Mitgliedern umlagert und mit vielen Fragen konfrontiert. Ich ließ mir noch einige Signaturen geben.
Es war dies mein drittes Meeting, und obwohl jedes für sich einen eigenen Charme besaß, war es dieses Jahr ein absoluter Höhepunkt.
Um diese Frage ging es auch in einer Diskussion, welche erst zu sehr fortgeschrittener Stund von unserem Miglied Uwe Reuters aus Aachen angeregt wurde. “Ist so etwas wie in diesem Jahr überhaupt noch zu überbieten?”
Wohl kaum. Oder doch? Unser Meeting einmal vorverlegen, wenn in Frankfurt die Musikmesse stattfindet und KEN HENSLEY dor weilt? Oder unser Meeting in die Nähe eines stattfindenden URIAH HEEP Konzertes legen?
Bevor ich am Sonntag nach Hause fuhr, zeigte mir Peter Bethge noch schnell eine von einem Künstler geschaffene Skulptur zum Thema URIAH HEEP. Sensationell !!! Es ist immer wieder eine Offenbarung, in Wohnzimmer anderer URIAH HEEP Fans zu kommen. In all diesen Wohnzimmern weht der Geist von URIAH HEEP. Das hat Klasse. Über dies Skulptur möge Euch Peter genaueres berichten. Ich war jedenfalls platt und restlos begeistert !!
Auf der Autobahn, während ich den lautstark aufgedrehten Klängen auf der Cassette lauschte, überholte ich Uwe Reuters und Lars Peper, die auf der gleichen Strecke unterwegs waren, nur etwas früher aufbrachen. Uwe war mir bis Samstag Abend gar nicht sonderlich aufgefallen. Aber spätestens als ich es gewahr wurde, dass er ein Buch über URIAH HEEP herausbringen möchte, wurde ich hellwach! Inzwischen haben wir einen richtigen guten, intensiven Kontakt miteinander aufgebaut, so dass wir auch zusammen auf einem weiteren URIAH HEEP Konzert am 27.10.96 in Köln waren.
Vorher noch ein Wort zu diesem Buch:
Wenn ich es richtig verstanden habe, fließen darin einige wertvolle Beiträge einiger TIMES Redakteure mit ein und das finde ich großartig! Was kann es schöneres geben, als wenn die Gedanken und sorgfältigen Recherchen unserer Familien-Club-Mitglieder auf einem solchen Wege innerhalb eines solchen Rahmens interessierten Mitmenschen nahegebracht werden? Noch dazu mit Namensnenneung. Also ich wäre stolz, wenn auch einer meiner Beiträge dort erscheinen würde.
Was nun das eben angesprochene HEEP-Konzert angeht, es war für mich das erste Mal, dass ich nicht eine einzige Minute im Publikum verbracht hatte. Mit meinem Backstage-Pass hielt ich mich die ganze Zeit neben und hinter der Bühne auf, schaute ab un an nach vorne und dachte, da hast Du früher auch gestanden. War ein echt tolles Gefühl!
Vor dem Konzert saßen wir mit MICK BOX in Tourbus, um mit ihm über das Buch zu sprechen. Der Journalist einer regionalen Zeitung führte mit Mick noch ein Interview. Ich nehme an, dass Uwe in unserer TIMES noch etwas darüber schreiben wird. Mick hat wohl angedeutet, das Kapitel KEN HENSLEY wäre noch nicht zugeschlagen (was auch immer das bedeuten möge).
Der Set war – wie immer. Einzig “Love In Silence” ist dazugekommen. Ansonsten alles genau wie vorher! Bei “Stealin’” bin ich panikartig durch den Bühneneingang auf die Straße gelaufen. Als “Dream On” kommen sollte, und Mick und Trevor schon auf ihren Stühlen saßen, fiel die Akustik-Gitarre von Trevor aus.
Es wurde eiligst in großer Hektik neue Kabelverbindungen hergestellt. Trotzdem fiel das Stück zunächst aus. Mick Box und seine Mannen haben es sich jedoch erfreulicherweise nicht nehmen lassen, “Dream On” dann noch hintendranzuhängen.
Ja, ja, die Band, deren Namen unser Club trägt, ist schon etwas genaz Besonderes. Nach wie vor.
Jedoch fragte ich mich, und nicht nur ich, wieso spielt RITCHIE BLACKMORE mit mehr oder weniger unbekannten Musikern in ausverkauften Hallen, obwohl der Veranstalter ebenfalls Herr Hänsel ist !?!?! Warum füllen DEEP PURPLE auch ohne RITCHIE BLACKMORE Riesenhallen?!?! Und URIAH HEEP spielen auf einem Schulhof in Wesel-Ginderich !!!!
Freunde, da steckt dicke der Wurm drin. Da wird alles falsch gemacht. Wenn es noch nicht einmal mit so einer starken CD (nein, ich nenne den Titel jetzt nicht mehr) möglich war, wieder wenigstens etwas nach oben zu gelangen, ……… ?!?!?
Ich wünsche Euch allen, meine lieben Freunde, ein gesundes, glückliches & zufriedenes 1997 !
Euer – trotzdem und gerade deshalb – wie immer total ver – URIAH HEEP – ter
Jürgen Scholz
Gedanken zur Zeit ( 3.7.05) von Jürgen Scholz
Meine lieben Freunde !
Seit geraumer Zeit laufe ich mit den folgenden Visionen in meinen Gedanken umher.
Ich fahre mit meinem Auto, nachdem ich es für ca. 80 Pfennige pro Liter Super Benzin voll getankt habe, auf einer kaum befahrenen, breiten Straße, neu und glatt asphaltiert, mit grünen Bäumen rechts und links am Straßenrand, in eine imaginäre größere Stadt, in welcher ich ohne jedwede Probleme einen freien, bequem einzuparkenden, kostenfreien Parkplatz für meinen PKW vorfinde. Sehr angenehm ist es, weder durch moderne Wegelagerei noch von uniformierten “Ordnungshütern“ zur Kasse gebeten und um mein Geld gebracht worden zu sein! Da ich selbstverständlich ganz in der Nähe der großen Konzerthalle parken konnte, gehe ich, gemütlichen Schrittes, zu der geöffneten Vorverkaufsstelle, wo mir eine sehr nette, höfliche, freundliche und hilfsbereite Dame eine Eintrittskarte für ein Konzert mit URIAH HEEP für ca. 12,00 Deutsche Mark verkauft.
Am Abend des Konzertes kann ich sehr bequem in der ersten oder zweiten Stuhlreihe genau in der Mitte sitzen und ein Konzert mit den Musikern DAVID BYRON, GARY THAIN, KEN HENSLEY, MICK BOX und LEE KERSLAKE genießen. Nach drei Zugaben verlasse ich die Halle mit einem absoluten Glücksgefühl, um ohne Stau, rücksichtsloses Gedrängel oder sonstige Ärgernisse wieder nach Hause zu fahren.
Utopie? Mitnichten; ich hab’s – vor ca. 100 Jahren – tatsächlich erlebt.
Nur das mit den Sitzreihen entspricht nicht so ganz der Wahrheit; obwohl, beim allerersten Konzert, noch mit PAUL NEWTON und KEITH BAKER auf einer nur spärlich beleuchteten Bühne in einem kleinen Saal in der Stadtmitte von Düsseldorf, dort befanden sich tatsächlich noch Stühle. Ich jedenfalls habe mich damals mit meinem verstorbenen Freund Conny Konrad in der Saalmitte links stehend aufgehalten und lautstark den Titel “HIGH PRIESTESS“ gefordert, was nicht erfüllt wurde.
Überhaupt bestanden große Teile dieses für mich ersten Konzertes mit URIAH HEEP aus vielen Improvisationen.
Tja, und nun ist der Zeitgeist in immer schneller werdenden Schritten weiter und weiter davon gerannt und hat schon lange, lange, sehr lange die gute Musik aus den 70er Jahren hinter sich gelassen. Und so ist es kein Wunder, dass die Schar der Fangemeinde von und um URIAH HEEP immer dünner wird. Das musste auch schon so ein großartiger und begnadeter Musiker wie KEN HENSLEY schmerzlich erfahren.
Das bislang letzte Grossereignis liegt nun auch schon wieder geraume Zeit hinter uns, und zwar hatten Oliver Lange, Thomas Müller, Kai Ralff, Stefan Richelsen und Carsten Sylwasschy (Alphabetisch) einen tollen Event zum 20. Jahrestag vom S.O.T. in Hamburg organisiert. Es war wirklich für alle die mit dabei waren ein Super Erlebnis mit KEN HENSLEY, JOHN LAWTON, PAUL NEWTON und KEITH BAKER sowie all den hochkarätigen Musikern die Abende zu verbringen. Nicht zu vergessen LANA LANE, die zusammen mit ERIK NORLANDER den Titel “Weep In Silence“ ganz genau so Live interpretierte wie wir es von LANA’s Studio Aufnahme her kannten. Der einzige musikalische Schwachpunkt war, nach meinem persönlichen Empfinden, das dumpf und künstlich klingende Computer-Schlagzeug von KEN’s Begleitband. Dafür war sein Gitarrist umso brillanter. Ja und dann wäre auch noch auf die Millionen Tränen hinzuweisen, die auf den Fußboden des “Downtown Bluesclubs“ tropften, als JOHN verkündete, es hätte einst in Hamburg für ihn begonnen und es müsse jetzt in Hamburg enden und er wolle sein Mikrofon nunmehr an den Nagel hängen. Betretene und bestürzte Gesichter waren das Ergebnis ob dieser Ankündigung!
Ich möchte an dieser Stelle ein riesengroßes “Dankeschön“ an Stefan Richelsen entsenden, welcher mich weit nach Mitternacht auf der Straße aufsammelte und mich, gemeinsam mit STEVE DUNNING, zu meinem Hotel im Schanzenstern Viertel brachte!!
))
Unvergessen auch der Besuch der Modelleisenbahn-Anlage “Miniatur Wunderwelt“ in der Speicherstadt, gemeinsam mit meinen Freunden vom “Stay On Top“ Fanclub. Und es ist mir persönlich ein großes Anliegen, die über Jahre entstandenen Verbindungen und Freundschaften nicht enden lassen zu wollen! Ich schlage deshalb an dieser Stelle vor, einmal im Jahr ein Treffen auf dem Ferienhof Homann in Brilon zustande kommen zu lassen.
Ich musste in Hamburg für mich selbst schmerzhaft feststellen, dass ich nun nicht mehr in der Lage bin, über mehrere Stunden stehend vor einer Bühne zu verbringen. Das ist mir mit 57 Jahren, die ich ja nun mal inzwischen geworden bin, aus nachvollziehbaren Gründen einfach nicht mehr möglich.
Ist Euch eigentlich klar, dass seit “SEA OF LIGHT“ schon 10 (zehn!) Jahre vergangen sind??? Leider ist es nun soweit gekommen, dass es nichts Neues zu berichten gibt, und immer wieder die nostalgischen, lange und länger zurückliegende Ereignisse immer wieder zu Papier gebracht werden müssen, was schließlich auch mir immer schwerer fällt. Da taucht natürlich auch die Frage auf, was sollte denn nun in einer neu zu gestalteten “Times“ veröffentlicht werden? Man weiss ja schon gar nicht mehr, was über die nicht mehr nachvollziehbaren, unzähligen Live-Veröffentlichungen von URIAH HEEP zu schreiben wäre.
Wenn es – ich sage jetzt mal vorsichtig – zurzeit keine “Times“ mehr geben kann, dann wäre ein Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft in unserem Club in Höhe von 10,00 Euro angezeigt.
Damit schließe ich meine “Gedanken zur Zeit“ mit der Bitte, möge das Schaffenswerk von URIAH HEEP auf ewig bestehen.
Ich selbst werde nun also zukünftig in diesem Forum den einen oder anderen Gedankensplitter einfließen lassen und sollte tatsächlich noch mal ein neues Studio Album von URIAH HEEP unsere Herzen höher schlagen lassen, gebe ich sowieso wieder meine unmaßgebliche Meinung zum Besten.
Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen






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