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David Byron – The Early Sessions 1968-1970–eine Rezension von Ralf Schünemann

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CD „David Byron – The Early Sessions 1968-1970“
(erschienen am 29.01.2012 zum 65. Geburtstag von David Byron)

„David Byron – The Early Sessions 1968-1970“ ist eine CD-Produktion, die ich nie für
möglich gehalten hätte und die mich in mehrfacher Hinsicht positiv überrascht. Es
fängt an mit der hervorragenden Klangqualität direkt vom Mastertape (!) über die
ansprechende äußere Gestaltung bis hin zur gelungenen Zusammenstellung der
Titel.

Erstaunlich finde ich die Zähigkeit eines Ron Mann, ohne den es diese Produktion
nie gegeben hätte. Ohne ihn wären diese Werke für die Öffentlichkeit verloren
gewesen. Deshalb geht an Ron mein besonderer Dank. Nur so ist auch meine
jahrelange Recherche nicht vergeblich gewesen.

Es ist mein Wunsch, daß David Byron nicht einfach der anonyme Uriah Heep-
Sänger bleibt, den nur Insider namentlich kennen. Er soll durch dieses Projekt auch
in der Öffentlichkeit bekannt werden und die verdiente Anerkennung für seine
musikalischen Leistungen bekommen.

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Eine Anmerkung zu den Songs:
Einmal im Monat wurde anhand der Top-aktuellen Englischen Hitliste eine LP mit 12
Titeln (manchmal auch andere Formate wie Mini-LP, EP etc.) mit nachgesungenen
Versionen preiswert auf den Markt gebracht. Das waren die sogenannten
„Taschengeld-Schallplatten“. Diese wurden vor allem von Jugendlichen gekauft, weil
das Geld für die Originalversionen nicht ausreichte.

Der Studio-Musiker John Smith (von der Beat-Band „John Smith & The New
Sound“) war an einer konkurrierenden Produktionsreihe der 60er Jahre aktiv beteiligt
und kann folgendes dazu berichten:

„…wir Musiker bekamen ein Tape mit den Originalversionen für zu Hause. Oft ging es
schon am nächsten Tag ins Studio. In wenigen Stunden, meistens nur mit einem
„Take“ pro Song, wurden die Musikstücke eingespielt. Vorhandene Fehler und
Unreinheiten wurden hinterher beim Abmischen irgendwie korrigiert…“

Die Schallplatte wurde danach im Eiltempo hergestellt und veröffentlicht. Denn die
Top Hits wären schon wenige Tage später nicht mehr aktuell genug gewesen, um mit
diesen Cover-Versionen ein lohnendes Geschäft zu machen.

Meine persönliche David Byron-Geschichte
Für mich begann alles 1998 mit meinem kurzentschlossenen Eintritt in den
Deutschen Uriah Heep- Fanclub „Stay On Top“. Ich war überrascht, daß es zu
diesem Zeitpunkt so einen Club überhaupt gab und hatte nur zufällig davon erfahren.
Dort war ich gut über Aktuelles von Uriah Heep informiert und konnte Gleichgesinnte
treffen.

Doch schon bald erfuhr ich im Club von den geheimnisvollen David Byron-
Chartbusters. Von sehr wenigen Songs abgesehen, waren diese Aufnahmen
spurlos verschwunden. Das ließ mich nicht mehr los. Es war eine faszinierende
Vorstellung: David Byron, die Stimme von Uriah Heep singt Chart-Hits der 60er
Jahre. War er nicht eigentlich ein Rocksänger? Wie würde sich das anhören?

Als ich 2002 erstmals online ging, gehörte die Suche nach Hinweisen zu diesen
Chartbusters- Produktionen zu meinen ersten Bewegungen, die ich jemals im
Internet machte. In einer Musik-Tauschbörse konnte ich tatsächlich einige dieser Top
Hit- Versionen von einem Anbieter aus Finnland herunter laden. Die Songs waren in
schlechter Qualität, aber trotzdem sensationell. Denn die Stimme gehörte zu David
Byron. Es waren Titel wie z. B. „You Can Cet It If You Really Want“, „Montego Bay“,
„Question“ und „He Ain’t Heavy, He’s My Brother“.

Ich brannte alles auf CD und hörte es mir wochenlang täglich an, bis sich jedes
Detail in meinem Kopf festgesetzt hatte. Dann begann ich, Second Hand- Geschäfte
und Flohmärkte nach namenlosen Top Hits- Schallplatten zu durchstöbern. Zunächst
mit wenig Erfolg. Denn ich wußte ja nicht einmal, wie diese Produktionen und Label
hießen oder wie die Schallplatten aussahen. Ich mußte also sehr viel Glück haben
und genau diese Songtitel finden. Ein scheinbar unmögliches Unterfangen…

Im November 2003 nutzte ich einen freien Tag zum Stöbern im benachbarten
Hannover. In einem Geschäft für gebrauchte Schallplatten entdeckte ich in einer
Wühlkiste zwei LP des Deutschen Labels „Somerset“ von 1969 + 1970. Darauf
gelistet waren Englische Chart Hits ohne Angabe von Interpreten. Zwei dieser
Songs, die ich aus dem Internet kannte, waren aufgelistet. Ich hörte kurz hinein. Es
waren tatsächlich die Versionen, die ich heruntergeladen hatte. Zum günstigen Preis
von insgesamt 5,- Euro kaufte ich diese beiden LP und hatte zu Hause ein
unglaubliches Musikerlebnis. Alles wurde gesungen von David Byron und einer
unbekannten Frauenstimme.
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Damit besaß ich einen ersten Anhaltspunkt zur weiteren Suche. Ich entdeckte nun
immer mehr Schallplatten, die auch wieder Hinweise enthielten usw. Die
Erfolgsquote, David Byron-Versionen zu finden, lag zu der Zeit bei etwa 50% der
gekauften Tonträger. Es tauchten immer mehr Songs mit seiner Stimme auf.

Ich digitalisierte alles und präsentierte es den Freunden im Uriah Heep-Fanclub. Dort
fand es Beachtung. Es erschien ein Bericht im Clubmagazin „Times“ dank unseres
damaligen Redaktionsleiters Christof Mallet. Uriah Heep -Jahrbuchautor Uwe
Reuters las es und nahm diese Entdeckungen in seine Jahrbücher auf. Uriah Heep-
Freunde aus aller Welt meldeten sich daraufhin bei mir mit Fragen oder wichtigen
Hinweisen, meistens per E-Mail. Ich erfuhr dann irgendwann von der David Byron-
Webseite. Offenbar waren noch andere zeitgleich am Recherchieren… So nahm
alles seinen Lauf.
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Das Äußere der CD
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Kaum zu glauben, ich halte sie hier in der Hand. Eine CD mit genau diesen
sagenumwobenen Titeln. Auf dem schwarzen Hintergrund des CD-Titelblattes ist
David Byron in singender Haltung zu sehen. Die Konturen wirken ein wenig
verwischt, was dem Ganzen eine interessante, nostalgische Note gibt. In gelber
Schrift ist oben der Name „David Byron“ zu lesen, unten der Schriftzug „The Early
Sessions“ und der Name des Plattenlabels „Artistry“. Schlicht und gut gemacht.

Auf der Rückseite des kleinen Booklets sind die 20 Titel aufgelistet. Völlig
unterschiedliche Stilrichtungen sind es: Soul, Folk, Beat, Pop und Rock. Eben solche
Songs, die damals in der aktuellen Hitliste standen. Damit wurde den beteiligten
Musikern einiges abverlangt.

Im blaßgelb gefärbten Innenteil befindet sich ein höchst interessanter Bericht von
Colin Richardson. Er war damals der Produzent für „Artistry“ und niemand kennt die
Begebenheiten, Stimmen und beteiligten Personen besser als er. Von ihm erfährt
man, wer sonst noch mit im Studio war. Namen wie Dana Gillespie, Peter Lee
Stirling
(=Daniel Boone), Reginald Dwight (=Elton John) und Alan Caddy tauchen
hier auf.

Ebenfalls im Innenteil des Booklets gibt es ein kurzes Statement von Ron Mann, der
mit seiner unglaublichen Energie schließlich alle Informationen zusammengetragen,
geordnet und öffentlich zugänglich gemacht hat. Und nicht nur das. Ron hat dafür
gesorgt, daß es neben dieser liebevoll und übersichtlich gestalteten Webseite
(www.davidbyron.net) jetzt zur Produktion dieser Chartbusters-CD gekommen ist. Bei
ihm laufen alle Fäden zusammen.

Auf der Booklet-Rückseite sind nochmals die Songtitel abgedruckt. Dort gibt es
weitere Angaben zur Produktion. Die Scheibe selbst wurde mit einem schönen Rot
mit silberner Schrift bedruckt. Das hat edlen Charakter.

Die Songs
Jetzt bin ich gespannt auf die Musik, schiebe die Scheibe in meinen CD-Player und
lehne mich zurück. Währenddessen wandern meine Gedanken noch einmal an die
spannende Zeit zurück, wenn ich mit neuen Entdeckungen vom Flohmarkt zurück
kam und voller Spannung die unbekannten Chartbusters- Schallplatten auflegte. So
ähnlich ging es mir jetzt auch.

Die CD beginnt mit Soul Deep von The Box Tops. Der Einstieg ist sanft und weich.
Davids Stimme kommt mit viel Gefühl herüber, passend zu diesem melodiösen
Sound. Wer ihn bisher nur als Rocksänger kannte dürfte überrascht sein von diesem
Feeling, das mit einer besonderen Leichtigkeit gebracht wird. Es ist eine schöne
Version dieses Songs.

Mit Come and Get It von Bad Finger gibt es den ersten von 3 Songs, die Beatles-
Bezug haben. Ein ganz anderer Sound ist das jetzt. Poppig, ein wenig rockig und
unterhaltsam. Auch jetzt wieder mit gutem Gesang und nahe am Original, was ja
Voraussetzung für den Erfolg war. Von diesem Titel existiert übrigens auch eine
Elton John- Version, qualitativ etwa vergleichbar mit dieser. Ist er es vielleicht, der
hier an einigen Stellen neben David Byron zu hören ist?

Was nun folgt basiert für mein Empfinden auf jener Amerikanischen Folkmusik, die
sich durch eingängige Melodien mit viel Gefühl und bildhaften Texten darstellt. Eine
Musik, die ich bereits als Kind in den 60er Jahren gerne gehört habe. Yellow River
von Christie gehörte damals zu meinen Lieblings-Songs. Diese Version beginnt so,
daß man sie kaum vom Original unterscheiden kann. Instrumental sehr dicht dran.
Erst nach dem Einsetzen des Gesanges läßt sich anhand der Weichheit und
Leichtigkeit der Stimme ein Unterschied ausmachen. So singt nur David Byron.

Nun wird es rockig. Wer erinnert sich nicht an C.C.R. und deren unglaublich
mitreißenden Country-Rock? Man kann gespannt sein, wie Bad Moon Rising von
C.C.R. auf Byron-Art klingt. Der Beginn ist wie erwartet kraftvoll und rockig. Schnell
setzt Davids klare und feste Stimme dazu ein. Aber auch hier ist der gewisse seidene
Hauch im Gesang zu spüren. Es ist nahe am Original. Mitrocken und
Gänsehautfeeling – beides steckt in dieser Version.
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Schon wieder gibt es einen ganz anderen Musikstil. Diesmal ist es Viva Bobby Joe
von The Equals. Es ist Pop mit afrikanischem Einschlag und klingt zudem ein
bißchen wie Bubblegum Musik. Der Gesang klingt höher und weniger Voluminös im
Vergleich zur Schwarzen Stimme beim Original. Aber trotzdem paßt alles gut.
Insgesamt ist es der bekannte schwungvolle Sound der Equals. Es ist gut, daß David
sich hier zwar gekonnt anpaßt, aber sich nicht völlig verstellt. So ist es jetzt ein
besonderer Hörgenuß.

Mit Behind A Painted Smile von den Isley Bros. ändert sich der Stil erneut.
Schwungvoll und soulig ist es von Anfang an. Dieser Song lebt vom Gesang. David
Byron setzt ein, begleitet von melodiösen und kräftigen Backgrounds. Sein
Gesangspart hat schnelle Wechsel, stark wechselnde Höhen und Mitteltöne in
schneller Abfolge. Dabei kommt an einigen Stellen sein unverwechselbarer Tremolo-
Gesang hervorragend zur Geltung. Es ist ein Genuß, diesem Stimmungswechsel zu
lauschen. Gegen Ende ist sogar einige Male David’s hohe Kopfstimme zu hören, wie
sie später den Uriah Heep- Sound unverwechselbar geprägt hat.

Abwechslungsreich bleibt es mit dem Road- & Rockersound á la Canned Heat. Let’s
Work Together
ist kräftiger Rock von Anfang an. David Byron liegt hier mit seiner
Rock & Roll- Stimme genau richtig. Fest und kräftig kommt sein Gesang. So ist es
eine explosive Mischung, die keinen Hörer stillsitzen läßt. Mitmachen passiert von
alleine.
Es ist auch instrumental hervorragend und mitreißend gespielt in einem tollen
Rhythmus. Kein Wunder, denn Baß und Gitarre bedienen hier die Uriah Heep-
Mitbegründer Paul Newton und Mick Box. Diese Coverversion hat Chartqualitäten.

Romantisch geht es weiter, wie die Rainbow- Version (Original von Marmalade)
deutlich zeigt. Es hat einen Liebeslied-Charakter. Der Gitarren-Einstieg ist ruhig und
bedächtig. Dann geht es im Countrystil weiter und bleibt so. Ein sehr sanfter Gesang
zieht sich durch den ganzen Song. Eine zweite Stimme ist zu hören. Vom Klang her
könnte das Daniel Boone sein. Schön sind die harmonischen zweistimmigen Parts.

Sehr gut erinnere ich mich noch an die alte Zeit, wo Tommy James & The
Shondells
in den Hitlisten standen. Das kraftvolle Mony Mony ist ein krasser
Gegensatz zu dem vorigen Song. Sofort ist es kräftig rockig und bald kommt der
Gesang dazu. Jetzt ist es erneut die Rock & Roll- Stimme von David Byron, die hier
Akzente setzt. Unverkennbar. Manche Stellen schreit er regelrecht heraus zu dem
hämmernden Rhythmus, der den Song durchzieht. Auch die originalen
Sprechelemente sind im Zwischenpart dabei und an der einen oder anderen Stelle
ertönen ansatzweise sehr bekannte Schreie… Dieses Stück ist ein besonderes
Hörerlebnis.

I’m Gonna Make You Mine von Lou Christie ist in dieser Version an Frische und
Gesangsfreude kaum noch zu überbieten. Es beginnt sofort mit vollem Schwung.
Bereits der kurze instrumentale Einstiegspart ist mitreißend. Dann setzt David’s
Gesang mit einer unglaublichen Mächtigkeit und Gesangsfreude ein. Und es steigert
sich herrlich rhythmisch immer weiter, bis es sich im Refrain zu einem
Wechselgesang mit einer herrlich prickelnden Frauenstimme entwickelt. Was für eine
Power! That’s Soul! Noch lange klingt dieser Song im Ohr nach…

David Byron ist offenbar in der Lage, sich in jeden Part hineinzufühlen. Er überrascht
erneut bei John Lennon’s Friedenshit Give Peace a Chance. So als ob es nichts
Leichteres gäbe schlüpft er in John’s Vorsänger-Rolle. Er geht darin völlig auf und es
hört sich so an, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Weitgehend alle Elemente,
der Sprechgesang aber auch instrumentale Parts kommen in dieser Cover-Version
vor. Es wirkt für mein Empfinden im Direktvergleich etwas sanfter. Interessant, wie
David auch diesen Part auf seine eigene Art meistert.
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Rockig-melodisch wird es mit John Fogerty’s Hammer-Song Long As I Can See
The Light.
Rhythmisch und mitreißend beginnt es. David’s Gesang läßt etwas das
Raue vermissen, was mir vom Original her vertraut ist. Aber auf seine spezielle Art
macht er es trotzdem hervorragend. Jeder Ton stimmt und die Stimme springt
gekonnt hin und her, von einem Extrem ins andere. Auch die „Oh Yeah“- Schreie
haben hier etwas spezielles. Ein wenig künstlich wirkt der durch Echoeffekt
verstärkte Saxophonsound. Aber trotzdem nicht schlecht. Insgesamt ist Long As I
Can See The Light in dieser Version ein Erlebnis, nicht nur für Byron-Freunde.

Ein „schräger“ Beginn läutet John Lennon’s Drogenentzugs-Song Cold Turkey ein.
Es besteht aus gerufenen kurzen Sätzen ohne Betonung, bewußt hektisch und
dramatisch hintereinander gesungen. Kräftige Bässe und schrille Gitarrenfetzen
verstärken diese Atmosphäre. Die bekannte sanfte Stimme wurde jetzt optimal
angepaßt. Alles mündet mehrmals in einen kurzen Refrain hinein, bevor schließlich
eine Mischung aus Schrei- und Stöhnlauten ein heftiges Ende setzt. Eine gut
umgesetzte Variante.

American Woman von Guess Who ist ein besonderer Rock-Evergreen. Diese
vergleichsweise sanfte Version hat sofortigen Wiedererkennungswert. Instrumental
schön umgesetzt setzt schließlich David‘s typische Stimme ein. Er versucht gar nicht
erst sich zu verstellen. Er legt einfach los. Immer wieder unterbrochen durch die
angenehm klingenden Instrumentalparts. Es ist eine Freude für Uriah Heep- Fans,
aber auch für Freunde harmonischer Klänge. Bei den schnell zu singenden Höhen
kämpft David ein wenig, bekommt aber immer wieder die Kurve. Hier gibt es nur
eines: Zuhören und wirken lassen…

Was nun folgt möchte ich als verspielten Space-Pop bezeichnen. Es ist der Song
Urban Spaceman von der Bonzo Dog Doo Dah Band. Vor der Entdeckung dieser
Version kannte ich den Song überhaupt nicht. Nach dem kurzen Einstiegspart sind
sofort David’s Popsänger-Qualitäten zu erkennen. Das kann er mindestens genauso
gut wie Rock & Roll. Grundsätzlich wirkt er sehr sicher bei Popmusik. Der Song ist
einfach gestrickt und geht bereits ein wenig in Richtung Klamauk, wie besonders am
Schlußpart zu merken ist. Es ist nette Unterhaltung und in diesem speziellen Fall mit
einer besonders großen Stimme.

Einfühlsam wird es mit dem Marmalade-Song Reflections of My Life. Es ist ein
sehr zarter und ruhiger Song, der mit sanfter Akustikgitarre beginnt. Ein unerhört
gefühlvoller Gesang setzt dazu ein. Hier geht David regelrecht auf. Klasse dann die
Steigerung in den melodischen Refrain hinein. Auch die 2. Stimme singt er
möglicherweise selbst. Sanft geht es weiter, zwischendurch mit einem schönen
Instrumentalpart. Und dann wieder dieser zarte, gefühlvolle Gesang. Die ruhige Seite
des als Rocker bekannten David Byron tritt hier besonders angenehm in den
Vordergrund.
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In einem Gänsehautträchtigen Duett mit Dana Gillespie wurde der Blue Mink-
Song Melting Pot interpretiert. Dieser Hippie-Song beginnt nach einem schönen
Piano-Einstieg mit der wunderschönen Stimme von Dana. Mit einem „Yeah“ im
Hintergrund kündigt sich David Byron schon einmal an und steigt schließlich in
gleicher Manier ein wie schon bei „Reflections of My Life“: Zart und ruhig kommt
seine Stimme zur Geltung und ist die ideale Ergänzung zum großartigen, klaren
Gesang von Dana. Es ist einfach ein Genuß, den beiden zu lauschen. Das klingt
gerade so, als würden sie sich unterhalten und die Welt um sich herum vergessen
haben. Herrlich melodisch ist der zweistimmige Refrain. Gegen Ende dann noch ein
„freier“ Schrei von David in seiner typischen Weise.

Ein weiteres Duett von Dana und David folgt. Deutlich kräftiger und poppiger ist jetzt
Good Morning Freedom, ebenfalls von Blue Mink. Hier kommt Davids soulige
Variante seiner Stimme zur Geltung. Ja, er beherrscht sie sogar außerordentlich gut.
Dana singt dazu glasklar. Es macht Spaß, diesen beiden dabei zuzuhören, wie sie
sich gegenseitig übertrumpfen wollen. Schwungvoll geht diese gut interpretierte
Song-Version gleichbleibend gut bis zum Ende weiter und macht gute Laune.

Einer, der mit David Byron eng befreundet war, ist Peter Green (besser bekannt als
Peter Lee Stirling, Daniel Boone). Oft haben die beiden gemeinsam im Studio Top-
Songs produziert und hatten, wie Peter sagte, immer viel Spaß dabei gehabt. So z.
B. bei Klamauksongs wie „Lily The Pink“, wo die beiden zahlreiche unterschiedliche
Charaktäre spontan im Gesang imitieren mußten. Aber auch so ein Epos wie „Eloise“
gehörte zu ihren gemeinsamen Produktionen.
Der Song Soul Sister Brown Sugar von Sam & Dave ist auf diesem CD-Compiler
ein Tribut an Peter Lee Stirling. Er ist in dieser Version der Leadsänger und steht
David Byron in nichts nach. Beide haben in bestimmten Tonlagen eine fast
identische Stimme. Soul Sister Brown Sugar beginnt kräftig und soulig. Schnell
setzt Peters feste, voluminöse Stimme dazu ein, so als hätte er nie etwas anderes
gesungen. Auch instrumental wird es rhythmisch gut begleitet. Eine besondere
Gesangsleistung ist in dem kurzen Zwischenpart zu vernehmen. Ich höre es immer
wieder gerne.

Ein unterhaltsamer Song der späten 60er Jahre setzt den Schlußpunkt. Es ist
Something Is Happening von den Herman’s Hermits. Diese Version ist gut
umgesetzt und gibt von Beginn an die richtige Atmosphäre wieder. Sanfter Beat der
60er Jahre. Die Stimme von David paßt hervorragend zu dieser etwas schmalzigen
Geschichte vom Verliebtsein. Es hat einen einfachen aber eingängigen Refrain, der
„…eieiei…“ gesungen wird. Danach geht es nett melodisch weiter. Immer wieder mal
blitzt das Tremolo aus David’s Stimme auf. Er klingt durchgehend locker und
entspannt bei diesem Song. Ich denke, das hat er mit Spaß und Leichtigkeit
gesungen.
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Fazit
Diese CD-Produktion ist für mich etwas ganz Besonderes. Aber wohl auch für viele
Uriah Heep- und Rockmusikfans weltweit. Die Art der Musik (aktuelle Charts der
60er) dürfte auch alle Radiomusik -Konsumenten von damals ansprechen, die mit
dem Umfeld von Uriah Heep sonst nicht so viel anfangen können (wer erinnert sich
nicht an Radio Luxemburg, das immer die aktuellste Musik ausstrahlte und heimlich
mit dem Kofferradio unter der Bettdecke gehört wurde…? :-) .

Nach dem Hören dieser CD ist es überraschend, daß David Byron gar nicht
unbedingt der „harte“ Rocksänger ist. Denn seine Stimme bewährt sich auch
erstklassig bei Pop, Soul, Folk, Rock & Roll, Beat und im gefühlvollen Duett. Eine
besondere Vorliebe von David Byron war offenbar der Rock & Roll, wie sein erstes
Solo-Album „Take No Prisoners“ von 1975 zeigt. Und sein Album „Baby Faced Killer“
von 1978 (ein Projekt mit Peter Lee Stirling) war sehr Poporientiert.

David Byron‘s Gesang quillt bei diesen Chartbusters mit einer unglaublichen
Leichtigkeit heraus. Der Spaß an der Sache ist nicht zu überhören. Eine Karriere als
Popsänger, so wie es z. B. Daniel Boone ab 1971 gelungen ist (Beautiful Sunday u.
a.), wäre für David auch vorstellbar gewesen. Er hätte auch erfolgreicher Sänger
einer Beat-Band der 60er Jahre sein können oder mit etwas Glück so erfolgreich wie
sein Studiokollege Elton John. Wir wissen aber, daß David Byron mit der Jazz &
Bluesband „Spice“ (daraus wurde 1970 „Uriah Heep“) bereits seit 1967 auf einem
anderen Weg war.

Interessant an diesen Chartbusters- Produktionen ist, daß David Byron offenbar ein
sehr gefragter Session-Sänger war. Das läßt auf seine Qualitäten, Fleiß und
besondere Kooperationsfähigkeit schließen. Denn es sind bereits über 140 bestätigte
Songs alleine aus dieser Produktionsreihe bekannt. Nur Peter Lee Stirling hat wohl
ähnlich viel produziert wie er. An weiteren vergleichbaren Projekten war er ebenfalls
beteiligt. Diese gilt es noch zu erforschen. Die Geschichte von David Byron geht
immer noch weiter…

Ralf Schünemann
26.02.2012
www.davidbyron.net

…Fortsetzung folgt…
Denn bei guter Nachfrage wird es weitere CD-Produktionen geben.
Die vorgesehenen Titel für die nächste mögliche CD-Veröffentlichung sind:

Raggamuffin Man
Race With The devil
Man Of The world
Loving Things
Keep On
Question
Yummy Yummy Yummy
Travellin’ Band
Hurdy Gurdy Man
Hello I Love You
Where Do You Go To?
Hello Susie
He Ain’t Heavy He’s My Brother
Ain’t Got Time Anymore
By The Way
Natural Born Boogie
Heather Honey
Instant Karma
Wet Dream
Sugar Sugar


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Thomas F. Vinylsammlung

Ein Teil meiner Uriah Heep Vinylsammlung :


Times Magazin Nummer 43 – es sind noch Exemplare verfügbar

Es sind noch einige , wenige Exemplare der legendären und mittlerweile raren Clubzeitschrift Times Magazine des Stay on Top – Uriah Heep Fanclubs vorhanden.

Das 76 – Seiten starke  Din A4 große Heft hat – wie jede Ausgabe damals – reichlich Inhalt, Substanz und Info.

Wer sich ein Exemplar sichern möchte kann das Heft mit unten stehendem Kontaktformular  für 10,- + Versand 1,45 = 11,45 € bei uns bestellen.

Der Erlös geht für einen guten Zweck an Hinterbliebene eines verstorbenen  Mitglieds unserer Gemeinschaft !!!!

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FOCUS – Hannover, Blues Garage, 12. Februar 2011 – eine Rezension von Thomas Schaumburg

Schon seit einigen Jahren habe ich eine Best-Of Focus in meiner Sammlung und vor einigen Monaten kamen noch zwei Studioalben hinzu. Einen ersten Song der Band kenne ich bereits seit meiner Abi-Zeit. Damals lief die Livefassung von „Hocus Pocus“ öfters in der Teestube der Schule, quasi als Katalysator für das Ungestüm mancher Abiturientenkollegen in der Zeit von Pershings und atomarer Bedrohung. Anfang des neuen Jahrtausends hatten sich Focus nach der vorangegangenen Auflösung in den Achtziger Jahren wieder zusammengefunden, allerdings ohne den wichtigen Gitarristen Jan Akkerman. Die wiederbelebte Formation hatte mich bisher weniger interessiert, wie das ja meist der Fall ist, wenn die erfolgreiche Besetzung nicht mehr zusammen kommt oder man die Band erst später entdeckt. Irgendwie denkt der Hörer landläufig, ohne Originalmitglieder sei das nix mehr. Obwohl wir genügend Bands kennen, wo das nicht der Fall ist. Letztes Jahr auf dem Burg Herzberg Festival sah ich dann FOCUS zum ersten Mal auf der Bühne. Und was soll ich sagen, wie bei manch anderer „alten“ Band waren die super drauf und haben ein tolles Konzert gespielt. Der Höhepunkt obendrein war für mich natürlich, dass Meister Thijs Van Leer gar nichts anderes als eine originale Hammond mit Lesliekabinett auf der Bühne hatte. Man kann diesen Sound einfach nicht mit anderen Mitteln ersetzen! Die ganze Performance kam so gut rüber, dass für mich feststand, dass ich mir das unbedingt nochmal „in Ruhe“ auf einer Hallenbühne ansehen mußte. Und dieses Jahr war es nun schon so weit, im Newsletter der Bluesgarage Hannover-Isernhagen, wo immer gute Acts auftreten, wurden FOCUS angekündigt. Also nix wie hin! Der Winter war soweit vorbei, aber genau am Tag des Ereignisses setzte wieder starker Schneefall ein und auf der A 7 Richtung Hannover wurden Staus gemeldet. Aber geplant, getan, das Hotel war auch gebucht – ohne Stornomöglichkeit. Nach gut dreieinhalb Stunden war der Weg dann geschafft, der Weg mußte letztlich direkt zum Club genommen werden. Vorher blieb keine Zeit mehr, um noch zum Hotel zu fahren. Als wir am Club ankamen, begann auch noch ein Eisregen und wir mussten anschließend ja noch das Hotel suchen. Na ja. Aber irgendwie war ich doch sehr froh, dass wir gefahren waren. In der Blues Garage war es ziemlich kalt, zu Essen gab es nur eine Kleinigkeit. Es war gefüllt, aber nicht voll, aber offenbar alles erwartungsvolle Fans der Band aus alten Tagen, aber auch Nachwuchs. Auf der Bühne stand wieder die Hammond, ein total verschrammtes und mit Klebeband zusammengehaltenes Teil. Das Schlagzeug von Originaldrummer Pierre Van Der Linden hatte zumindest an der Bassdrum auch schon Totalschaden erlitten. Das weitere Equipment bestand nur noch aus der Bassverstärkeranlage und einem Edel-Gitarrenamp. Also alles völlig spartanisch wie in den frühen siebziger Jahren. Wenn man beispielsweise das legendäre Colosseum Livealbum kennt, den vollen Sound und was da abgeht und sich dann mal die Bühnenfotos dazu anschaut – da stehen sechs Mann relativ eng auf einer völlig spartanischen Hallenbühne – das ist dasselbe Verhältnis. Und dann ging es auch schon los. Die Bandmitglieder kamen vermummt aus der Kälte rein, schnappten sich – immer noch in dicken Jacken und mit Tüchern zugebunden – die Instrumente. Ohne irgendwelches Vorgeplänkel ging es gleich in die Vollen mit der Nummer „Focus III“ – einer meiner Favoriten. Aller Anfahrtstress war nun völlig dem freudigem Erleben gewichen. Purer Hammondklang durchdringt den Raum, trägt den Gesamtsound und füllt dazu den Hintergrund bis in die Tiefen voll aus. Man meint, es müssten noch irgendwo die Streicher sitzen. Und doch sind nur vier Mann auf der Bühne. Das macht die Hammond aus ! Die Musik von FOCUS ist eine einzigartige Kombination oder besser Verschmelzung aus Rock, Klassik und Jazz. Eine sagenhafte Filigranität wohnt ihr inne. Jeder Ton wird zelebriert. Die Gitarre trägt die Melodiebögen fast zerbrechlich zart von einer Harmonie zur nächsten. Dann und wann brandet es allerdings auf und von Schlagzeug und Bass getrieben schwillt der Sound dynamisch an, bricht zuweilen förmlich los. Dann rockt auch die Gitarre voll ab. Der Gitarrist legt eine sehr große Dynamik ins Spiel. Die aktuelle Setlist umfasst neben einigen Klassikern auch Titel aus den verschiedenen Abschnitten der neueren Bandgeschichte, die den Klassikern aber kaum nachstehen Eine Band, die vergleichbare Musik macht, kann ich gar nicht nennen. Focus haben einfach einen eigenen Stil. Klangbestimmend im Sound ist neben der meist mehr jazzigen Gitarre die Hammondorgel (was für mich immens wichtig ist). Gesang kommt weniger vor, und wenn meist in Form von teils sakral anklingenden Backgroundchören. Auf der Bühne werden diese von Thijs Van Leer per Effekten mit zwei Mikros erzeugt. Auch mal was anderes. Gitarrist Menno Gootjes ist, wie wir dann erfahren, erst ganz frisch zur Band gestoßen, ist also nicht der Gitarrist, den wir noch auf dem Herzberg hörten. Aber es wird sofort klar, dass dieser noch relativ junge Musiker (35) ein Ausnahmetalent ist. Wie locker er das ganze Set spielt und was er dabei an Virtuosität und auch verborgener Power aufblitzen lässt, deuten darauf hin. Entsprechend wird er dann auch von Bandleader Thijs Van Leer als bereits zu Lebzeiten als legendär geltender Gitarrist vorgestellt. Wie Frau Leer am CD-Stand erzählt, handelt es sich bei Menno um den Lehrer seines Vorgängers in der Band. Er hat u.a. auch schon CDs mit Metalbands aufgenommen, was ja nun eine völlig andere Welt ist. Thijs Van Leer ist der Kopf der Band, schon immer gewesen, in den Siebzigern noch unterstützt von Gitarrist Jan Akkerman. Seit der Reunion Ende der Neunziger ist der langjährige Drummer Pierre Van der Linden wieder dabei und neu Bassist Bobby Jacobs, der auch Songs beisteuert. Bei der Reunion war Gitarrist Jan Dumee dabei, der dann später mit John Lawton das „On The Rocks“ Projekt startete. Diesem folgte Niels van der Steenhoven und jetzt der neue Mann. Am 21. März ging die neue Band ins Studio, um das neue Album „Focus 10“ aufzunehmen. Es wird bestimmt eine tolle Scheibe !

Thomas Schaumburg


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Unser Flohmarkt hat 3 neue Artikel im Programm.

Schau doch einfach mal rein !!


Uriah Heep Konzert am 08. Mai 2011 in Würzburg – Ein Bericht von Martin Böhmer

Uriah Heep Live in Unna 2011 - Foto von Ralf DregerDurch einen überraschenden Gewinn von 2 Konzert-Tickets erhielt ich die Möglichkeit, beim Uriah Heep – Konzert in Würzburg am 08. Mai 2011 dabei sein zu können. Vielen Dank noch mal an "Argo Konzerte", die mir das ermöglicht haben. Eines der Konzerte der aktuellen Tour hätte ich mit Sicherheit noch besucht. Aber so hatte ich das Glück, mein mittlerweile 8. Uriah Heep-Konzert gratis zu erleben. Die bisherigen Konzertberichte, über die ich gelesen hatte, waren durchweg positiv. Die Band sei in sehr guter Verfassung, waren die einhelligen Aussagen, die meine Vorfreude durchaus erhöhten. Zumal ich bereits im November 2009 auf einem "Klasse-Konzert" in Bad Arolsen war. Ein guter Freund von mir hat mich begleitet, so dass er ebenfalls in den Genuss der zweiten Konzertkarte kam. Die Entfernung war kein Problem. Innerhalb von zwei Stunden waren wir von meiner Haustür in Hann. Münden in Würzburg.

Würzburg ist eine schöne Stadt, aber die Posthalle, in der das Konzert veranstaltet wurde, sah auf den ersten Blick nicht sehr einladend aus. Zuerst dachte ich, wir seien am falschen Ort. Der Eingang sah aus wie der Lieferanteneingang einer verfallenen Fabrik. Kein Mensch vor der Halle. Eine Stunde vor dem Einlass war noch alles verschlossen. Der schäbige Seiteneingang war aber tatsächlich der Haupteingang ! Bald tauchte Security – Personal auf, das uns bestätigte, dass "alles gut sei"…
So nach und nach fanden sich dann auch immer mehr Leute vor der Halle ein. Nicht alle Anwesenden hatten wirklich Ahnung von der Band-Historie. Einige waren zum ersten Mal (!) auf einem Heep-Konzert und fragten, ob das noch die "Alten" seien oder eine Coverband. Dass ließ mich auf den Plan rufen und ich stellte in einem kurzem Abriss der Bandgeschichte klar, um was es sich hierbei handelt. Auch erklärte ich, dass langjährige Stammmitglieder dabei sind / waren. Und dass der "alte" Drummer Lee Kerslake leider ersetzt werden musste. Und der Bassist auch schon seit 1976 dabei sei. So war für diese Besucher vor der Halle die "Heep-Welt" wieder in Ordnung und sie äußerten sich sehr gespannt.
Sie wurden sicherlich nicht enttäuscht…

Im Innern der Halle war das übliche Sortiment aufgebaut. Catering und Merchandising. Die Halle war durch einen riesigen schwarzen Vorhang abgeteilt. Sie war eigentlich wesentlich größer, aber offenbar erwartete man nicht allzu viele Zuschauer. Dennoch war es eine passende Location. Wie immer bei Uriah Heep – Konzerten: Nett und klein…

Ich hätte das Glück, rechtzeitig in die Halle zu kommen und ergatterte mir einen Platz direkt vor der Bühnenabsperrung in der ersten Reihe. Klasse. Genau mittig vor der Bühne auf Tuchfühlung mit der Band. Hier bewegte ich mich auch nicht mehr weg. Die Halle füllte sich zuerst nur sehr langsam. Kurz vor Beginn erblickte ich aber hinter mir nur noch Köpfe. Es schien also rappelvoll geworden zu sein. Mein Freund, der mehr rechts hinten stand, bestätigte meine Einschätzung. Es waren ca. 700 – 800 Besucher anwesend. Wie auch in Bad Arolsen viele ältere Semester (so wie ich und älter  ). Erwähnenswert ist aber auch der große Anteil jüngerer Fans, die offenbar mehr von der neuen Besetzung wussten als die Älteren. Neben mir stand ein 27jähriger, der nach eigenen Aussagen auf jedes Konzert geht. Wir beide kamen sehr angeregt ins Gespräch. Seine (sehr junge hübsche) Freundin schien allerdings nicht so sehr der Fan zu sein. Was soll’s. Meine Gattin wollte ja auch nicht mit…

Pünktlich um 20:00 Uhr überkam uns alle in der Halle donnerndes Getöse. Der Bühnenhintergrund mit dem Motiv von „Into The Wild“ wurde hell angestrahlt. Nanu, keine Vorgruppe ? War ja eigentlich angekündigt. Tatsächlich ging es gleich auf’s Ganze !

„Meine“ Heeps betraten überraschenderweise bereits jetzt die Bühne. Die Halle erfüllte sich mit Jubeltönen und Beifall. Das Konzert begann gleich mit einem Power-Song von „Into The Wild“. Nämlich „I’m Ready“.

Es folgten „Return To Fantasy“ und „Stealin“. Ein sehr guter Anfang.
Das Publikum war außerordentlich gut drauf. Nicht im Ansatz die typische Zurückhaltung. Es wurde gleich mitgesungen, gerockt, getanzt, und es gab jede Menge Beifallsbekundungen nach jedem Solo oder anderen musikalischen Einlagen.

Besonders erwähnenswert war der absolut gute Sound. Jedes Instrument war deutlich wahrnehmbar und Bernie Shaw sang sich von Beginn an die Seele aus dem Leib. Keinerlei Schwächen, wie sonst am Beginn von Heep-Konzerten, beim Mixer. Die Band wird von Mal zu Mal besser, habe ich den Eindruck. Nicht zu fassen, wie die das schaffen, bei den vielen
weltweiten Konzerten. Russel Gilbrook trommelte wie ein Tier. Bestimmt nimmt er auf jedem Konzert 10 Kilo ab… Trevor Bolder spielte sich am Bass die Finger wund.

Im weiteren Verlauf wurde überraschenderweise „Trail Of Diamonds“ gespielt. Am Beginn, als der Song mit den ersten einschmeichelnden Orgeltönen und dem wummernden dezenten Drums angespielt wurde, ging ein „Raunen“ durch die Menge.
Viele kannten wohl schon diesen „Über – Song“.

Ich hatte wieder Mal das große Glück, einen Song, der bisher nicht auf der Playlist stand, dargeboten zu bekommen. Mick hatte leider 1 bis 2 Sekunden Probleme mit dem Gitarren-Amp. Gerade in der ruhigsten Phase mitten im Song gab es eine Rückkopplung. Mick war sichtlich gefrustet, aber das Publikum hielt zum Teil fairerweise die Daumen hoch.
Da grinste der gute Mick wieder ! Und er ließ sich auch den Rest des Abends die Laune nicht mehr verderben.

Alle fünf waren in hervorragender Stimmung. Auch das Publikum. Es verleitete Bernie Shaw zu der Aussage, dass er nicht glaube, dass heute Sonntag sei ! „Tun wir einfach alle so, als wäre es Freitag“, sagte er. Und er lachte. „It’s fantastic…“ war an diesem tollen Sonntagabend von Mick und Bernie des Öfteren zu hören.

Die Band spielte professionell und virtuos. Perlen wie „Rainbow Demon“ rundeten den Klasse-Songreigen ab. Das Lied kam durch die druckvollen Drums von Russel Gilbrook besser rüber als das Original. Auch „Look At Yourself“ lebte durch die Erweiterung am Schluss auf. Der Song wurde so gespielt wie auf dem Live-Album „Live At Kawasaki“.
Ein bluesähnlicher zweiteiliger Instrumental-Teil am Schluss, der sich immer schneller steigerte, mit einem sagenhaften Solo von Mick Box !

Eine der Zugaben war „Free ‘n‘ Easy“. Die Band holte einige Leute aus dem Publikum zum Headbangen und Luft-Gitarre spielen auf die Bühne. Es kamen ungeplant immer mehr Leute. Eigentlich hätte auch ich mitmachen können. Aber ich konnte die ungeplante Entwicklung nicht einschätzen und hielt mich zurück. Beim nächsten Mal mache ich auch mit…  Die Band mit bestimmt 10 oder 12 Menschen aus dem Publikum zelebrierten bei „Free ‘n‘ Easy“ eine Riesen-Party auf der Bühne. Inklusive Umarmungen, Foto-Shootings und herzlichen Sympathie – Bekundungen.
Einfach nur schön…

Und das war noch nicht alles. Easy Livin‘ und der Klassiker „Bird Of Prey“ (glockenklarer Chor) rundeten das tolle ausgiebige Konzert nach gut zwei Stunden ab.

Ich habe wenigstens wieder Mal ein Gitarrenplektrum von Mick ergattern können.
Schön abgewetzt und bespielt !

Am Schluss die Playlist:

I’m Ready
Return To Fantasy
Stealin‘
Rainbow Demon
Money Talks mit Drum-Solo
Nail On The Head
The Wizard
Into The Wild
Trail Of Diamonds
Gypsy
Look At Yourself mit Instrumental
Kiss Of Freedom
July Morning
Lady In Black

Zugaben:
Free n’ Easy
Easy Livin’
Bird Of Prey

Allen, die das Konzert noch vor sich haben, sei gesagt, es lohnt sich. Die Band ist in einer sehr guten Verfassung.

Gott weiß, wie sie das machen.
Viel Spaß !!!

Gruß
Martin Böhmer


Welcher Titel von Into the wild ist dein Favorit?

Auf der offiziellen Uriah Heep Webseite ist eine Umfrage, welchen der Titel vom neuen Album man am Meisten mag. MAch mit:

www.uriah-heep.com


Ohrenbalsam

Uwe Reuters hat in seinem Blog eine Ankündigung zu Ken’s  neuem Werk bereitgestellt.
Seinen Blog habe ich jetzt auch zu unserer Liste der  “Fanseiten” hinzugefügt.

http://ohrenbalsam.blogspot.com/2011/04/ken-hensley-faster-cd-2011.html


Sonic Origami ( 1998 ) – eine Rezension von Thomas Friesenhagen

Eines vorweg.

Das Album ist besser als das meines Erachtens nichtssagende Artwork !

Musikalisch ist dieses Album sehr breit gefächert, wobei allerdings das  seichte Ende dieses Bereichs mehr als fragwürdig für eine 70er Jahre Rocklegende ist.

Im Durchschnitt bewegt sich dies Album im Bereich eingängigen Poprocks.

Between two worlds
ist ein proggiger, melodischer, mystischer Rocksong.
Der Opener ist eines der ganz großen Highlights dieses Albums.

I hear voices
setzt den Trend des ersten Titels fort.
Eine Rocknummer mit Biß. Irgendwie erinnert mich das Gitarrenriff an Deep Purple. begründen kann ich das allerdings jetzt nicht genau.

Perfect Little Heart
ist eindeutig Poprock. Musik, die den Interpreten nicht bestimmen lässt. Austauschbar.

Heartless Land
betritt mit Accoustikguitar und  sanftem E- Piano seichteste Gewässer.  Eine Ballade mit Wurzeln in der Popmusik. Musik ohne Ecke und Kante. Niemand tut sich dabei weh.

Only the young
ist eine sehr melodische Poprocknummer. Der Song hat Klasse.

In the moment
setzt diesen Trend fort

Question
ist die Rockballade auf diesem Album. Herrliche  Harmonien. der Song mündet in……

…….Change
überzeugt mit Satzgesang und aussergewöhnlich schöner Melodie.

Shelter from the rain
empfinde ich als ein weiteres Highlight dieses Albums
Uriah Heep goes Bluesrock. Herrlich !

Everything in life
ist ein schneller  Rocker, ganz typisch für Uriah Heep. Klasse Song !

Across the miles
ist der ganz große Ausrutscher dieses Albums. Eine englischsprachige Schlagerschnulze. Durchaus gut, aber für mich in keiner Weise mit dem Image und der Musik der Band vereinbar.

Feels like
bietet wieder  melodischen  Rock mit Chorgesang.

The golden palace
wäre die ganz große Hymne dieses Albums, wenn da nicht dieser seltsame Refrain wäre.
Der Song hat teilweise große Klasse, begibt sich aber immer wieder in eine Refrain, der meines Erachtens nicht zum Rest des Titels passt.

Sweet pretender
Bietet dem Hörer als Abschluß einen Klasse Rocker aus der Feder von Trevor Bolder.

Fazit:
Sonic Origami bietet dem Hörer ein breites Spektrum an Musik.  Dieses Spektrum empfinde ich aber sehr seltsam gewählt.
Das Konzept dieses Albums drückt seine Unschlüssigkeit bereits im Design des Coverartworks aus.


Uriah Heep – Into the wild ( Eine Rezension von Jürgen Hövelmann )

Hatten sich die Heeps längst schon in den frühen Siebzigern einen Platz im Rock-Olymp erobert, gefiel der Stilwechsel in den späten 70ern vielen Fans schon nicht mehr und es war bei den Briten in den 80ern der Punkt erreicht, wo sich zahllose treue Zuhörer endgültig von der Band abwandten. Zu anders klangen die damaligen Outputs im Vergleich zu den früheren Höhenflügen wie etwa Demons & Wizards oder Look At Yourself. Erst ab dem hervorragenden 95er-Werk “Sea Of Light” fand man nach und nach etwas auf die Erfolgsspur zurück, klang man wieder etwas mehr nach jener Musik, die UH in den Jahren 1971/73 so groß gemacht hatte. Dennoch waren auch die Werke ab “Sea Of Light” jeweils “nur gut”, man freute sich auf die alljährlichen Tourneen der alten Heroes, denn Live war die Band immer noch eine Bank für überragende Konzerterlebnisse.

Das neue Album “Into The Wild” schlägt nun hingegen wie eine Bombe in die heepsche Fanwelt ein, ein Album das eine regelrechte Euphoriewelle auslöst bis hin zu (wenn es auch etwas pathetisch klingt) Jubelgesängen und Freudentränen. Man schaue sich einmal auf den diversen Fanseiten um, wie sehr das neueste Heep-Werk bei den Fans einschlägt. Auch gibt es ausnahmslos positive bis euphorische Rezensionen in den zahlreichen Fachgazetten zu bestaunen. Was ist geschehen?? Ist die neue Heep-Scheibe tatsächlich so gut und wenn ja warum?

Kurz gesagt: Bei Into The Wild handelt es sich um definitiv die beste Heep-Platte seit dem legendären Sweet-Freedom-Album von 1973, der wohl anerkannt letzten wirklich großen Scheibe der britischen Hardrock-Institution. Hatte man zuletzt immer allenfalls gute Ansätze des typischen Heep-Sounds gehört, ist INTO THE WILD genau jene CD, auf die Heep-Fans seit mehr als drei Jahrzehnten sehnsüchtig warteten. Alle Heep-Markenzeichen wie der geniale mehrstimmige Gesang, Mick Box’ typisches Gitarrenspiel und allen voran ein Hammond-Sound bzw. Hammond-Spiel, wie es seit ewigen Zeit weder Heep noch irgendeine andere Band hat hören lassen, sind eben nicht nur andeutungsweise sondern geradezu im Überfluss vorhanden. Dazu bilden Trevor Bolder (Bass) und der begnadete Drummer Russell Gilbrook die derzeit sicherlich beste Rock-Rhythmusgruppe der Welt, was aufgrund der hervorragenden Produktion von Mike Paxman (u.a. Status Quo, Asia) auch jederzeit hörbar ist. Heep haben wohl noch nie so gut geklungen wie auf dieser Scheibe. Man könnte meinen, mitten zwischen den Jungs im Aufnahmeraum zu stehen, so druckvoll aber auch transparent ist die Produktion geworden.

Die wichtigste Grundlage für diese perfekte Scheibe ist aber natürlich eines: Egal welche kreativen Prozesse dazu geführt haben, welcher Jungbrunnen hierfür ausgeschöpft wurde, Uriah Heep haben auf INTO THE WILD 11 absolute Granaten-Songs aufgelegt. Da kommt nicht eine Sekunde Langeweile auf, es wird durchgängig allerhöchstes Niveau (sowohl spieltechnisch als auch kompositorisch) geboten.

Das schönste an INTO THE WILD ist die Art und Weise wie einem die Musik dargeboten wird. Die Leichtigkeit mit der Heep hier auch komplizierteste Songpassagen zu Gehör bringen, ist einfach ansteckend. Es ist, als hätte man im Vertrauen auf die eigene musikalische und kompositorische Stärke im Studio einfach augenzwinkernd drauflosgespielt (tatsächlich hat man nur drei Wochen im Studio gebraucht), das Ergebnis ist an Vitalität, Spontanität und überbordender Spielfreude einfach nicht zu überbieten. Wenn ich könnte, würde ich für das Album sechs Sterne vergeben und hätte immer noch das Gefühl, damit untertrieben zu haben. Endlich haben es Heep geschafft, die herausragende Qualität ihrer Live-Shows, einfach die Freude an dem was man tut, auch in ein Studio-Werk adäquat rüberzubringen.

Der vergleichsweise einfach gestrickte, dafür aber umso effektivere Opener “NAIL ON THE HEAD” macht einen überzeugenden Anfang, ist aber nur eine Andeutung dessen, was einen im Verlauf des Album noch alles an absoluten Hightlights erwartet.

Track 2 “I CAN SEE YOU” gibt erstmals richtig Gas, ein Stück mit galoppierendem Rhythmus und ansteckendem Refrain, bleibt einem schon beim ersten Hören sofort in den Gehörgängen. Schon diese ersten beiden Songs wären in den 70ern sichere Top-10-Kandidaten gewesen. Wie schon erwähnt: Spielfreude pur.

Der Titelsong “INTO THE WILD” geht ab wie eine Rakete und klingt etwa so wie Deep Purple seit Jahrzehnten gerne klingen würden. Ein aber durchaus eigenständiger, schneller Kracher, sicherlich mit das Beste, was Heep in dieser Hinsicht jemals produziert haben.

“MONEY TALK” kommt mit weniger Tempo aus, besticht aber mit sehr ausgefeilten, teils fast Rush-Mäßig “schrägen” Läufen. Man höre sich mal genauer Bass und Schlagzeug bzw. deren Zusammenspiel an. Gleiches gilt für das Zusammenspiel zwischen Hammond und Gitarre.

Mit “I’M READY” gleich der nächste Knaller. Wer solche Songs schreibt, ist über jeden Zweifel erhaben. Heep im Zenith ihres Könnens. Ohne weiteres Radio-tauglich, aber dennoch purer Hard’n'Heavy-Rock vom Feinsten.

“TRAIL OF DIAMONDS” ist der erste Long-Song auf dem Album, besteht aus drei recht unterschiedlichen Teilen (wie seinerzeit auch bei July Morning der Fall) und sorgt schon durch den Umstand für Begeisterung, dass dieser ohne weiteres auf einer LP wie Demons and Wizards oder Salisbury hätte Eingang finden können.

“SOUTHERN STAR” ist bereits der dritte Heep-Songs innerhalb kurzer Zeit mit nautischem Thema. Phil Lanzon, der als Songwriter (aber auch von seinem tollen Orgelspiel her) spätestens mit dieser CD Heeps ehemaligen Mastermind Ken Hensley vergessen läßt, erzählt die Geschichte des mittelalterlichen Seefahrers, den es immer wieder aufs Meer hinauszieht, mit Bravur. Einer der eingängigsten Songs der Platte.

“BELIEVE” ist ein weiterer Höhepunkt von Into The Wild. Was soll ich noch schreiben? Diese CD läßt einen nicht einmal für Sekunden aus seinem Bann. Auch Believe ist absolut singletauglich, bietet gleichzeitig aber auch Hard Rock vom Feinsten. Bernie Shaws Gesang ist, wie auf dem gesamten Werk, nicht zu toppen.

“LOST” entführt einen mit seinen eher orientalisch anmutenden Melodiebögen und Läufen in eine andere Welt. Bassist Trevor Bolder, der den Song geschrieben hat, wartet mit überzeugenden Lead Vocals auf. Die Melodien und Licks sind mitunter so filigran und kunstvoll, das selbst Rainbows grandioses “Gates Of Babylon” im Vergleich fast wie das Werk einer Schülerband klingt.

“T-BIRD ANGEL” gefällt vor allem durch seinen Refrain, der gleich beim ersten Hören im Gedächtnis bleibt. Tolle Gitarrensoli von Bandgründer Mick Box.

Zum letzten Song “KISS OF FREEDOM” ließe sich lange referieren. Kurz und bündig: Es handelt sich um eine der besten Balladen, die jemals unter dem Namen Uriah Heep erschienen sind. Eine weitere Lanzon-Komposition, aber diese kommt schon einer Hymne gleich.

Fazit: Wer sich dieses Meisterwerk entgehen läßt, verzichtet damit wohl auf DAS Rock-Album 2011. Besser geht es nicht. Uriah Heep sind endlich aus dem eigenen langen Schatten herausgetreten und machen Musik wie zu ihren allerbesten Zeiten Anfang der Siebziger.


Uriah Heep – Into the wild (Eine Rezension von Thomas Friesenhagen)

Into the wild übertrifft meine kühnsten Erwartungen.

Nachdem sich die
ständig tourende Band Uriah Heep studiomäßig nach 10 Jahren Pause 2008 mit Wake
the sleeper zurückmeldete, war die Begeisterung bereits groß.

Auf jenem Album stand deutlich Mick Box mit seiner Gitarre im Vordergrund.

Betrachtet man WTS als ungeschliffenen Diamanten, darf man das nun erschienene Album als fein geschliffenen und polierten Diamanten ansehen.

Das Album besteht aus 11 griffigen Songs mit durchaus markanten Melodien und Wiedererkennungswert.

Der Soundmix ist diesmal sehr ausgewogen. Ich habe mir das Album auf 2 verschiedenen Heimanlagen, am PC sowie im Auto angehört
und höre keinerlei Mängel heraus. Drums, Bass, Keys, Gitarre, Gesang. Alles an seinem richtigen Platz !!!!

Nail on the head
Der erste Song beginnt
mit einem einfachen, aber Mick Box- typischen Gitarrenriff, baut sich dann aber durchaus zu einem guten Opener für dieses Album auf.
Allerdings weist dieser Song noch nicht unbedingt auf das Kaliber an Songs hin, die ihm folgen.

I can see you
Dieser Song erinnert durchaus an den Heep Klassiker " so tired" , klingt aber leichter, schneller und hat trotzdem hohe Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert. Hier ist bereits enormer "drive" vorhanden.

Into the wild
Spätestens bei diesem Titel steht das ganze Heepfan- Herz in lodernden Flammen. Was für eine Nummer !
Der Song beginnt mit einem leisen, mystischen Hammondintro, dann schiebt sich die ganze Band mitsamt den typischen Chören äusserst druckvoll ins Geschehen. Into the wild ist äusserst heavy, melodisch und markant geprägt vom Chorgesang. Gänsehaut !!!!

Money talk
ist ein gefälliger Rocksong mittleren Tempos, auch recht heavy und durchaus eingängig. Heavygitarre und "rotzende" Hammond.

I’m ready
zieht das Tempo wieder leicht an, rollt vom Bass her getragen und überzeugt mit eingängigen Melodien

Trail of diamonds
Dieser Song hat ein Kaliber, daß ich von Heep niemals mehr erwartet hätte. Es ist DIE HYMNE des Albums.
Ich dachte zuerst, ich habe die falsche CD, die falsche Band eingelegt.
Der Song beginnt mit einem sanften Gesangspart, getragen von Hammond und clean Guitar.
Der song hat mehrere dynamisch wechselnde Parts und weist typische Heep Trademarks auf, aber auch völlig neue Ideen, die man von
Heep vielleicht noch nie gehört hat und durchaus progressiv einzustufen sind.
Der Titel hat durchaus ein Kaliber wie Led Zeppelin’s " Stairway to heaven" und hält auch dem hauseigenen " July morning " stand.
Das Arrangement ist sehr geschickt ausgeklügelt und filigran.

Von so einer Hymne haben Heep – Fans Jahrzehnte geträumt .
Mich haut der Titel bei jedem Hören um
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.

Southern star
ist fast sowas wie eine Ballade, sehr eingängig, singletauglich und auch typisch Heep.

Believe
zieht das Tempo abermals an. Wah wah Gitarre ! eingängige Melodie, ebenfalls singletauglich.

Lost
ist der einzigste Trevor Bolder – Song auf diesem Album. Den Hörproben hatte ich bereits die Vermutung entnommen, daß dieser Titel von Trevor ist. Bingo Hier singt nicht Bernie Shaw. Ich möchte wetten, Trevor Bolder singt seinen Song selbst.
Der Song ist heavy, leicht melancholisch vielleicht, hat ähnliche Atmosphäre wie Deep Purple’s Perfect
Strangers. Absolut ein weiteres Highlight auf ITW.

T-Bird Angel
ist ein leichter, melodischer Song. Singlepotential ! Herrliche Melodie !

Kiss of freedom
Den Abschluß dieses Meisterwerkes bildet eine weitere Hymne. Kiss of freedom ist ein Ohrwurm der Spitzenklasse.
Hört man den Song einmal, bleibt er im Ohr. Abgerundet wird er durch ein langes Hammond- Solo von Phil.

Insgesamt hat man ein ausgefuchst arrangiertes melodisches Rockalbum auf den Markt gebracht, weitestgehend darauf geachtet alte
Elemente aus dem eigenen Haus NICHT zu kopieren.

Zum Artwork:
Das von Ioannis gestaltete Cover ist als schickes Digipack ausgearbeitet. Genauso, wie wir es bereits von den Official Bootlegs kennen, allerdings zusätzlich mit Booklet, daß alle Songtexte beinhaltet.

Fazit:
Dieses Album bietet durchaus neue Töne aus dem Hause Heep, aber auch alle Heep- Trademarks.
ITW ist ein in diese Zeit passendes Alters- Meisterwerk einer pulsierenden, wahrhaftig lebendigen Rocklegende, die sich keinen Augenblick auf ihren Lorbeeren ausruht und sicherlich die meisten ihrer Fans mit einem niemals zu erwartenden meisterlichen neuen Studioalbum aus dem Sessel haut.


Uriah Heep – Into the wild (Eine Rezension von Uwe Reuters)

Am 15.04.2011 war sie endlich im Handel erhältlich, das nicht nur von mir langerwartete neue URIAH HEEP Studioalbum "Into The Wild". Um es auf den Punkt zu bringen:

"Die alten Herren können es immer noch!"
Und wie! Die 12 Songs erreichen fast alle Höchstniveau. Vergessen sind die kommerziellen Schnarchsongs von "Sonic Origami" von 1998 und das Erholungs- und Zwitteralbum "Wake The Sleeper" von 2008………….

Die ganze Rezension ist hier nachzulesen: http://ohrenbalsam.blogspot.com/2011/04/uriah-heep-into-wild-cd-2011.html


Moving To The Moon – Mark Clarke (2010)

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Bassist und Sänger Mark Clarke hat sein erstes Soloalbum veröffentlicht ! Hauptamtlich bei Colosseum als Bassist, in den Jahren nach deren Auflösung 1971 und vor der Reunion 1994 spielte und sang er u.a. bei Tempest, Natural Gas, Mountain und Billy Squier. Und wirkte vier Monate bei Uriah Heep mit, wo er „The Wizard“ mit Ken Hensley schrieb und auf der tollen Aufnahme mit Bass-Solo des Songs „Why“ zu hören ist. Inzwischen ist auch endlich ein Livetape aufgetaucht, auf dem er mit Heep zu hören ist.

Außerdem wirkte Mark Clarke bei den beiden Ken Hensley Solo-Alben „Eager To Please“ (1975) und „Free Spirit“ (1981) mit. Auf ersterem sind zwei seiner Songs zu hören(„Stargazer“ und „In The Morning“), von denen er “In The Morning” auch selbst singt.
Natürlich ist man immer etwas skeptisch, wenn ein Musiker, der sonst nicht im Mittelpunkt steht, etwas auf eigene Faust macht. Bei Mark Clarke warte ich aber schon lange auf so etwas, weil mir seine Stimme schon immer sehr gut gefallen hat. Und leider kommt er anderweitig selten als Leadsänger zum Einsatz. Auf den letzten beiden Studioalben von Colosseum singt er jeweils einen Song und live hat er einige Parts, wo er gut zu hören ist.

Nun also eine ganze CD mit eigenem Gesang und eigenen Songs. Unterstützt wurde er dabei von dem Gitarristen Roy De Tone, mit dem zusammen er die Scheibe auch produziert hat und mehreren Studioschlagzeugern. Den Rest spielt er selbst. Also keine Ansammlung von bekannten Gastmusikern, wie das ja bei solchen Gelegenheiten oft der Fall ist.

Etwas Hilfe hätten sie sich vielleicht bei der Produktion gebrauchen können. Der Sound ist auf jeden Fall gut, klingt aber zumindest beim Hören mit Kopfhörer etwas gedrückt. Sprich man hätte hier noch mehr rausholen können. Dies trifft auch für die schöne Stimme zu, die noch besser zur Entfaltung kommen könnte. Aber gut, die meisten Nicht-Musiker-Hörer werden so etwas nicht bemerken.

Beim ersten Hineinhören online erschien mir die Musik eher belanglos und beliebig. Eine progressive Scheibe, die an Tempest, Colosseum oder Heep anschließt, ist es dann doch nicht geworden. Aber natürlich mußte sie trotzdem her, denn wie gesagt, ist ein solches Album ist ein Muß für den Fan.

Und siehe da, es ist gar nicht so schlecht, sprich, einige Songs finde ich richtig gut. Sie schließen teils an die Qualität der Songs, die Mark Clarke früher bei Tempest und Ken Hensley beisteuerte, durchaus an. Bei dreien handelt es sich um poporientiertere Songs, mal mit Akustikgitarre oder Streichersounds. Die könnten durchaus im Radio laufen. Einer davon ist soundmäßig eher ein 80/90er- Jahre-Überbleibsel. Vermutlich wurden hier ja auch Songideen aus den letzten zwanzig bis dreißig Jahren verarbeitet. Wichtig ist, dass alles eigenständig klingt und nicht wie schon mal gehört. Und es ist alles aktuell eingespielt.

Der Titelsong ist eine rockige Abgehnummer. Die anderen Tracks sind mehr oder weniger rockig oder Rockballaden, die zum Teil interessante Harmonien und Melodien enthalten und sämtlich umfangreich arrangiert sind mit Klavier, Akustikgitarre, Slidegitarre, sogar Banjo.

Zwei sind stellenweise sicher von „Who’s Next“ (!) inspiriert und eine Ballade könnte auf Ken Hensley „Eager To Please“ passen.

Mark’s Kompagnon und Gitarrist Roy De Tone, der auch Songs mitverfasst hat (welche, ist mangels Kennzeichnung nicht zu entnehmen) steuert auch immer wieder tolle Gitarrenparts und interessante Gitarrensounds bei.

Das Booklet der CD ist leider sehr sparsam gehalten. Außen spartanisch und auf der Innenseite etwas kitschig überladen. Die vielen Zeitungsartikel und Fotos im Hintergrund hätte man sich größer und lesbar auf mehreren Seiten gewünscht.

Thomas Schaumburg, März 2011


Zeitungsausschnitte

Auf unserer Seite  Fanbase Germany > Presse / Medien stehen jetzt einige Reviews und Berichte  bereit.


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Hallo!

Viele von uns sind offenbar auch bei Facebook.

Ab sofort gibt es eine ”Uriah Heep Fanbase Germany” Gruppe dort >> KLICK HIER


URIAH HEEP – 30.4.10 in Amriswil (CH) – Review von Alex Burlet

An 5 verschiedenen Schweizer Orten machten Uriah Heep in der letzten Aprilwoche Station und zeigten ihr “Celebration”-Tourprogramm. Ich besuchte das Konzert letzte dieser Serie zusammen mit meinem Freund Martin, der Heep noch nie live gesehen hat. Bei mir war es nach dem verpassten Gig letztes Jahr in Arbon (zusammen mit Deep Purple) auch schon wieder etwas mehr als 2 Jahre her, damals am Heitere Open Air (zusammen mit Pegasus, In Extremo und Gotthard).

Im Vorprogramm standen zwei Gruppen. Effektiv spielte dann aber nur die deutsche Midnite Sky ihr Heavyrock-Programm rund eine Dreiviertelstunde. Die Musik dieser vierköpfigen Band gefiel mir gar nicht so schlecht, nur der Sänger lag nach meinen Gefühl stimmlich etwas zu hoch, was ihn in seinen Möglichkeiten zu einer besseren Gesangsdarbietung hinderte. Vom Tempo und Melodie her sicher eine recht gute Hardrockband, die vermutlich in Deutschland auch schon etwas bekannter ist.

Die Schweizer Gruppe Sterling wurde dann aus welchen Gründen auch immer nach Uriah Heep angekündigt. Frage mich, wer da noch geblieben ist. Wir beide jedenfalls nicht. Das Pentorama ist eine relativ neue Mehrzweckhalle in Amriswil (weniger als eine halbe Stunde von Konstanz entfernt) und dank seiner fünfeckigen Form vielseitig bestuhlbar. Zwei Bars waren im hinteren Bereich aufgebaut und in der etwas rückgezogenenen fünften Ecke waren auch Festbänke zum Sitzen/Konsumieren. Die schätzungsweise über 700 Zuschauer waren meist so um die Vierzig/Fünfzig, es gab aber auch jüngere Zuschauer.

So gegen 21.30 Uhr waren die Umbauarbeiten und die Instrumentenabstimmung beendet und unter blendendem Schweinwerferlicht schlichen sich Bernie, Mick, Phil, Russel und Trevor auf die Bühne. Der Wecker schrillte und es ging gleich mit Wake the Sleeper die Post ab. Es folgte einer meiner Lieblingstitel Return to Fantasy. Dann das erste ganz neue Stück Only Human, gefolgt von Book of Lies, dann ein starkes Bird of Prey und dem zweiten (für mich stärkeren) neuen Song Corridor of Madness. Dann Love in Silence mit dem noch immer Gänsehaut erzeugenden Mittelteil. Inzwischen hat der Mann am Mischpult die letzten Korrekturen vorgenommen, so dass Bernies Stimme sich nicht mehr überschlug. Dann wurde es etwas ruhiger, gefühlvoller mit Rain. Dann The Wizard, glaube ich noch gar nie live gehört zu haben (kann das sein???). Die Stimmung in der Halle war am kochen und mit Free Me wollte das Publikum natürlich gerne Mitsingen. Dann Sunrise, für mich noch immer einer der Klassiker überhaupt. Mike kündigt Free ‘n’ Easy als ersten Heavy Metal Song der Geschichte an und tatsächlich knallen sie das Stück in einem Tempo dahin, dass keiner ruhig stehen blieb. Gypsy wird sofort erkannt und die Band spielt mit zahlreichen Solopassagen auf ehe man nochmals ein Song von WTS Angel Walk with You spielt. Den vorläufigen Abschluss macht July Morning, für mich an diesen Abend (einmal mehr) das Überflieger-Stück. Was hier an Krafteinlagen, anders kann ich es gar nicht ausdrücken, geboten wurde ist wohl einmalig. Jedesmal flippe ich wieder aus, wenn Trover seinen Bass in die Höhe reisst und ebenfalls eindrücklich mit welchem Einsatz Russel auf seine Trommeln hämmert. Das Publikum ist vollauf begeistert und die Band verabschiedet sich in die Zugabenpause…

Nur kurze Zeit später sind sie zurück um mit Easy Livin’ und Lady In Black nochmals voll einzuheizen. Das Publikum dankt es mit begeistertem Mitsingen bei der schwarzen Lady. Das Konzert dauerte rund anderthalb Stunden und war beste Werbung für eine vitale Rockband, die alte und neue Songs gekonnt umsetzt und vier Jahrzehnte Rockgeschichte vortrug.

Alex Burlet, 3. Mai 2010


Uriah Heep – Wake the sleeper – (Rezension von Axel Burlet)

Nach einigen intensiven Hörgängen hier meine Beurteilung. Wie immer lässt sich über Geschmack nicht streiten…
1 Wake The Sleeper

Cover of

Cover of Wake the Sleeper

Ich werde sofort von Tempo und Art an frühere Klassiker wie “Easy Livin” oder die Einleitung von “Sunrise” erinnert und so ist das Titelstück für mich eine kleine Manifestation der klassischen Uriah Heep. Wenn auch der Gesang auf eben diesen Aufruf beschränkt ist, kommen all die bekannten Stil-Elemente inkl. der schreienden Hintergrundchöre zum Zug. Da werden fast 40 Jahre Uriah Heep-Geschichte auf einen Song herunter destiliert, recycelt und dennoch neu geschrieben. Hut ab für diesen mutigen Beginn.

2 Overload

Kaum ist der schrille Weckruf verklungen, geht es sofort in hohem Tempo rockig weiter. Der Song hört sich von Anfang an gut an, Melodie und Rhythmus sind sehr typisch und erinnern sofort an einige Stücke der SOL oder SO. Dramaturgisch sehr abwechlungsreich und wohltuend die Hammond-Orgel sowie Russels druckvolles Spiel. Die Wahl für den neuen Schlagzeuger kann zweifellos als gelungen bezeichnet werden. Der Song dauert fast 6 Minuten und beinhaltet alle bekannten Facetten. Ein erstes Highlight.

3 Tears Of The World

Es geht auch mit Tempo in das dritte Stück. Für mich wäre dies das ideale Lied für eine Single-Auskopplung. Eingängig mit klarer Strophen-/ und mehrstimmiger Refrain-Struktur, dominiert von Micks Wah-Wah und erneut dominanter Einsatz der Hammond-Orgel. Etwas, das zweifellos im Radio gebracht werden könnte. Vielleicht wäre es noch besser vermarktbar mit etwas kürzerer Solo-Einlage.

4 Light Of A Thousand Stars

Dieser Song hat es wirklich schwer, das Eröffnungs-Trio noch zu toppen – und scheitert auch. Obwohl auch hier alle (modernen) Heep-Zutaten einfliessen, Phil sogar die Hammond einige Male “fauchen” lässt und auch der Refrain zum mitsingen einlädt, will der Song bei mir nicht richtig hängen bleiben. Sicherlich darf er trotzdem als solide Arbeit bezeichnet werden.

5 Heavens Rain

Man denkt, nun kommt das erste ruhigere Stück. Doch es will weder eine richtige Ballade werden noch vermag es die bisherige hohe Klasse zu halten. Dieser Song will bei mir einfach keine Freude aufkommen lassen. Auch wenn wiederum abwechslungsreich das Tempo variiert wird und viel Platz für einzelne Solos bleibt.

6 Book Of Lies

Irgendwie werde ich an die Achtziger-Jahre erinnert. Der Song ist zwar schön melodiös mit einem tollen Refrain hinterlegt, aber der eigentliche Liedinhalt ist mir zu abgehackt. Trotz druckvoller Bass/Drum-Unterstützung gefällt mir dieses Wechselspiel eher nicht so gut.

7 What Kind Of God

Sofort spürt man, dass nun wieder ein besonderer Track kommt. Für mich Bernie’s stärkste Leistung. Dazu ein Anfang mit dramatischen, spannungsgeladenen Rhythmen, die nach gut der Hälfte in einen fantastischen Schlussteil übergehen, wo alle Akteure sich mit grosser Klasse einbringen. Nach rund sechseinhalb Minuten endet dieser Übersong. Der Glanzpunkt dieser Scheibe!

8 Ghost Of The Ocean

Mick drückt mit seinem typischen Stil gleich ein weiteres Mal einem Stück den Stempel auf. Und was bei “Light Of A Thousand Stars” nicht gelingt, kommt hier so perfekt rüber, wie wenn es die einfachste Sache der Welt sei. Ein cooler Song mit tollen Einlagen, starken Rhythmus-Breaks und gutem Refrain. Ein weiterer Single-Kandidat. Und wieder peitschen die fauchend-kreischende Orgel und die Lead-Gitarre diesen Song über die Runde. Super.

9 Angels Walk With You

Ist das nun die Ballade, die nach dem Temporeigen schon fast erhofft wird? Endlich mal eine kleine Tempodrosselung, eventuell sogar ein Einsatz der Akustik-Gitarre? Doch nach einer Minute merkt man, dass nichts daraus wird. Doch diesmal kann ich mit dem Refrain nicht so viel anfangen. Der Versuch scheitert irgendwie gesanglich, wenn auch Schlagzeug und Orgel eine interessante Begleitung hinterlegen, der Gesangsrhyhtmus kann mich einfach nicht begeistern. Dennoch ein interessantes Stück, dem man vielleicht einfach ein wenig mehr Zeit geben muss. Jedenfalls ware es live sicherlich mit langen Solo-Einlagen und Improvisationen ein Mehrwert.

10 Shadow

Auch im zehnten Stück wird nochmals die Stilrichtung der ganzen CD bestätigt. Schnelles Tempo, gradliniger Song-/Refrain mit tollen instrumentalen Einlagen. Trevor drückt diesmal seine Basslinie über die ganzen dreieinhalb Minuten aufdringlich durch. Power-Rock vom feinsten.

11 War Child

Der letzte Song versucht das hohe Niveau nochmals leicht anheben und alle bereits erwähnten kompositorischen Zutaten kommen nochmals in etwas mehr als 5 Minuten in bester Manier daher. “War Child” ist sicherlich ein gelungener Schlusspunkt dieser unerwartet rockigen Heep-Scheibe.
Das Fazit fällt sehr gut aus. Auch wenn ganz progressive Stücke (wie z.B. Beetwen Two Worlds, Aggainst The Odds oder Universal Wheels) fehlen, fällt einem die unglaubliche Spielfreude auf. Man beschränkt sich zudem auf 11 Stücke mit klarer rockigen Linie, untermalt das ganze mit einer viel dominanteren Hammond-Orgel als früher und zieht alle weiteren heep-typischen Elemente hinzu. Bei jeden weiteren Reinhören fallen einem neue Details auf, auch das ein Zeichen für eine anspruchsvolle Produktion. Es gibt kein wirklich ganz schwaches Stück und die Highlights sind auch da, die Tonqualität ist vom feinsten und es ist zu hoffen, dass viele Stücke den Weg vor das Publikum finden. Sie laden geradezu ein, im Stile von Deep Purple auch mal ein wenig mehr zu improvisieren.

Mit dieser soweit positiven Kritik stehe ich nicht alleine da. Es freut mich, dass hier wie auch in den Online-Shops so viele Fans ihre gute Eindrücke festgehalten haben. Sollte jetzt die Partnerschaft mit Universal auch weiterhin gut laufen, wird es wohl nicht wieder 10 Jahre dauern bis eine Fortsetzung auf den Markt kommt…

Alex Burlet, 2008


Uriah Heep – Wake The Sleeper (Rezension von Heinz-Ulrich Tenkotten)

Nach langer, langer Zeit, nach einer ganzen Dekade, ist sie nun endlich erschienen: die neueste CD von Uriah Heep. Ich will jetzt nicht sagen, das Warten hat sich gelohnt. Auf keinen Fall. Eine solche Warterei ist für jeden echten Fan eine Qual. Aber:

Cover of

Cover of Wake the Sleeper

Als ich in der Nacht zum 30. Mai 2008 die Scheibe zum ersten Male hörte, legte ich die Ohren an. Sozusagen. Was für ein Sound… was für eine Dynamik…
Schon der erste Track, „Wake The Sleeper“, ist ein Statement. Rasant, in der Grundstruktur einfach, und doch filigran… da weiß man was man hat und woran man ist… Harter, rockiger Heepsound mit enormem Tempo, fast wie in den frühen 70ern oder auch 80ern des letzten Jahrhunderts.

Und es geht weiter so. Ich weiß nicht, ich glaube, nie klangen Uriah Heep rockiger, konsequenter und härter und irgendwie düsterer wie auf diesem neuesten Werk. Und das Track für Track. Es gibt keine Zeit zum Verweilen, zum Träumen, zum Ausruhen. Geradezu rastlos folgt ein Hardrock-Stück dem nächsten, die Scheibe atmet schwere metallische Dämpfe, sie lässt die Ohren dröhnen beim Stampfen und Vorwärtsdrängen.
Alles auf der Basis bekannter UH-Elemente: Mehrstimmiger Chorgesang und das „Ah-ah-ah“ sind wieder reichlich zu vernehmen, die Melodieführung ist eingängig und die Instrumentierung klassisch, durchweg. Keine Experimente in der Hinsicht. Vocals, Guitars, Keyboards, Bass, Drums. Und doch, für mich klingt das Ganze dunkler, heftiger und energiegeladener als üblich in den letzten Jahrzehnten.

Woran liegt’s?
Ist es der neue Drummer, Russell Gillbrook, der die Band entschiedener antreibt? Ansichtssache. Nun war Lee Kerslake (the Drummer of my youth) ebenfalls immer ein Energiebündel, da dürfte es keine zwei Meinungen geben. Es steht jedoch außer Zweifel, dass Russell mehr als nur Ersatz ist, ein würdiger Nachfolger, mit eigenem, dynamischen Stil. Sein rhythmisches Repertoire ist beeindruckend, und ohrenbetäubend.

Für mich ist die Überraschung Bernie. Nie war er, wie soll ich das sagen, so eigenständig in seinem Gesang, abwechslungs- und einfallsreich, ein Frontman, der Heep nun mit seiner Stimme prägt.
Die zweite Überraschung ist Phil Lanzon. Entschieden bleibt er beinahe durchgehend am Hammond-Sound. Er spielt die echte Rock organ die Tonleitern rauf und runter, wie ich sie von ihm noch nie gehört habe. Absolut im Stil der ersten Heep-Jahre. Fantastisch.

Dazu ein losgelöster, fetziger Mick Box, der seine Gitarren-Riffs geradezu lässig, fast mit Understatement, einem um die Ohren haut, Wah-wah-verzerrt und schmutzig genial, manchmal auch ein bis zwei Oktaven über allem schwebend. Hey, Mick, wie alt bist du eigentlich? Siebzehn? Es haben sich schon jüngere wesentlich älter angehört.
Last but not least Trevor Bolder. Gandenlos sein Bass… gelegentlich wie versteckt, nur mit dem Bauch und den Zehenspitzen zu erahnen, gelegentlich präzise und klar, dann wieder im Vordergrund gezupft, wie ein Soloinstrument. Alleine Trevors Song „Angles Walk With You“ ließ mir den Atem stocken. Dunkel und tief, wie man Heep so noch nicht kannte. Fantastisch.
Für mich schon jetzt eines der besten Heep-Scheiben der langen, langen Band Karriere.

Aber bevor ich zu sehr in Enthusiasmus abgleite: Vorsicht! Vorsicht!
Wie gesagt, die History der Band ist lang, und mancher Fan wird einen anderen Einstieg gefunden haben. Es muss ja nicht immer mit dem dröhnenden „Gypsy“ 1970 gewesen sein. Wie bei mir. Und nicht nur wegen der zahllosen Line-Ups, auch wegen einer ausgedehnten musikalischen Spannbreite und Experimentierfreudigkeit wird der eine oder die andere als Fan zur Band gestoßen sein. Sie oder er muss ja nicht ein absoluter Fan der Hardrock-Linie sein, wie ich…

Bei aller Kompaktheit, bei allen Heep-typischen Trademarks, man kann, hat man andere Vorlieben, eine Menge vermissen. Der Schläfer wird geweckt, mächtig, mit dröhnendem Klang, keine Frage, doch wozu?
Es fehlt die für UH sonst oft so typische, beliebte Ballade, absolut. Sie fehlt (wenn auch z.B. „What Kind Of God“ oder „Angles Walk With You“ wie eine beginnen).
Ebenso fehlt die zumindest für die Anfangszeit so unausweichliche wie prägnante Bluesnummer (wenn auch in „Shadow“ unter dem metallenen Gewand ein bluesiges Herz pocht).
Es fehlt die helle, durchsichtige, liebe- und meistens sehnsuchtsvolle Melodieführung, die für die Hensley-Zeit so typisch ist (wenn auch hier eine wesentlich einfachere Songstruktur bevorzugt wird als auf den letzten drei Scheiben zuvor und „Tears Of The World“ ein echter Heep-Song ist – bis auf die ein, zwei dunklen Zutaten…)
Es fehlen eindeutig die popigen, sagen wir, leichten Elemente – genauso wie die bombastischen, orchestralen Bläser- oder Streicher-Klänge…

Was wir hören ist kompakter, dunkler Hammersound, so, wie ich ihn liebe, so, wie ihn einst „Love Machine“ zu verheißen schien. Wahnsinn, für mich. Für manchen vielleicht eine Enttäuschung.
Trotzdem, Folgendes kann man dem Werk „Wake the Sleeper“ nicht absprechen. Es ist ohne Schnickschnack geschickt zusammengestellt, hat viele abwechslungs- und temporeiche Rhythmen, zeigt keine Schwächen, keine Songs, die fehl am Platze sind, entwirft eine einheitliche Atmo, und dröhnt durchgehend, wie zu besten Heep-Zeiten. Rock vom Feinsten. Man muss ihn nur mögen.

Das Booklet passt hervorragend zum Gesamteindruck, das Cover zeigt uns: Düsternis, in ihrer Würde und in ihrem Alter fast fremdartige Kunstwerke, Blitze und Wolken, und ganz, ganz schmal ein heller Streifen der Hoffnung am Horizont. Damit ist der Stil beschrieben.

Wo ist „Wake the Sleeper“ nun künstlerisch einzuordnen?
Schwer zu sagen, ich muss die Scheibe erst einmal noch so zwanzigmal hören und dann ein Jahr darüber schlafen. Zur Zeit ist  sie eines der absolut besten Alben der Band für mich. Doch das mag täuschen.
Mick erinnerte sich einmal, dass „Look At Yourself“, als es fertig war, sich so anhörte, wie die Band live klingen wollte. Das kann man von „WTS“ auch so sagen.
Elemente früherer Zeiten sind vorhanden, die Jungs bauen lässig, aber entschieden darauf. Anklänge an „See Of Light“ mag man hören, an „very ‘eavy, very ‘umble“, an „Look at yourself“, natürlich, an „Abominog“, weniger schon an die John Lawton- Ära, und wohl noch weniger an Unikate wie „High an Mighty“ und „Conquest“. Oder?

Aber reicht das entschieden rockige Auftreten, das hämmert wie „live on stage“, aus, es zu einem wirklich großen Album der Band-History zu machen? Mir reicht es. Andere mögen das anders sehen. Warum nicht? Ich geb’ ja durchaus zu: ich bin nicht annäherungsweise unabhängig neutral. Ich bin ein Heep-Fan, und Fan kommt von fanatisch.
Jedenfalls: Ich wünsche allen Fans und Freunden viel Spaß mit der Scheibe.
Lasst euch wachrütteln und durchschütteln, englisch: let it rock you! In etwa.

Heep-on!!!

Heinz-Ulrich Tenkotten, 2008


Gedanken zur Zeit (4.6.08) – von Jürgen Scholz

Meine lieben Freunde !

Nun ist sie da, die – immerhin nach 10 (zehn!!) Jahren – neue Studio-CD von URIAH HEEP – WAKE THE SLEEPER.

Im Jahre 1995 erschien SEA OF LIGHT, ein Meilenstein und enormer Lichtblick der Formation MICK BOX, LEE KERSLAKE, TREVOR BOLDER, PHIL LANZON und BERNIE SHAW nach der enttäuschenden vorher veröffentlichten DIFFERENT WORLD!

1998 dann wurde SONIC ORIGAMI veröffentlicht, für mich eine herbe Enttäuschung, da ich eine Steigerung zu SEA OF LIGHT erhofft hatte.

Ich empfand SONIC ORIGAMI eher als einen Nachfolger von DIFFERENT WORLD.

Während SEA OF LIGHT eine ordentliche Portion Power und Druckvolle Musik darbot, empfand ich SONIC ORIGAMI eher als zu leicht und zu soft – also ohne den kraftvollen Druck!

Wie nun ist die jetzt veröffentliche CD WAKE THE SLEEPER, mit dem neuen Drummer RUSSELL GILBROOK zu bewerten?

Also zunächst einmal, es handelt sich um die druckvollste Musik seit 1970. Das heisst, noch nie wurde die Musik von URIAH HEEP dermassen druckvoll eingespielt!

Ausser diesem enormen Druck lässt jeder Titel hochinteressante Melodie-Strukturen erkennen und Breitwand Chöre sind ebenfalls ausreichend – wie von URIAH HEEP erwartet – vorhanden.

Nun zu den einzelnen der 11 dargebotenen Titeln:

Wake The Sleeper

Der Opener besteht im Grunde nur aus kraftvoller, druckvoller Power-Musik und dazwischen der weltberühmte URIAH HEEP Breitwandchor-Schrei. Nur eine einzige Textzeile wird im Chor dazwischen gesungen: WAKE THE SLEEPER. Mit diesem ersten Stück wird sogleich mit Druck deutlich gemacht, was den Neu- oder den Altfan (wie mich) auf der neuen Scheibe erwartet! Ich jedenfalls bin hochzufrieden ob dieser Power!

Overload

MICK BOX treibt mit seiner WahWah Gitarre dieses Stück mit Macht zu BERNIE SHAW’S gesanglicher Hochleistung an. Hier beweist BERNIE einmal mehr, dass er mit seiner Stimme auch wundervolle Linien herauf und herab singen kann. Das Stück variiert zwischen schnell gespielter Power und auch langsameren Versatzstücken, wo auch die Orgel von PHIL LANZON wunderbar zum Einsatz kommt. Natürlich wird auch wieder URIAH HEEP Typisch mehrstimmig im Chor gesungen. Ein toller Titel, an welchem es nichts zu bemängeln gibt! Im Gegenteil!!

Tears Of The World

Auch dieses Stück beginnt Powerfull, dieses Mal von PHIL LANZON’S Orgel getrieben. Bernie singt den Titel wieder phantastisch eingebettet in die druckvolle Musik. Breitwandchöre unterstützen ihn in bester Manier! Wie bereits erwähnt, durchzieht jedes Stück die verschiedensten Melodien-Strukturen. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf, man wird praktisch immer mitgerissen! PHIL LANZON’S ORGEL und ein Trommelwirbel von RUSSELL GILBROOK lassen diesen Titel ausklingen.

Light Of A Thousand Stars

Dieser Titel fängt etwas langsamer an, jedoch keinesfalls seichter! Wie kraftvoll MICK’S Gitarre, PHIL’S Orgel, TREVOR’S Bass, RUSSELL’S Drums auch hier wieder BERNIE’S tolle Interpretation einbetten, nicht zu vergessen die enormen Breitwand-Chor Passagen. In der Mitte MICK’S Gitarrensolo – alles passt und ist auf das Feinste abgestimmt.

Heaven’s Rain

Fängt langsam getragen kraftvoll an, BERNIE singt es wunderbar einfühlsam. Es handelt sich um die erste Ballade auf dieser Scheibe, druckvoll dargebracht. Im Mittelteil wieder MICK’S Wah Wah Gitarre mit einem kurzen Solo. PHIL’S Orgel webt einen wunderbaren Klangteppich zu BERNIE’S herrlich einfühlsamer Interpretation.

Book Of Lies

Dies ist ein Titel, welcher am Anfang an einige der früheren Stücke dieser Formation erinnert. Aber auch nur ganz am Anfang. Dann fängt das Stück wieder an, einen in seinen Bann zu ziehen, durch unglaublich eindrucksvolle Komposition mit hochinteressanten Melodien-Bögen. Und vor allem durch BERNIE’S tollen Gesang. Das Stück klingt am Schluss dann wieder wie in früheren Tagen aus, so wie es begann.

What Kind Of God

Mein absoluter Lieblingstitel auf dieser Scheibe. Nicht nur, weil es mit 6.39 Minuten das längste Stück ist, sondern weil es das Melodischste ist. PHIL’S Orgel beginnt sanft mit BERNIE’S wundervollem Gesang. Nach der ersten Passage wird es, bei gleich bleibend langsamer Geschwindigkeit etwas kräftiger, teilweise Mehrstimmig. Vor allem bei diesem Titel gilt, wie die verschiedensten Melodien-Strukturen erkennbar und zu hören sind. Wer erinnert sich noch an das Outro von dem Titel CIRCLES OF HANDS auf der Platte DEMONS AND WIZARDS aus dem Jahre 1972? Auch hier bietet die Instrumentierung ein ähnliches Outro, aber bei WHAT KIND OF GOD ist es deutlich kraft- und druckvoller. Leider sehr leise und nur bei aufmerksamen zuhören erkennbar, BERNIE’S hochstimmige Schreie, welche bei dieser positiv kraftvollen Musik fast untergehen.

Ghost Of The Ocean

Bricht brachial mit MICK’S Gitarre los um gleich wieder in ein gut komponiertes und toll arrangiertes Superstück weiterzuleiten. Jedes – also auch dieses Stück dringt sogleich bis in die Speicherzellen ein um dort positiv zu lagern. Mehrstimmiger Gesang, druckvolle Instrumentierung zeichnen diesen Titel aus, um mit einem gekonnten Trommelwirbel von RUSSEL GILBROOK auszuklingen.

Angels Walk With You

Fängt Balladesk an, einfühlsam von BERNIE gesungen und von sanften Orgel-Klängen untermalt, um aber nach Kurzem wieder in ein kraftvolles Midtempo-Stück überzugehen. Dann wieder Balladesk. Dann ein Solo von PHIL auf seiner Orgel, absolut virtuos. Und weiter kraft- und druckvoll treibt die Musik mit BERNIE’S Gesang weiter, bis sie interessant ausklingt.

Shadow

MICK’S Gitarre und PHIL’S Keyboard beginnen kraftvoll und sogleich setzt BERNIE’S toller Gesang ein und kurz danach setzen wieder die ach so wunderbaren Breitwand-Chöre ein, um den SHADOW-Refrain mit zu singen. Und wieder ist es ein Stück, welches einen sogleich gefangen nimmt. Alles harmonisch aufeinander abgestimmt, kraft- und powerfull!!

War Child

Der Schlusstitel besteht von Anfang an aus einer Klangwand aus der gesamten Instrumentierung und der Drums- und Bass-Sektion. Bei den Breitwand-Chor Passagen hat man das Gefühl, hier spielen einige arabische Einflüsse aus 1001 Nacht eine kleine Rolle. MICK bastelt mit seiner Wah Wah Gitarre ein interessantes Solo im Mittelteil. Ein würdiger Abschluss dieser aussergewöhnlich gut gelungenen CD!!

Nun, gibt es denn gar nichts zu bemängeln oder zu kritisieren?? Ganz klar: NEIN!!

So sind URIAH HEEP heute und Gott sei Dank sind meine doch eher schwächeren Erwartungen voll und ganz positiv überrascht worden! Eine so gut gelungene CD habe ich wahrlich nicht zu hoffen gewagt.

Vielleicht spielt der frische Einfluss von RUSSEL GILBROOK mit einer entscheidenden Rolle dafür, dass soviel Power, Kraft und Druck in der neuen Musik vorherrscht!

MICK’S Wah Wah Gitarre ist auf der gesamten CD sehr dominant vertreten; aber das ist durchaus positiv zu empfinden, weil es eben alles aufeinander abgestimmt ist, weil es insgesamt mit der gesamten Instrumentierung harmonisiert, weil die Kompositionen allesamt mehr als gelungen sind und es nicht als störend empfunden wird, wie noch zu unseligen ABOMINOG Zeiten.

Euer, mehr als zufriedener, also über die neue URIAH HEEP CD sehr glücklicher

Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen.


Gedanken zur Zeit (3.5.08) von Jürgen Scholz

Meine lieben Freunde !

Haben sich schon mal Eure Fußnägel gekräuselt??

Nein???

Aber mir, und zwar am gestrigen Abend des zweiten Mai’s d.J., als ich auf RTL in der Sendung “Die ultimative Chart Show“  unsere “Lieblinge“ URIAH HEEP bewundern konnte.

Gegen 21.45 Uhr, auf Platz 45, wurden zunächst einige Ausschnitte aus glorreichen, vergangenen Tagen gezeigt, mit KEN HENSLEY, JOHN LAWTON, LEE KERSLAKE, TREVOR BOLDER und MICK BOX.

Danach erschien die aktuelle Formation um MICK BOX auf der Bühne und dann folgte das, was meine Fußnägel kräuseln ließ.

Akustisch war vom Band der Original-Titel FREE ME von damals zu hören, aus der Feder von KEN HENSLEY und mit der festen, kräftigen und dennoch klaren Stimme von JOHN LAWTON.

Dazu machte dann BERNIE SHAW den Mund auf und zu mit seinen hinreichend bekannten Bewegungen.

Es ist unfassbar, so etwas geboten zu bekommen.

Das passte überhaupt nicht, aber so was von überhaupt nicht!!

Ob MICK BOX, welcher während dessen auch kurz zu sehen war, sich eigentlich bei einer solchen Präsentation wohl fühlt in seiner musikalischen Haut?

Nach dieser “Folter“ ging es nahtlos über, mittels eines Trommelwirbels vom neuen Drummer, zu dem Titel EASY LIVIN’, mit der Stimme von BERNIE SHAW, wie bekannt.

Mir ist nicht so recht klar, ob es sich bei diesem Titel um einen Live-Auftritt handelte oder ob er auch ebenfalls vom Band kam.

Ich meine, eine synchrone Abweichung von BERNIE’S Mundbewegungen bemerkt zu haben.

Das sind meine, zugegeben, sehr kurzen “Gedanken zur Zeit“, demnächst wieder mehr.

Bis dahin viele Grüsse und von mir ein persönliches Dankeschön an die aufmerksamen, lieben Freunde aus unserem S.O.T. Kreis für Anrufe, Briefe und eMails zu meinem “runden“ Geburtstag im April.

Euer   Jürgen Scholz   aus Gelsenkirchen.


DER HEEPMÖRDER – Kriminalroman von Martin Wolter (Rezension von Ralf Schünemann)

Was mich als Uriah Heep- Fan an diesem Roman besonders interessiert hat war natürlich das Thema. Bereits das Buchcover erinnert stark an “Very Eavy, Very Umble“ und der Titel eindeutig an Uriah Heep.. Tatsächlich spielt die Musik von Uriah Heep eine entscheidende Rolle in dieser spannenden Geschichte…

Schon die Einleitung wird vom Autor packend, plastisch und sehr detailgenau erzählt. Man wird unweigerlich in das Geschehen mit hinein genommen. Dieser packende Erzählstil zieht sich weiter durch das ganze Buch. Erzählt wird zunächst eine Begebenheit aus Neumünster von 1971, die für das weitere Geschehen von großer Wichtigkeit ist.

Besonders gut gelungen finde ich die Schilderung der Charaktere sowie die detaillierte Beschreibung der Ereignisse. Auch gibt es immer wieder unerwartete Wendungen und Überraschungen im Laufe der Geschichte. Vieles ist miteinander verwoben und löst sich erst später auf.

Sehr genau und nichts für schwache Nerven sind auch die plastischen Zustandsbeschreibungen der bestialisch ermordeten Opfer. Wer schwache Nerven hat wird hier womöglich seine Grenzen finden…

Nach dem Einleitungsteil und dem ersten Mord der Gegenwart zieht sich die Musik von Uriah Heep wie ein roter Faden durch die dramatischen, teils erstaunlich miteinander verworrenen Ereignisse. Aber erst sehr viel später kommt die“Botschaft“ der Musik heraus, die in der Vergangenheit zu finden ist…

Die Frage nach dem Mörder bleibt bis zum Schluss völlig offen. Mörder und Motiv waren für mich überraschend.

Fazit:
Dieser Roman ist sehr spannend und lebt von seiner gekonnt plastischen Schilderung des Autors, so als hätte er daneben gestanden. Es “knistert“ bis zum Ende…

Wenn man den Lebenslauf des Autors betrachtet, weiß man, dass er tatsächlich genau kennt, worüber er schreibt… Es ist in seiner Story nichts dem Zufall überlassen und alles wirkt echt und logisch.

Meiner Meinung nach wäre diese Story auch für eine Verfilmung bestens geeignet. Es ist alles enthalten, was in einem Film Spannung erzeugen kann…

Für Uriah Heep -Fans ist dieses Buch in jedem Fall ein Muss. Es gehört in jede anspruchsvolle Sammlung.
Mein Urteil: Beide Daumen hoch !!! Unbedingt empfehlenswert!

Ralf Schünemann, 2007

Romanbestellung und weitere Infos unter >>  www.meadi.de


Gedanken zur Zeit (21.12.07) von Jürgen Scholz

Meine lieben Freunde !

Es ist jetzt kurz vor Weihnachten im Jahre 2007 und hier kommen wieder einmal – nach langer Zeit – meine “Gedanken zur Zeit“.

Aus gegebenem Anlass übrigens.

Eigentlich hatte ich bereits kurz vor Weihnachten im Jahre 2005 einen GZZ Beitrag in Angriff genommen, denn am 21. Dezember 2005 war ich in der Westfalenhalle 3a in Dortmund, wo ich zum X-ten Male ein Konzert mit URIAH HEEP besuchte.

Hier die Setlist dieses Konzertes:

SO TIRED
CRY FREEDOM
FALLING IN LOVE
WORDS IN A DISTANCE
IF I HAD THE TIME
A YEAR AND A DAY
BETWEEN TWO WORLDS
LOVE IN SILENCE
FREE ME
SUNRISE
SWEET LORRAINE
GYPSY
JULY MORNING
EASY LIVIN’
und als Zugabe
RETURN TO FANTASY
LADY IN BLACK

Alle Musiker strahlten eine große Spielfreude aus und dieses Konzert gefiel mir, wie gewohnt, sehr gut.

Nur am Ende der Rausschmiss aus der Halle durch Kasernenerprobte Möchtegern-Generäle war ein bitteres Abschluss-Erlebnis und ist mir bis heute in unangenehmster Erinnerung geblieben!

Als Vorgruppe spielten JANE, mit Wachskerzen-Beleuchtung auf der Bühne, ebenfalls ein großer Genuss.

Da mir von der Crew um URIAH HEEP glaubhaft versichert wurde, es käme eine neue Studioscheibe im März 2006, legte ich meine GZZ erst einmal auf Eis, um diese dann, nach Veröffentlichung der neuen CD, zu vervollständigen.

Nun, jetzt, im März 2008 soll es ja nun tatsächlich eine neue URIAH HEEP Studio-CD geben.

Da ich im Vorfeld hörte, dass URIAH HEEP während der jetzt laufenden Tournee bereits drei neue Titel präsentieren würden, fuhr ich am 09.12.2007 voller Erwartung nach Bochum ins Matrix, wo man für 33 Euro eine Eintrittskarte erwerben konnte.

Es waren ca. 300 Zuhörer anwesend. Als Vorgruppe spielten SHE SAYS, eine Band aus Österreich, mit einer schön anzusehenden, blonden, langhaarigen Frontfrau, welche zunächst einen Zylinder á la RITCHIE BLACKMORE auf ihrer blonden Mähne trug, später aber ihr blondes Haar wild zum Rhythmus der Musik schüttelte.

Der Sound der Musik und des teilweise 3 stimmigen Gesanges war glasklar zu hören, obwohl ein Mikrofon zunächst zeitweise aber nach kurzer Zeit vollständig ausfiel. Auch die Kompositionen konnten sich angenehm hören lassen.

Um 21.20 Uhr erschienen URIAH HEEP auf der Bühne.

Der erste präsentierte Titel muss wohl eines der neuen Stücke gewesen sein. Um es kurz zu machen, es war – für mich – grauenhaft! Der Sound bestand nur aus brachialem Krach-Gewitter! Ich wartete die drei neuen Titel ab, aber für mich klangen sie alle gleich, nämlich nur nach MICK’S dominanter Gitarre.

Gesang war kaum auszumachen, es donnerte mir nur eine Bass/Schlagzeug-Wucht entgegen und darüber noch MICK’S schmerzhafter Gitarrenkrach.

PHIL LANZON agierte nur hinten im Dunklen mit seinen obligatorischen Handbewegungen, während man seine Hammond-Orgel kaum zu vernehmen vermochte.

Es fand auch kein fünfstimmiger Chorgesang statt (wie MICK BOX in seinem Interview noch geantwortet hatte), denn entweder übernahmen MICK und PHIL den Chorgesang oder TREVOR und BERNIE; aber nie alle gemeinsam.

Der neue Drummer scheint nicht zu singen, da war LEE unschlagbar. Und während LEE mit Seele und Feeling agierte, drischt der neue Drummer nur drauf los.

Es wurden auch zwei Titel aus der JOHN LAWTON Ära präsentiert, und zwar FREE ME und FALLING IN LOVE.

Auch GYPSY wurde gespielt, aber ohne den obligatorischen Solo-Hammond-Mittelteil, nur MICK’S Gitarre beherrschte auch hier das gesamte Stück.

Als dann, etwa in der Mitte des Konzertes, entweder EASY LIVIN’ oder LOOK AT YOURSELF in Angriff genommen wurde (es war LOOK AT YOURSELF), verließ ich fluchtartig den Konzertsaal. Ich hielt den disharmonischen Krach einfach nicht mehr aus.

Nein – das ist nicht mehr “meine“ Band.

Damit Ihr seht, dass es mir nicht alleine so ging, als ich mich in Richtung Ausgang begab, saß dort ein junger Besucher, ganz blass, und er sagte zu mir, ihm wäre schlecht, weil ihm der Bass permanent vor den Bauch gewummert wäre. Außerdem verließen noch einige mehr Besucher, hauptsächlich Pärchen, ebenfalls die Halle.

Eigentlich fasste ich nach diesem Erlebnis den Entschluss, das tue ich mir nicht noch einmal an! Aber – wie lautete schon der Titel eines der JAMES BOND Filme – “Sag niemals nie“.

Ich befürchte allerdings, nach diesem Konzert, dass MICK entschieden hat, dass wieder seine Gitarre absolut im Vordergrund auf der neuen CD präsent sein soll, wie schon zu ABOMINOG und HEAD FIRST Zeiten.

Wie Ihr es ja schon von mir gewohnt seid, wisst Ihr, dass ich immer objektiv zu berichten weiss. Und Ihr wisst auch, dass ich KEN HENSLEY sehr verehre und ein großer Fan von ihm bin.

Nach der URIAH HEEP Enttäuschung, fuhr ich mit Sonja und Renate aus Duisburg in einen kleinen, anheimelnden Vorort von Bonn, der über überhaupt keine Parkplätze verfügte. Und so stellten wir uns, nach 30 Minuten vergeblicher Parklücken-Suche, auf die Privatfläche eines Altenheimes, um dann zu Fuß die Lokalität “Harmonie“ aufzusuchen, wo KEN HENSLEY mit seiner Band LIVE FIRE ein Konzert angekündigt hatte.

Um 20.20 Uhr saß plötzlich, wie durch ein Zauber, KEN HENSLEY an seiner Hammond-Orgel und begann göttlich zu spielen.

Nur einen einzigen Satz möchte ich zu diesem Konzert sagen:

Es war Überirdisch!!

Der Sänger interpretierte auch sämtliche Titel aus der DAVID BYRON Ära so, dass man sich daran nicht nur erfreuen sondern regelrecht laben konnte!

Und KEN – er war, ist und bleibt der Mastermind der URIAH HEEP Musik und des gesamten URIAH HEEP Schaffens!

Wenn er mit seiner Charismatischen Ausstrahlung, seinen langen Haaren, seiner, der Musik hingebungsvollen Mimik auf der Bühne agiert, dann, ja dann erlebt man genau das, was einen das URIAH HEEP Feeling erneut und immer wieder erleben lässt!

Es wurde auch STEALIN’ gespielt, aber total neu arrangiert und somit wieder interessant und genussvoll, diesen Titel so, wieder vollkommen anders und trotzdem vertraut hören zu können. Kein bisschen langweilig, sondern frisch und unglaublich ansprechend!

Nach dem Konzert nahm KEN sich die Zeit, und gab geduldig und mit Freude jede Menge Autogramme und – was mich besonders freut, als ich dann endlich vor ihm stand, freute er sich offensichtlich, mich wieder zu sehen, was sich in zweimaliger, herzlicher Umarmung ausdrückte!

Ihr Lieben, ich lasse es jetzt dabei bewenden, bleibt mir gewogen, und ich melde mich wieder, wenn das neue URIAH HEEP Schaffenswerk sich in meinem CD Player mehrmals gedreht hat.

Euer  Jürgen Scholz aus Gelsenkirchen.


Ken Hensley- Blood on the highway (Rezension von Axel Burlet )

Ich war zuerst mal voller Vorfreude auf Ken’s neuestes Projekt und als ich die begeisterten Reaktionen im SOT-Forum las, konnte ich kaum auf die Zusendung der Scheibe warten. Und es ist in der Tat verdientes Lob von Fans und Medien. Noch kein Solo-Album von Ken hat meiner Meinung nach so hohe Noten verdient. Mit dem Konzept der Lebensgeschichte spinnt er einen dramaturgischen Faden, der durch den Einsatz der verschiedenen Gastsänger/in nie zu reißen droht.

Mit “Just the beginning” wird das Album bereits rockig eröffnet. Jorn Landes Stimme ist auf Anhieb angenehm. Kein Softie – eben ein Rocksänger. Zudem ist die Orgel zu hören, welche für mich einfach das Markenzeichen von Ken ist. Der Einstieg ist geglückt. Der Refrain ist einprägsam, verstärkt durch Backvocals. Ich erwarte gespannt den nächsten Song “We’re on your way”.

Nun singt Ken, aber schon bald übernimmt erneut Lande wieder das gesangliche Zepter. In den Refrains kommen verschiedene Andeutungen von Heep-Songs (Lady in Black, July Morning-Intro, Free Me). Bereits ist erste Mitsing-Stimmung aufgekommen.

Das dritte Stück, der Titelsong, beginnt düster und erwartungsvoll. Instrumentenmässig etwas facettenreicher als die ersten beiden Lieder. Der Refrain wiederum gut einprägsam, könnte gut im Radio gespielt werden. Jorn Lande drückt diesem Song über die verlogene Musikbranche besonders seinen Stempel auf.

Mit “You’ve got it” singt Lande auch das vierte Stück, diesmal ein bereits bekanntes Stück von Ken. Und Lande ist auch hier eine ausgezeichnete Wahl zum Thema Euphorie und Drogen. Diese Version kommt klar besser als das Original rüber. Dafür haut Hensley nochmals in die Tasten seiner Hammond, die in diesem Lied natürlich auch nicht fehlen darf.

5. Track – Erster Szenenwechsel; Nach dem Aufstieg der Fall
[gesprochen von einer Frau (Ken's?) im Hintergrund läuft "Easy Livin' ". ]

Lied Nummer 6 – mit John Lawton. Man ist sofort von der Intensität des Stücks gefangen genommen. Vorbei ist die Lässigkeit der ersten Lieder (im geschichtlichen Aufstieg zum Rockstar). Zu ernst ist die Thematik um Selbstlüge und Wahrheit. Zudem geht es einiges härter zur Sache, Gitarre und Orgel brettern in höherem Tempo. Einmal mehr erzeugt John’s Stimme Gänsehaut. Schade, dass es sein einziger Solopart auf der CD bleibt.

Mit dem Stück 7 folgt das zweite Lied aus Ken Hensleys Fundus. “Think twice” gesungen von Eve Gallagher über die ganze Tragik des Erfolgs. Der melodramatische Song ist perfekt arrangiert und übertrifft das Original an Intensität. Eine weitere Glanznummer auf der CD. Ken beweist eine sichere Wahl der Künstler am Mikro. Eve’s rauhe Stimme ist Weltklasse.

8. Track 8 – Zweiter Szenenwechsel – Ausstieg und Neustart in Soloprojekten.
[gesprochen von einer Frau (Ken's?) im Hintergrund läuft "Easy Livin'".]

Der nächste Song singt Ken wieder selbst. Diese gefühlvolle Ballade eröffnet die Thematik des geläuterten Rockstars. Hier muss er einfach singen, passt bestens ins Konzept. Herrlich akzentuiert dazu das Piano und ein schönes Saxophon-Solo.
[Es handelt sich offenbar auch um ein bereits früher veröffentlichtes Stück von Ken. Ich habe jedoch die CD nicht und kann daher nicht beurteilen, ob es stark vom Original abweicht.]

“Okay” das zehnte Stück wird von der Bühne gesungen. Ein an Easy Livin’ nachempfundener schneller Rhythmus und Jorn Lande sing druckvoll auf. Das stärkste Stück mit ihm. Dazu ein schönes Gitarrensoli und erneut ist die Orgel mit im Spiel. Auch hier lädt der Refrain zum Mitsingen ein, zumal er den Live-Charakter durchzieht und am Schluss mit Applaus und Verabschiedung endet. Genial gemacht!

Das elfte Stück “What you gonna do” bringt nochmals eine neue Stimme in Spiel. Eine eher ruhige Nummer, die Glenn Hughes sehr gefühlvoll vorträgt. Phasenweise erinnert mich seine Stimme und die Art wie er das Lied singt an John Sloman auf “Conquest”.

12. Track – Dritter Szenenwechsel; Gegenwart
[Ken singt nochmals das Thema von Lied Nummer 2 an]

In Nr. 13, dem vorletzten Song “I did it all” kommt der Meister nochmals selber am Mikro zum Zug. Er resümiert eindringlich seine Erfolge und die Einsicht, dass nun andere ganz oben stehen. Ein Lied über Vergänglichkeit im Showbusiness und über Eindrücke und Erinnerungen in solch einem Leben. Der Einsatz des Orchesters gibt zusätzliche Fülle.

Den Schlusspunkt setzt dann Track 14, das neu arrangierte “The last dance”. Hier bin trotz mehrmaligen Hin- und Her-Hören zwischen Original und der von Glenn Hughes gesungenen Variante zu keinem endgültigen Schluss gekommen, welches die bessere Version ist. Aber da es sowieso eines der besten Lieder aus Hensley’s Neuzeit ist, spielt das keine Rolle, da es diese phantastische Scheibe ideal abschliesst.

Fazit:
Ken gelingt nicht zuletzt dank der Wahl der Gastsänger ein rundum gelungenes Konzept-Rockalbum ohne Schwächen. Die Geschichte hat einen roten Faden mit thematischen Übergängen. Dazu Anspielungen auf Heep-Songs. Noch nie hat er ein so durchgehend gutes Album herausgebracht. Für mich das beste seiner Solo-Karriere.
Nachdem Ken nun aber in den letzten Jahren genügend seine Altlasten vorgetragen und aufgearbeitet hat, dazu reichlich christliche Überzeugung intoniert und sein Backkatalog und alte Heep-Songs inkl. Lady in Black und Free Me als Single neu aufgelegt hat, ist es an der Zeit wirklich nach vorne zu sehen und neue Dinge zu tun. Er kündigt dies ja auch in den Interviews an. Der Erfolg sei im zu gönnen, hat er doch niemanden mehr zu beweisen, was für ein begnadeter Songschreiber und Komponist er im Rockgeschäft war/ist. Der Fan sollte aber auch zur Kenntnis nehmen, dass es eben kein Heep-mässiger Return geben wird. Zu recht. Das Thema des aufsteigenden und gescheiterten Rockstars ist zwar nicht neu, man weise zum Beispiel auf Erik Norlander’s “Music Machine” hin. Aber hier kann endlich Ken seine Geschichte seinem Können entsprechend aufarbeiten (inkl. Buch). Die drei Solo-Alben der letzten Jahre konnten das jeweils nämlich nur bedingt.

Alex Burlet, 2007


KEN HENSLEY “Blood On The Highway” – Hamburg (Fabrik), 22.05.07 (Review von Ralf Schünemann)

KEN HENSLEY feat.
JOHN LAWTON, GLENN HUGHES, JORN LANDE und EVE GALLAGHER

Weltpremiere der Rockoper
„BLOOD ON THE HIGHWAY
When Too Many Dreams Come True”

Hamburg (Fabrik), 22.05.2007

Gerade 6 Tage war es her, da saß ich im Zug nach Bochum, um endlich wieder gute Livemusik zu hören. Nun war es schon wieder so weit. Diesmal fuhr der Zug in Richtung Hamburg. Dort hatte ich durch Stay On Top in den letzten Jahren viele neue Freunde gefunden und freute mich schon darauf. Diesmal erwartete mich die Uraufführung von Ken Hensley’s Lebensgeschichte “Blood On The Highway“. Also schon ein ganz besonderer Anlass für einen Uriah Heep- Fan.

Nach dem Einchecken im “Schanzenstern“ (bei SOTern bestens bekannt) fuhr ich, wie mit John Lawton in Bochum verabredet, Richtung Innenstadt, um ihn in seinem Hotel zu treffen. Dort im Foyer war zu meiner Überraschung bereits die ganze Band versammelt, mit Ausnahme von Glenn Hughes. Monika und Ken Hensley kamen etwas später dazu.

Es war von Anfang an eine große Unruhe durch Medienvertreter vorhanden, die sich für “unsere“ Musiker sehr interessierten. Intensive persönliche Gespräche wie zuletzt in Bochum waren deshalb leider nicht möglich. Trotzdem war es interessant, einmal den privaten Unterhaltungen der Musiker und Manager zu folgen und diese netten Leute teilweise auch kennen zu lernen. Ich war als Mitglied dieser Tischrunde akzeptiert.

Allgemeine Hektik kam auf, als Glenn seinen Manager per Handy anrief, dass er am Flugplatz fest sitzt und wohl nicht kommen kann (Streik in Italien…). So zog ich es schweren Herzens vor, diese nette und interessante Runde vorzeitig zu verlassen, um nicht noch mehr Unruhe in diese unglückliche Situation zu bringen. Es wurde jetzt hektisch diskutiert, wie es mit dem Auftritt ohne Glenn weiter geht…
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So verbrachte ich den weiteren Nachmittag damit, Hamburg zu Fuß zu erkunden (Schwerpunkt: Schallplattengeschäfte…;-). Als ich in meinem Hotelzimmer noch eine kleine Ruhepause einlegen wollte, klingelte zum ersten mal das Handy. Überraschender Weise hatten es Maggie und Chris vom LHS-Fanclub geschafft, nach Hamburg zu kommen. Eine Verbindung besteht hier bekanntlich durch John Lawton. Beide hören aber auch gerne Ken Hensley und Uriah Heep. Und ich wiederum die Les Humphries Singers. Verschiedene Musikstile müssen sich nicht zwangsläufig widersprechen. Ich brach also gleich auf, um die beiden endlich mal persönlich kennen zu lernen und über unsere Musik zu plaudern.

Weitere überraschende Bekannte und “neue Gesichter“ traf ich nach und nach im Laufe des Abends. Danke auch an alle, die mich dort einfach so angesprochen haben, so z. B. ein Mitglied unseres SOT- Forums, den ich noch nicht persönlich kannte. Es ist schön, auch in fremder Umgebung unter Gleichgesinnten zu sein. Das hatte schon beinahe den Charakter eines Familientreffens. Musik verbindet…;-))).

Der Einlass verzögerte sich um mehr als eine halbe Stunde. Die Band musste durch das Fehlen von Glenn Hughes vieles umarrangieren. Das war zusätzlicher Stress für die Akteure. Die wartenden Konzertbesucher waren aber sehr geduldig und blieben friedlich (ich habe es auch schon anders erlebt). Dann war es endlich so weit und die disziplinierte Menschentraube löste sich schnell auf.

Etwa gegen 21:40 betraten die Musiker die Bühne. Sie wurden mit lautem Jubel begrüßt und konnten bereits mit dem ersten Song der Ken Hensley Story voll begeistern. Kräftiger Applaus war die verdiente Belohnung. Ken Hensley war sichtlich gerührt. Selten habe ich Ken so herzlich lachen gesehen… Die Begeisterung setzte sich weiter fort, denn die gebotene Musik war hochklassig. Spielfreude und Klasse steigerten sich mit jedem Song. Das fachkundige Publikum wusste dies zu würdigen.

Es mögen vielleicht 500 Leute in der Fabrik gewesen sein, etwa die Hälfe davon geladene Gäste und Medienvertreter. Für einen normalen Dienstag Abend aber gut besucht.

Als John Lawton schließlich für seinen Gesangspart “It Won’t Last“ die Bühne betrat, war eine weitere Steigerung in der Stimmung zu spüren. Allein die Ausstrahlung dieses Mannes kann schon mitreißen. Sein Gesang war perfekt und wie gewohnt mit bluesigem Touch. Ganz toll gemacht. Und es ging immer weiter, Schlag auf Schlag. Unglaublich, was dort an hochklassiger Rockmusik von bedächtig bis heavy geboten wurde. Mit “The Last Dance“, ebenfalls ein Meisterwerk von Ken, gab es schließlich einen bombastischen Abschluss dieser musikalisch hochwertigen “Blood On The Highway-Story“, begleitet von einer kleinen Gruppe attraktiver Streicherinnen, die im Live-Klang leider etwas untergingen (hoffentlich auf der DVD besser zu hören).

Nun gab es eine verdiente Spielpause. Niemand ahnte, dass es danach noch eine weitere (unglaubliche) Steigerung geben würde… Mit einer sehr guten Heavy-Version von “Brown Eyed Boy“ begann ein Spektakel, das man auch als “Uriah Heep – The Very Best Of“ hätte bezeichnen können. Der Meister selber setzte die Akzente. Bereits bei diesem ersten Song (wurde der jemals live gespielt?) kam altes Uriah Heep-Feeling auf.
Unglaubliche Reaktionen aus dem Publikum erlebte man bei den ersten Orgeltönen zu “Circle Of Hands“, gespielt vom Meister persönlich. “…aaah… und …oooh…“ war von überall zu vernehmen, dann andächtige Stille. “Easy Livin’“ schließlich riss alle vom Hocker. Und der andere Meister, John Lawton, brachte eine “Free Me“- Version mit überraschendem Blues-Feeling.
Die Akteure hatten das Publikum längst auf ihrer Seite, da lösten die Anfangstöne von “July Morning“ erneut einen Begeisterungssturm aus. Als John dann anstelle von “July Morning“ sang “on a Hamburg evening“, gab es kein Halten mehr. Ein Tribut an seine Wahl-Heimat Hamburg, wo seine Karriere einst begann… Vielleicht auch seine Wiedergutmachung für den ebenfalls 2004 in Hamburg angekündigten Bühnenrücktritt?

Eve Gallagher und John Lawton sangen “Rain“ im Duett. John wie immer souverän. Eve kraftvoll und energiegeladen. Sie konnte bereits bei ihrem Gesangspart im ersten Teil überzeugen. Für meinen persönlichen Geschmack hätte bei diesem sanften Song allerdings besser ein zartes Stimmchen gepasst. Aber musikalisch trotzdem ein Genuss!

Es gab noch weitere tolle Heep- Songs zu hören. Es ging Schlag auf Schlag, Hit auf Hit. Ein Paradies für Uriah Heep- Fans. Und natürlich wurde am Schluss auch noch den reichlichen Zugaberufen Folge geleistet. So sang der Meister selbst die “Schwarze Lady…“. Alle anderen Akteure übernahmen hier die Backing- Parts. Zugegeben, diese extrem rhythmisch gestaltete Version hatte etwas von moderner Unterhaltungsmusik. Aber genau das wollte die Mehrheit der Anwesenden in diesem Moment hören. Wir “Fachleute“ sollten an dieser Stelle einfach mal beide Augen …äh… Ohren zudrücken, ok? Immerhin sang dies der Meister persönlich!

Aber immer noch gab das Publikum keine Ruhe. Die Akteure hatten bereits die Bühne verlassen, der Applaus wollte nicht enden. So kehrten sie zurück und wir kamen viel umjubelt in den besonderen Genuss von „Gypsy“.

Es war schon nach Mitternacht, als die Bühne endgültig dunkel wurde. Aber für die Musiker begann jetzt erst noch die Handarbeit. Ohne Übergang wurden nun Autogramme geschrieben, wobei ein John Lawton (ich kenne ihn nicht anders) keine Scheu hatte, sich den paketweise dargebotenen Schallplattenstapeln, Fotos und Postern zu stellen. Für alle hatte er ein nettes Wort. Woher nimmt er diese Energie? Ich stand zeitweise direkt daneben und bekam allein schon vom Zusehen Schreibkrämpfe…;-). Trotzdem “übersah“ er während dessen niemanden von uns SOTern in der Menge, was er jedem von uns sozusagen im Vorübergehen durch kurze Worte und nette Gesten zeigte. Von Ken leider keine Spur… Ich vermute, dass er lieber backstage Autogramme verteilte.

Ich stand noch lange dort mit SOTern und Freunden. Auch mit vielen, die ich vorher gar nicht kannte und bekannten Gesichtern aus der regionalen Musik-Szene. Das ist Hamburg…

Was Ken Hensley betrifft, war dies mein bisher bestes Live-Erlebnis. So gelöst und musikalisch in Form habe ich ihn auch mit der Hensley-Lawton-Band oder etwa beim SOT- Meeting 2006 in Homburg mit der hochklassigen Uriah Heep- Coverband Circle Of Hands noch nicht erlebt. Er war in so guter Verfassung, dass er manchmal regelrecht über die Bühne “hüpfte“. Und Ken genoss jede Art von Anerkennung sichtlich…

Fazit: wir erlebten in Hamburg das große Werk eines großen Meisters. Ken Hensley hat seine Klasse bewiesen. Ich wünsche ihm viel Erfolg für “Blood On The Highway“ Sollte er damit auf Tour gehen – Ich bin dabei!

John Lawton wird mit jedem Auftritt ausgereifter. Seine Stimme hat in letzter Zeit einen herrlichen Blues bekommen. Sein Abschied 2004 ist ab sofort vollendete Vergangenheit, “John Lawton is back…!“. JOHN, ziehe bitte weiter deinen eigenen Stil durch. Dann bist du der Größte! – Ich “überprüfe“ das dann im Oktober beim sHeep- Market, ok?

Jorn Lande war für mich eine tolle Entdeckung. Eine kraftvolle Stimme zwischen Purple und Heep. Er sang seine Parts kraftvoll und gut.
Mit Eve Gallagher erlebte Hamburg eine Sängerin mit enormer Stimme und Ausstrahlung. Nicht immer passend zu Hensley/ Heep, aber gesanglich hochklassig.
Ein besonderes Lob auch an die übrige Band – alles stimmte an diesem Abend. Ihr wart großartig!

Ken, this was a very great work! – Well Done !!!

Heep On!
Ralf Schünemann

Fotos gibt’s >> HIER